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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 10. April 2014

Umwelt: Experten erörtern, wie dem illegalen Artenhandel in der EU und weltweit Einhalt geboten werden kann

Auf Einladung der Europäischen Kommission trafen heute in Brüssel 170 Experten zusammen, um zu erörtern, wie die EU besser gegen den illegalen Artenhandel vorgehen kann.

Die Konferenz bildete den Abschluss einer öffentlichen Konsultation, die am 7. Februar mit einer Mitteilung der Kommission (COM (2014) 64 final) lanciert wurde. Hintergrund der Kommissionsinitiative ist der in den letzten Jahren weltweit beobachtete drastische Anstieg des illegalen Artenhandels, der mittlerweile ein Ausmaß erreicht hat, das das Überleben einiger gefährdeter Arten in Frage stellt und eine gute Regierungsführung und nachhaltige Entwicklung untergräbt. Kriminelle Banden sind erheblich an diesem lukrativen Geschäft beteiligt, auch in der EU.

Umweltkommissar Janez Potočnik, der die Konferenz eröffnete, bemerkte hierzu: „Die durch den illegalen Artenhandel verursachten Schäden sind enorm, und die Anstrengungen, die wir unternehmen, um dieses Verbrechen mit Erfolg zu bekämpfen, müssen dem Ernst der Lage Rechnung tragen.“ Er überbrachte auch eine Nachricht von EU-Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström: „Illegaler Artenhandel kann sehr lukrativ sein und das Risiko, entdeckt und bestraft zu werden, ist geringer als beispielsweise beim illegalen Drogenhandel. Wir müssen härter gegen dieses Umweltvergehen vorgehen.“

Schwerpunktthemen der Debatte waren die Fragen, wie die Rechtsdurchsetzung innerhalb der EU verbessert und dieses organisierte Verbrechen effizienter bekämpft werden und auf welche Weise die EU auf diplomatischer Ebene und auf Entwicklungsebene strategischere Hilfe leisten kann.

Die Konferenzteilnehmer, deren Arbeit morgen in thematischen Workshops weitergeht, kamen aus 26 Mitgliedstaaten sowie Ursprungs- und Abnehmerländern in Afrika, Asien und Nord- und Südamerika. Wichtige internationale Organisationen wie Europol, Eurojust, Interpol, verschiedene UN-Agenturen und die Weltbank waren ebenfalls vertreten. Die Zivilgesellschaft war aktiv repräsentiert durch über zwanzig verschiedene Organisationen. Das Europäische Parlament forderte erneut einen EU-Plan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels.

Dies war das erste Mal, dass sich Repräsentanten aller betroffenen Regierungsabteilungen (Auswärtiges, Entwicklung, Umwelt, Inneres und Justiz) mit Vertretern der gesamten Vollzugskette an einen Tisch setzten; es zeigt, dass ein umfassenderer Ansatz erforderlich ist, um dieses schwere organisierte Verbrechen, das sehr komplexe Ausmaße angenommen hat, und die Gefahr, die es für die nachhaltige Entwicklung darstellt, zu bekämpfen.

Die Experten verwiesen auf eine Reihe von Durchsetzungsproblemen auf EU-Ebene wie den Mangel an Ressourcen, unzulängliche Zusammenarbeit zwischen Agenturen, Sanktionen mit unzureichendem Abschreckungscharakter in einigen Mitgliedstaaten und den Mangel an zuverlässigen Daten zur Analyse des Ausmaßes des Problems. Ferner wurde diskutiert, wie die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in grenzüberschreitenden Fällen noch verbessert werden könnte. Was das organisierte Verbrechen anbelangt, so wurde auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Verbleib der vorschriftwidrig erwirtschafteten Einkünfte aus dem illegalen Artenhandel zu ermitteln.

Die Experten hoben hervor, dass existierende internationale Regeln besser durchgesetzt werden müssen und hochrangige diplomatische Maßnahmen in Ländern, die von illegalem Artenhandel betroffen sind, erforderlich sind, wenn die globalen Bemühungen zur Bekämpfung dieses Verbrechens stärker unterstützt werden sollen. Erörtert wurde ferner, wie die internationale Zusammenarbeit bei der Ermittlung und Sanktionierung transnationaler organisierter Verbrechen maximiert und der Artenschutz am besten in die Prioritätenliste von Geberländern (Unterstützung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit) integriert werden sollte.

Die Kommission wird alle Empfehlungen, die die Experten im Rahmen der Konsultation und auf der heutigen Konferenz ausgesprochen haben, eingehend prüfen und die bisherigen Strategien und Maßnahmen auf dieser Basis überarbeiten.

Mehr zum Thema und weitere Hintergrundinformationen:

Pressemitteilung über die Annahme der Mitteilung über das Konzept der EU zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels: IP/14/123

MEMO mit F&A: MEMO/14/91

Ansprechpartner :

Für die Presse:

Joe Hennon (+32 2 295 35 93)

Andreja Skerl (+32 2 295 14 45)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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