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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 10. April 2014

Mobile Gesundheitsversorgung: Potenzial der Mobile-Health-Dienste soll erschlossen werden

Die Europäische Kommission führt ab heute eine öffentliche Konsultation zum Thema „Mobile-Health-Dienste“ („#mHealth“) durch. Darin ruft sie alle Interessenten auf, ihr bei der Suche nach Mitteln und Wegen zu helfen, wie die Gesundheit und das Wohlergehen der Europäer durch den Einsatz mobiler Geräte (Mobiltelefone, Tablets, Patientenüberwachungsgeräte und andere drahtlos angebundene Geräte) verbessert werden kann.

Neelie Kroes (@NeelieKroesEU), die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte hierzu: „Durch die mobile Gesundheitsversorgung werden weniger teure Krankenhausaufenthalte erforderlich, und die Bürgerinnen und Bürger können ihre Gesundheit leichter selbst in die Hand nehmen. Sie wird auch dazu beitragen, den Schwerpunkt von der Behandlung auf die Vorbeugung zu verlagern. Außerdem ist sie eine großartige Chance für die boomende App-Branche und für Unternehmer.

Ich persönlich trage ein Fitness-Armband am Handgelenk, um zu messen, wie aktiv ich jeden Tag bin. Ich bin also schon ein echter mHealth-Fan. Bitte schicken Sie uns Ihre Beiträge zu dieser Konsultation, damit wir auf diesem faszinierenden Gebiet weltweit führend werden können.“

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg (@borgton) erklärte: „Mobile-Health-Dienste bieten ein enormes Potenzial, wenn es darum geht, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre eigene Gesundheit selbst in die Hand nehmen und länger gesund bleiben, wie auch für eine höhere Qualität der Gesundheitsversorgung und mehr Wohlbefinden für die Patienten. Aber auch die Angehörigen der Gesundheitsberufe werden in ihrer Arbeit unterstützt. Die Entwicklung und Nutzung von Mobile-Health-Lösungen kann zu modernen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystemen beitragen.“

Wie können Mobile-Health-Dienste helfen?

Die Nutzung von Mobile-Health-Diensten bietet einen dreifachen Vorteil, denn sie

  1. geben Patienten mehr Kontrolle, so dass sie selbständiger werden und Gesundheitsproblemen besser vorbeugen können,

  2. machen das Gesundheitssystem effizienter und bieten vielfältige Kostensenkungsmöglichkeiten,

  3. schaffen gewaltige Chancen für innovative Dienste, Unternehmensneugründungen und die App-Wirtschaft.

Einige Beispiele für Mobile-Health-Dienste:

  1. eine App, die Ihre Vitalparameter wie z. B. den Blutdruck misst,

  2. eine App, die Diabetikern die Aufnahme ihrer Insulindosis erleichtert, indem sie Steuersignale von einer Mobilplattform an die Pumpe überträgt,

  3. eine App, die Patienten an die Einnahme ihrer Arzneimittel erinnert,

  4. eine App, die Fitness- oder Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und Wohlbefindens gibt.

Weitere Abbildungen zur mHealth

Gute Neuigkeiten

Auf verschiedenen Plattformen wie iTunes, Google Play, Windows Marketplace oder BlackBerry World gibt es fast 100 000 mHealth-Apps (#apps). Die 20 am weitesten verbreiteten Sport-, Fitness- und Gesundheits-Apps sind weltweit schon 231 Millionen Mal heruntergeladen worden. Bis 2017 werden 3,4 Milliarden Menschen weltweit ein Smartphone besitzen, und jeder zweite von ihnen wird mHealth-Apps verwenden. Bei voller Ausschöpfung ihres Potenzials könnten Mobile-Health-Dienste Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen in Höhe von 99 Milliarden EUR bewirken. Und mit der Zustimmung des Europäischen Parlaments zum Legislativpaket „Vernetzter Kontinent“ in der vergangenen Woche haben wir den Weg für innovative Dienste in der EU wieder ein Stück weiter geebnet.

Wo besteht Handlungsbedarf?

Geklärt werden müssen zum Beispiel Fragen der Sicherheit von mHealth-Apps. Auch wegen der Nutzung der von ihnen produzierten Daten gibt es Bedenken. Weitere Probleme sind die mangelnde Interoperabilität der verfügbaren Lösungen und die unzureichenden Kenntnisse der Beteiligten über die rechtlichen Anforderungen an Lifestyle- und Gesundheits-Apps, etwa im Zusammenhang mit dem Datenschutzrecht oder mit der Frage, ob solche Apps als medizinische Geräte gelten und eine CE-Kennzeichnung brauchen. Außerdem ist es wichtig, dass wir Vertrauen zwischen den Angehörigen der Gesundheitsberufe und den Bürgern schaffen und den Menschen helfen, Mobile-Health-Dienste effektiv zu nutzen.

Welche Fragen werden in der Konsultation gestellt?

Verbraucher und Patientenverbände, Angehörige der Gesundheitsberufe, Gesundheitseinrichtungen, Behörden, App-Entwickler, Telekommunikationsanbieter, Mobilgerätehersteller, Privatpersonen und alle sonstigen Interessenten sind aufgerufen, bis zum 3. Juli 2014 auf die Konsultation zu antworten. Folgende Fragen werden zum Beispiel gestellt:

  1. Welche Sicherheits- und Leistungsanforderungen sollten an Lifestyle- und Gesundheits-Apps gestellt werden?

  2. Welche Sicherheitsvorkehrungen könnten eine sichere Verarbeitung von Gesundheitsdaten im Zusammenhang mit Mobile-Health-Diensten garantieren?

  3. Wie könnte der Unternehmergeist in Bezug auf Mobile-Health-Dienste am besten gefördert werden?

Ferner finanziert die Europäische Union Forschungsarbeiten im mHealth-Bereich. So werden Patienten mit Nierenversagen bald ihre Dialyse selbst mit ihrem Smartphone überwachen können. Es gibt auch bereits Apps für das Stressmanagement. Und in Graz (Österreich) haben Mediziner ihre internen Arbeitsabläufe mit einem neuen Mobilsystem erheblich verbessert. Mehr dazu erfahren Sie im MEMO/14/266.

Hintergrund

Mobile-Health-Dienste sind ein neues Teilgebiet der elektronischen Gesundheitsdienste (#eHealth, @EU_eHealth), in dem Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt werden, um Produkte, Dienstleistungen und Verfahren rund um die Gesundheit zu verbessern. Sie stellen eine vielversprechende Ergänzung der traditionellen Gesundheitsfürsorge dar, ohne diese aber zu ersetzen.

Schon in ihrem 2012 veröffentlichten Aktionsplan für elektronische Gesundheitsdienste 2012–2020 verwies die Kommission auf die potenziellen Vorteile von Mobile-Health-Apps wie auch die damit verbundenen potenziellen Risiken und kündigte dieses Grünbuch über Mobile-Health-Dienste an.

Dem Grünbuch liegt ein Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen bei, mit dem die Beteiligten auf geltendes EU-Recht aufmerksam gemacht werden sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Datenschutz, die Vorschriften über Medizinprodukte (um festzustellen, ob die betreffenden Apps darunter fallen) und die Verbraucherschutzrichtlinien.

Beiträge können bis zum 3. Juli 2014 hier oder per E-Mail eingereicht oder per Post an folgende Adresse geschickt werden:

Europäische Kommission, GD Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien

Referat H.1 – Gesundheit und Wohlergehen

Avenue de Beaulieu/Beaulieulaan 31, 1049 Bruxelles/Brussel – Belgien

Die Kommission wird im vierten Quartal 2014 eine Zusammenfassung der eingegangenen Stellungnahmen veröffentlichen. Mögliche Politikmaßnahmen können dann voraussichtlich im Jahr 2015 folgen.

Nützliche Links

Grünbuch über Mobile-Health-Dienste

Antworten Sie auf die Konsultation

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zum bestehenden EU-Rechtsrahmen für Lifestyle- und Gesundheits-Apps

Elektronische Gesundheitsdienste in der Digitalen Agenda

MEMO/14/266 – Was Mobile-Health-Dienste für Sie tun können

Vizepräsidentin Neelie Kroes

EU-Kommissar Tonio Borg, zuständig für Gesundheitsfragen

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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