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Unternehmensdienstleistungen sichern die Leistungsfähigkeit der Industrie in Europa

European Commission - IP/14/393   09/04/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. April 2014

Unternehmensdienstleistungen sichern die Leistungsfähigkeit der Industrie in Europa

Die große Bedeutung von Unternehmensdienstleistungen sollte sich in der Strategie Europa 2020 angemessen niederschlagen. Dies ist die Aussage eines heute vorgelegten Berichts der hochrangigen Gruppe zu diesem Thema. Die hochrangige Gruppe „Unternehmensdienstleistungen“ wurde von Vizepräsident Tajani und Kommissar Barnier im März 2013 eingerichtet und sollte zur Festlegung einer europäischen politischen Agenda für diesen wichtigen Bereich beitragen. Unternehmensdienstleistungen sind Dienstleistungen von Unternehmen an andere Unternehmen. Typische Beispiele sind Managementberatung und juristische Dienstleistungen, Dienste im Bereich der Entwicklung, Konstruktion und technischen Wartung, Personalrekrutierung, Sicherheit und Gebäudereinigung. Als fester Bestandteil der industriellen Wertschöpfungskette sind Unternehmensdienstleistungen unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit Europas, einen starken Binnenmarkt und ein Wiedererstarken der Industrie. Die hochrangige Gruppe unter dem Vorsitz von Professor Carlo Secchi von der Bocconi-Universität sollte die bestehenden Mängel in diesem Bereich untersuchen und den politischen Entscheidungsträgern ein besseres Verständnis der aktuellen Herausforderungen ermöglichen.

Die Gruppe empfiehlt Maßnahmen unterschiedlicher Zielrichtung. Diese umfassen außer einer vorrangigen Berücksichtigung von Unternehmensdienstleistungen in der Strategie Europa 2020 die Vollendung des Binnenmarktes für Dienstleistungen, die Nutzung von Chancen im Ausland und die bedarfsorientierte Entwicklung von Fertigkeiten und technologischen Infrastrukturen für die europäischen Unternehmen. Die Empfehlungen richten sich an die Kommission, aber auch an die Mitgliedstaaten und die Industrie (zu den vollständigen Empfehlungen siehe MEMO/14/265).

Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani erklärte hierzu: „Die Unternehmensdienstleistungen in Europa bieten, insbesondere bei der Produktivität und der Übernahme von Innovationen, ein erhebliches Wachstumspotenzial, das bisher nicht ausgeschöpft wurde. Der Bericht der Gruppe hat ein Schlaglicht auf die Bedeutung von Unternehmensdienstleistungen für die europäische Wirtschaft geworfen. Es wird darin nachgewiesen, dass Unternehmensdienstleistungen hoher Qualität ein entscheidendes Glied der Wertschöpfungsketten unserer Wirtschaft und damit ein maßgeblicher Faktor der Wettbewerbsfähigkeit Europas sind. Für das Wiedererstarken unserer Industrie kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu.

Kommissar Barnier bemerkte: „Ich möchte der hochrangigen Gruppe dafür danken, dass sie uns die Bedeutung von Unternehmensdienstleistungen wieder stärker zu Bewusstsein gebracht hat. Bei der Verwirklichung des Binnenmarktes für Dienstleistungen haben wir beträchtliche Fortschritte gemacht. Diese Bemühungen müssen fortgesetzt werden. Als politische Entscheidungsträger müssen wir den europäischen Unternehmen, insbesondere den KMU, den bestmöglichen Rahmen zur Verfügung stellen, damit sie von diesem tiefgreifenden Wandel profitieren und dabei weiter zu Wachstum und Beschäftigung beitragen können.“

Globaler Markt für Unternehmensdienstleistungen gewinnt immer mehr Bedeutung

Unter den verschiedenen Branchen, die von der Dienstleistungsrichtlinie erfasst werden, sind die Unternehmensdienstleistungen die wichtigste; dies gilt sowohl aus wirtschaftlicher Sicht (Anteil am BIP, Beschäftigung, Wachstum) als auch im Hinblick auf die Auswirkungen der Dienstleistungsrichtlinie, wie in der Mitteilung zur Dienstleistungsrichtlinie vom Juni 2012 betont wird (siehe IP/12/587). Die Unternehmensdienstleistungen haben in den letzten zehn Jahren insgesamt für zusätzliche Beschäftigung gesorgt. Seit einiger Zeit stagniert jedoch die Produktivität.

Der weltweite Markt für Unternehmensdienstleistungen wird auf über 3,5 Billionen EUR geschätzt. Es wird davon ausgegangen, dass sich sein Volumen in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. In Europa machen Unternehmensdienstleistungen 11,7 % des BIP aus, und sie haben einen Anteil von 12 % an der Beschäftigung, d. h. jeder achte Arbeitnehmer ist in diesem Bereich tätig. Außerdem sind die Unternehmensdienstleistungen seit 1999 mehr als doppelt so schnell gewachsen wie der Durchschnitt aller sonstigen EU-Branchen (2,4 % jährliches Wachstum gegenüber 1,1 %). Die Zahlen zur Beschäftigung sind noch eindrucksvoller: Im Bereich der Unternehmensdienstleistungen nahm die Zahl der Arbeitsplätze jährlich um 3,5 % zu, in den übrigen Branchen der europäischen Wirtschaft dagegen nur um 0,8 %.

Die Veränderungen in der Wechselbeziehung zwischen Dienstleistern und der Industrie dürften eine der wichtigsten neuen Entwicklungen in der Unternehmenswelt sein. In gewissem Maße entspricht dies einer seit Jahren feststellbaren Tendenz, welche sich etwa darin äußert, dass Industrieunternehmen bestimmte, nicht zum Kerngeschäft gehörende Funktionen verstärkt auslagern. Dies ist ein Beispiel für die manchmal so genannte „Servitization“ der Industrie, das heißt die Inanspruchnahme von Dienstleistungen durch Industriefirmen zur Verbesserung ihrer Produkte.

Die traditionelle Unterscheidung zwischen produzierendem Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen verschwimmt immer mehr. Die Tendenzen in der Branche wurden von der hochrangigen Gruppe eingehend analysiert. Neue Technologien, insbesondere im IKT-Bereich, fördern den Wandel in der Konzeption von Waren und Dienstleistungen, ihrer Herstellung bzw. Erbringung und ihrer Vermarktung. Europa muss sich an dieses neue Paradigma rasch anpassen und die weltweiten Chancen nutzen, die Unternehmensdienstleistungen bieten.

Die Gruppe bildete fünf thematische Untergruppen (Innovation, Binnenmarkt, Fertigkeiten, Instrumente und Internationalisierung), welche konkrete, auf Fakten aus der Branche beruhende Ratschläge zu den Herausforderungen, vor denen Unternehmensdienstleister stehen, ausarbeiteten. Ihre Arbeit wird in thematischen Berichten zusammengefasst, die dem Bericht der hochrangigen Gruppe als Anhänge beigefügt sind. Mit der Vorlage des heutigen Berichts endet das Mandat der Gruppe.

Näheres unter:

Hochrangige Gruppe „Unternehmensdienstleistungen“

Mitteilung zur Industriepolitik 2014 – Wettbewerbsfähigkeit der Industrie – Unternehmen und Industrie

Die Binnenmarktakte

Reform des Vergabewesens

Kontakt:

Chantal Hughes (+32 229-64450)

Simon O'Connor (+32 229-67359)

Carlo Corazza (+32 229-51752)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


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