Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 8. April 2014

EU-Kommissar Piebalgs ruft die Mitgliedstaaten zur Aufstockung der Entwicklungshilfe auf

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) waren die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten 2013 weiterhin der weltgrößte Geber von Entwicklungshilfe - sie stellten mehr als die Hälfte der weltweiten öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) bereit. Heute veröffentlichte Zahlen zeigen, dass sich die kollektive ODA der EU (d.h. EU-Organe und Mitgliedstaaten zusammengenommen) 2013 auf 56,5 Mrd. EUR - gegenüber 55,3 Mrd. EUR im Jahr 2012 - wieder erhöhte, nachdem sie zwei Jahre hintereinander gesunken war. Die kollektive ODA der EU lag wie im Vorjahr bei 0,43 % des EU-Bruttonationaleinkommens.

Im Jahr 2005 verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten, ihre ODA bis 2015 auf 0,7 % des EU-BNE aufzustocken. Im Juni 2013 bestätigte der Europäische Rat, dass die Erfüllung dieser Zusage nach wie vor eine Hauptpriorität der Mitgliedstaaten darstellt und zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen beitragen soll.

Zehn Mitgliedstaaten haben ihre ODA bzw. ihren BNE-Anteil erhöht, bei acht weiteren blieb sie/er konstant. Dagegen war bei zehn Mitgliedstaaten ein Rückgang zu verzeichnen (siehe Liste der Länder in der MEMO, S. 5). Das Vereinigte Königreich erreicht 0,72 % und lag damit erstmals über dem Zielwert von 0,7 %.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Ich freue mich darüber, dass der jüngste Abwärtstrend bei der ODA anscheinend umgekehrt wurde und wir wieder eine steigende Tendenz beobachten können. Für die EU ist es zwar noch ein weiter Weg bis zur Erreichung ihres kollektiven Ziels, doch - wie die Maßnahmen einiger Mitgliedstaaten zeigen - können wir trotz der schwierigen Haushaltslage unsere Zusage einhalten, sofern der politische Wille dazu vorhanden ist. Ich freue mich besonders darüber, dass das Vereinigte Königreich seine Hilfe so deutlich aufgestockt hat. Ich rufe alle Mitgliedstaaten auf, auf der letzten Zielgerade vor 2015 ihre Bemühungen noch zu verstärken.“

Das Gesamtergebnis der Mitgliedstaaten war gemischt:

Insgesamt 16 Mitgliedstaaten erhöhten ihre ODA nominal um 3,91 Mrd. EUR, während in den übrigen 12 Mitgliedstaaten die ODA um insgesamt 1,22 Mrd. EUR zurückging.

Vier Mitgliedstaaten, zu denen erstmals auch das Vereinigte Königreich zählte, wiesen einen ODA/BNE-Anteil von mehr als 0,7 % auf (Dänemark, Luxemburg, Schweden und UK). Dänemark hat sich einen Wert von 1 % des BNE zum Ziel gesetzt, den Luxemburg und Schweden bereits im Jahr 2013 erreichten.

Die Verwirklichung des Ziels von 0,7 % des BNE der gesamten EU bis 2015 würde sehr große Anstrengungen der meisten Mitgliedstaaten erfordern.

Hintergrund

2005 verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten, ihre öffentliche Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 % des BNE zu erhöhen. Für 2010 legten sie ein Zwischenziel von 0,56 % fest. Kein anderer wichtiger Geber hat eine Erhöhung seiner Hilfe in dieser Größenordnung zugesagt.

Von 2002 bis 2010 war bei der ODA der EU trotz einiger Schwankungen insgesamt eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Nach einem Rückgang in den Jahren 2011 und 2012 hat sich der positive Trend im Jahr 2013 fortgesetzt.

Der Zusage der EU liegen individuelle Zielvorgaben von 0,7 % OAD/BNE für die 15 Länder, die bereits vor 2004 Mitglied der EU waren, und von 0,33 % für die danach beigetretenen Mitgliedstaaten zugrunde. Die Länder, die die Quote von 0,7 % des BNE oder mehr bereits erreicht haben, haben zugesagt, ihre Bemühungen fortzusetzen. Die heute veröffentlichen Daten stützen sich auf vorläufige Informationen, die die EU-Mitgliedstaaten der OECD und der Europäischen Kommission übermittelt haben.

Die kollektive ODA der EU umfasst alle ODA-Ausgaben der 28 Mitgliedstaaten und die ODA der EU-Organe, die nicht einzelnen Mitgliedstaaten zugerechnet wird (d. h. Eigenmittel der Europäischen Investitionsbank).

Weitere Informationen:

MEMO/14/263: Veröffentlichung vorläufiger Daten über die öffentliche Entwicklungshilfe

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Website des EU-Kommissars für Entwicklung Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Kontakt:

Alexandre Polack (+32 2 299 06 77)

Maria Sanchez Aponte (+32 2 298 10 35)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct - Tel.: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail


Side Bar