Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. April 2014

Jugendgarantie: Konferenz zur Umsetzung in die Praxis

Die Europäische Kommission veranstaltet am 8. April in Brüssel eine Konferenz zur Jugendgarantie. Es soll erörtert werden, inwieweit die Jugendgarantie bereits Fortschritte bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit bewirkt hat und wie die EU-Mitgliedstaaten die Garantie umsetzen. Die Konferenz mit dem Titel „Youth Guarantee: Making it Happen“ wird vom Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso eröffnet. Auf der Rednerliste stehen unter anderem László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sowie der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Guy Ryder.

Im Vorfeld der Konferenz erklärte Präsident Barroso: „Da die Jugendarbeitslosigkeit in der gesamten EU unannehmbar hoch ist, müssen wir dringend etwas tun, um die jungen Menschen in Arbeit zu bringen. Jugendgarantien haben sich bereits in mehreren Mitgliedstaaten bewährt, weshalb die Europäische Kommission die Umsetzung solcher Garantien in der gesamten EU empfohlen hat. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, stellt die Kommission Fördermittel in Höhe von mindestens 6 Mrd. EUR bereit, die die Mitgliedstaaten nun sinnvoll einsetzen müssen. Die Politik hat sich auf höchster Ebene dazu verpflichtet, die jungen Menschen aktiv zu unterstützen, um ihnen Hoffnung für die Zukunft zu geben."

Kommissar Andor ergänzte: „Die Jugendgarantie ist alles andere als eine Routineangelegenheit, sondern eine ehrgeizige, innovative Strategie für Jugendbeschäftigung, die auf ein klares Ziel ausgerichtet ist: Jeder junge Mensch soll innerhalb von vier Monaten eine gutes Arbeits- oder Fortbildungsangebot erhalten. Dies erfordert Investitionen und viele strukturelle Veränderungen bei den Mechanismen, die junge Menschen beim Übergang von der Schule zum Arbeitsleben unterstützen sollen. Natürlich werden sich ihre Beschäftigungsaussichten nicht schlagartig verbessern. Aber wir erwarten, dass alle Mitgliedstaaten die Jugendgarantie schnellstens umsetzen, damit alle Betroffenen eine reelle Chance erhalten.“

Auf der Konferenz werden die bereits umgesetzten und die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Durchführung der Jugendgarantie erörtert und Beispiele bewährter Praxis ermittelt. Vor allem sollen die Herausforderungen unter die Lupe genommen werden, denen die Länder mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit gegenüberstehen, und es wird untersucht, wie die EU-Mittel am besten zur Unterstützung der Jugendgarantie eingesetzt werden können. Vertreter der ILO, der OECD und Australiens (für den derzeitigen G20-Vorsitz) werden eine globale Perspektive in die Diskussion über die Jugendarbeitslosigkeit einbringen und aufzeigen, wie die europäische Jugendgarantie im Vergleich zu Jugendbeschäftigungsmaßnahmen anderer großer Volkswirtschaften einzuordnen ist. Auch die Sozialpartner werden sich aktiv beteiligen und sich insbesondere mit der Frage befassen, welche systemischen Änderungen notwendig sind, um die Qualifikationen besser mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen. Die Einbindung des Privatsektors ist ebenfalls von großer Bedeutung, weshalb auf der Konferenz erörtert werden wird, welche konkrete Beiträge die an der Europäischen Ausbildungsallianz beteiligten Unternehmen leisten können, um das Ausbildungsplatzangebot zu verbessern und die Berufsbildungssysteme weiterzuentwickeln.

Das vollständige Programm ist auf der Konferenzseite verfügbar; von dort aus kann die Veranstaltung außerdem per Webstream verfolgt werden.

Hintergrund

In Europa suchen 5,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren eine Arbeitsstelle. Damit ist die Jugendarbeitslosigkeit nach wie vor eines der größten Probleme, mit denen Europa zu kämpfen hat. Die Kommission hat deshalb Abhilfemaßnahmen ausgearbeitet, namentlich die im Dezember 2012 vorgeschlagene und im April 2013 vom Ministerrat angenommene Jugendgarantie.

Die Jugendgarantie ist eine der wichtigsten und dringlichsten Strukturreformen, die die Mitgliedstaaten umsetzen müssen, um Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu erleichtern.

Sie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten allen jungen Menschen bis 25 Jahre binnen vier Monaten, nachdem sie arbeitslos geworden sind oder die Schule verlassen haben, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder einen hochwertigen Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz anbieten müssen. Dahinter steckt eine einfache Logik: Die Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass junge Menschen eine individuelle Beratung erhalten, durch die sie entweder einen Arbeitsplatz finden, der zu ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen passt, oder die es ihnen ermöglicht, die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsaussichten zu erwerben.

Die Kommission fordert dringend alle Mitgliedstaaten auf, eine Jugendgarantie einzuführen, und stellt hierfür Finanzmittel aus dem Europäischen Sozialfonds mit einem Etat von über 80 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 sowie aus der Beschäftigungsinitiative für Jugendliche mit einem Volumen von 6,4 Mrd. EUR (Vorfinanzierung für die Jahre 2014 und 2015; jeweilige Preise) bereit.

Ergänzt wird die Jugendgarantie durch einen Qualitätsrahmen für Praktika, den der Ministerrat der EU am 10. März angenommen hat (siehe IP/14/236) und der den jungen Menschen den Erwerb hochwertiger Arbeitserfahrung unter sicheren Bedingungen ermöglichen soll, sowie durch die Europäische Ausbildungsallianz, die die Kommission im Juli 2013 ins Leben gerufen hat, um die Qualität der Berufsausbildung EU-weit zu verbessern (siehe IP/13/634).

Weitere Informationen

Seite zur Veranstaltung auf der Website der GD Beschäftigung und Soziales

Jugendarbeitslosigkeit

Qualitätsrahmen für Praktika

László Andors Website

László Andor auf Twitter

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration.

Kontakt:

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 229-53070)

Sarah Collins (+32 229-68076)

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct, Tel. 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


Side Bar