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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 2. April 2014

Vermeidung kostspieliger Zusammenstöße im Weltraum: Europäisches Parlament billigt das Programm zur Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum

Unser Planet wird von immer mehr Satelliten und immer mehr Weltraummüll umkreist, so dass die Kollisionsgefahr zu einer ernsten Bedrohung für den nachhaltigen Betrieb der EU-Weltrauminfrastrukturen wird. Die Europäische Kommission hat heute erfreut zur Kenntnis genommen, dass das Europäische Parlament für einen Vorschlag zur Schaffung eines europäischen Rahmens für die Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum gestimmt hat. Es handelt sich um einen Warndienst, der das Risiko von Zusammenstößen zwischen verschiedenen Raumfahrzeugen oder zwischen Raumfahrzeugen und Weltraummüll sowie Gefahren durch den unkontrollierten Wiedereintritt nicht betriebsfähiger Raumfahrzeuge oder großer Trümmer in die Erdatmosphäre verringern soll. Nach dem Vorschlag sollen die Mitgliedstaaten mit entsprechenden Möglichkeiten zur Weltraumüberwachung zur Zusammenarbeit und zur Zusammenlegung ihrer Mittel ermutigt werden, damit die EU über Dienste zur Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum verfügt.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum (Twitter: @Antonio Tajani), erklärte hierzu: „Der Vorschlag zur Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum sieht eine Zusammenfassung der Ressourcen vor, um unsere Investitionen in Weltrauminfrastrukturen vor Beschädigung zu schützen. Durch die Vermeidung von Zusammenstößen im Raum könnten wir bis zu 210 Mio. EUR pro Jahr sparen und würden ein ernsthaftes Risiko ausschalten, das die erwarteten wirtschaftlichen Gewinne aus dem Raumfahrtprogramm der EU bedroht. Ich begrüße daher die Zustimmung des Parlaments zum Vorschlag der Kommission und hoffe, dass er vom Rat rasch verabschiedet wird.“

Weitere Informationen unter:

Link zum Vorschlag auf der Website „Europa“

Raumfahrtpolitik auf dem Server Europa

Video über Weltraummüll: http://ec.europa.eu/enterprise/newsroom/cf/itemdetail.cfm?item_id=6063

IP/13/172: Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Raumfahrtindustrie erhalten und Satellitenkollisionen vermeiden

MEMO/13/149: Vermeidung von Schäden durch Weltraummüll – Vorschlag zur Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum

Das von der Kommission vorgeschlagene Programm sieht vor, das die EU-Mitgliedstaaten, die zur Beobachtung von Satelliten und Weltraummüll geeignete Radare und Teleskope oder relevante Datenzentren besitzen, bei der Bündelung ihrer Kapazitäten unterstützt werden. Auf diese Weise könnte dann erstmals ein europäischer Dienst für die Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum angeboten werden.

Nächste Schritte

Der Vorschlag wird nunmehr dem Rat zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.

Hintergrund

Es befinden sich rund 16 000 Gegenstände, die größer als 10 cm sind, und zwischen 300 000 und 600 000 mit einer Größe von mehr als 1 cm in einer Umlaufbahn um die Erde. Trifft ein Objekt von mehr als 1 cm Größe einen Satelliten, werden zumindest Untersysteme oder Instrumente an Bord beschädigt oder zerstört; ein Zusammenstoß mit einem Gegenstand von mehr als 10 cm Größe führt zur Zerstörung des gesamten Satelliten. Außerdem besteht ein Risiko für die Infrastrukturen am Boden und für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, wenn inaktive Satelliten oder abgestoßene Raketenstufen wieder in die Erdatmosphäre eintreten.

Den vorsichtigsten Schätzungen zufolge belaufen sich die potenziellen wirtschaftlichen Verluste von europäischen Satellitenbetreibern durch Zusammenstöße oder teure und risikobehaftete Manöver, um ihre Satelliten von einem Kollisionskurs abzubringen, auf 210 Mio. EUR pro Jahr. Die wirtschaftlichen Verluste am Boden, die daraus resultieren, dass Anwendungen und Dienste gestört werden, weil durch den Verlust oder die Beschädigung von Satelliten wichtige Daten nicht übertragen werden, können nicht quantifiziert werden, doch liegen sie wohl deutlich höher.

Zur Minderung der Gefahr von Kollisionen und unkontrollierten Wiedereintritten ist es erforderlich, Satelliten und Weltraummüll zu überwachen, so dass die Satellitenbetreiber und Behörden rechtzeitig gewarnt werden können.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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