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Umweltschutz: Kommission verklagt Griechenland, weil es eine bedrohte Tierart nicht schützt

European Commission - IP/14/324   28/03/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 28. März 2014

Umweltschutz: Kommission verklagt Griechenland, weil es eine bedrohte Tierart nicht schützt

Die Europäische Kommission verklagt Griechenland vor dem Gerichtshof, weil es gefährdete Meeresschildkröten nicht ausreichend schützt. In diesem Fall geht es um Bauvorhaben in der Bucht von Kyparissia im Westen der Peloponnes. Dort befindet sich einer der wichtigsten Niststrände der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer, ein Gebiet, das durch EU-Rechtsvorschriften geschützt ist. In dem Gebiet werden zahlreiche Erschließungs- und Bauarbeiten toleriert und Baugenehmigungen erteilt, und diese Projekte haben nachteilige Auswirkungen auf die gefährdeten Schildkröten. Auf Empfehlung des EU-Umweltkommissars Janez Potočnik verweist die Kommission den Fall nun an den Gerichtshof der Europäischen Union.

Nach EU-Recht müssen die Mitgliedstaaten eine wirksame und strenge Regelung für den Schutz von Arten wie der Meeresschildkröte Caretta caretta, die weltweit vom Aussterben bedroht ist, festlegen und durchführen. Dabei müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die betreffenden Arten während der Brutzeit nicht gestört werden, und jede Tätigkeit begrenzen, die die Nistplätze der Tiere beeinträchtigen könnte. Die Bucht von Kyparissia ist im Rahmen von Natura 2000, einem gemäß der Habitat-Richtlinie von 1992 errichteten EU-weiten Netz von Naturschutzgebieten, geschützt. Mit den Natura-Rechtsvorschriften soll der langfristige Fortbestand der am meisten gefährdeten Arten und Lebensräume in Europa sichergestellt werden.

Die Kommission äußerte ihre Besorgnis erstmals in einem Aufforderungsschreiben an die griechische Regierung im Oktober 2011 und wiederholte sie ein Jahr darauf in einer mit Gründen versehenen Stellungnahme. Griechenland räumte ein, dass Maßnahmen notwendig sind, und erstellte ein Aktionsprogramm mit Zeitplan für seine Umsetzung. Fast zwei Jahre nach Ausarbeitung des Programms gibt es aber noch kaum Fortschritte. Die Kommission hat erfahren, dass Bauvorhaben fortgesetzt werden und die nach EU-Recht geschützten Lebensräume der Schildkröten darunter leiden. Da die Nistsaison 2014 bald beginnt, wurde nun beschlossen, Griechenland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen.

Hintergrund

Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) sind überwiegend Fleischfresser und werden bis zu einen Meter lang und bis zu 170 kg schwer. Es wird angenommen, dass 80 % der im Mittelmeerraum nistenden Unechten Karettschildkröten ihre Nester an den Küsten des Ionischen Meeres haben, hauptsächlich auf der Insel Zakynthos an sechs Stränden von insgesamt nur 5 km Länge und in der Bucht von Kyparissia. Jedes Jahr gibt es zwischen 800 und 2000 Gelege. Die Unechte Karettschildkröte ist als bedrohte Art eingestuft, d. h. es besteht ein „sehr hohes Risiko, dass die Art in freier Wildbahn in naher Zukunft ausstirbt“. Die Tiere legen enorme Strecken im Meer zurück, bevor sie in ihre Nistgebiete zurückkehren. Die Weibchen legen pro Brutsaison zwei- bis fünfmal Eier in Gelege und kehren alle zwei Jahre zur Eiablage zurück.

Nähere Informationen:

Über die EU-Naturschutzpolitik:

http://ec.europa.eu/environment/nature/natura2000/index_en.htm

Über Caretta caretta:

http://www.iucnredlist.org/details/summary/3897/0

(Hinweis: Die Europäische Kommission haftet nicht für die Inhalte auf externen Internetseiten.)

Siehe auch:

Zu den Vertragsverletzungsverfahren im März siehe MEMO/14/241

Zu den allgemeinen Vertragsverletzungsverfahren siehe MEMO/12/12

Informationen über Vertragsverletzungsverfahren:
http://ec.europa.eu/eu_law/infringements/infringements_de.htm

Aktuelle Statistiken über Vertragsverletzungen im Allgemeinen:

http://ec.europa.eu/eu_law/infringements/infringements_de.htm

Kontakt:

Für die Presse:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Andreja Skerl (+32 22-951445)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail


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