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In der EU entscheidet der Wohnort über Qualität und Preis von Breitbandanschlüssen

European Commission - IP/14/314   25/03/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 25. März 2014

In der EU entscheidet der Wohnort über Qualität und Preis von Breitbandanschlüssen

#ConnectedContinent, #broadband

Preis, Geschwindigkeit und Angebotsvielfalt bei Breitbandanschlüssen sind für die 400 Millionen Internetnutzer in Europa stark vom Wohnort abhängig. Wie aus vier heute veröffentlichten Studien hervorgeht, gibt es auf dem Markt der Breitbandanschlüsse in der EU praktisch keine Logik oder Kohärenz. Für weitere Verwirrung sorgen auch die unterschiedlichen Angaben der Betreiber, die es den Verbrauchern erschweren, das für sie beste Angebot auszuwählen.

  • Die Preise für die gängigsten Breitbandanschlüsse können – auch nach Einberechnung der jeweiligen Kaufkraft – teilweise bis zu viermal so hoch sein wie in anderen Mitgliedstaaten.

  • 66 % der Menschen wissen nicht, welche Internetgeschwindigkeit in ihrem Vertrag vereinbart ist.

  • Durchschnittlich werden den Verbrauchern nur 75 % der vertraglich zugesicherten Breitbandgeschwindigkeit bereitgestellt.

Während die EU mit mehreren Reformwellen des Telekommunikationssektors dazu beigetragen hat, die Art und Weise zu verändern, wie Telekommunikationsdienste in der EU bereitgestellt werden, ist der Sektor immer noch weitgehend in 28 nationale Märkte unterteilt. Sowohl die Kunden als auch die Betreiber sind mit unterschiedlichen Preisen und Vorschriften konfrontiert. Das Europäische Parlament wird nächste Woche über die Pläne der Kommission zur Errichtung eines vernetzten Kontinents (#ConnectedContinent) abstimmen, der durch mehr Transparenz und Rechte sowie bessere Dienstleistungen für die Verbraucher zur Lösung dieser Probleme beitragen soll.

Erhebliche Preisunterschiede bei Breitbandanschlüssen #broadband

  • Die 35-jährige Karolina zieht von Litauen nach Polen. An ihrem neuen Wohnort muss sie für einen vergleichbaren Breitbandanschluss mindestens doppelt so viel bezahlen. Es könnten aber auch bis zu 14-mal so viel sein.

  • Carlos zieht aus Frankreich zurück in seine Heimatstadt in Spanien. Er wird die Angebote sorgfältig vergleichen müssen, denn die Preise für Breitbandanschlüsse können in Spanien um bis zu 50 % über dem liegen, was er derzeit bezahlt.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission (@NeelieKroesEU), erklärte dazu: „Wir haben keinen Binnenmarkt für das Internet, und das muss sich ändern. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum die Menschen in einem Land für den gleichen Breitbandanschluss mehr als viermal so viel bezahlen sollen wie in einem anderen Land.“

Die heute vorgestellte neue Studie zeigt, dass bei den von den meisten Europäern abonnierten festen Breitbandanschlüssen in der Kategorie 12 bis 30 Megabit pro Sekunde (Mbps) Preisunterschiede von bis zu 400 % zwischen den EU-Ländern bestehen. Die Preise reichen je nach Land von 10 bis 46 EUR pro Monat und können sich auf bis zu 140 EUR monatlich belaufen.

Preisunterschiede: Die billigsten Breitbandangebote gibt es in Litauen (ab 10,30 EUR), Rumänien (ab 11,20 EUR) und Lettland (ab 14,60 EUR); in anderen Ländern liegen die billigsten Angebote bei stolzen 46,20 € (Zypern), 38,70 € (Spanien) oder 31,40 € (Irland). Die größten Preisspannen innerhalb eines Landes gibt es in Polen mit Angeboten von 20 EUR bis 140 EUR und Kroatien mit 30 EUR bis 121 EUR.

Quelle: Kommissionsdienststellen, auf der Grundlage einer Studie von Van Dijk. Die Preise beziehen sich auf Februar 2013 und sind kaufkraftbereinigt in Euro pro Monat einschließlich Mehrwertsteuer angegeben.

Manche Unterschiede zwischen den Märkten lassen sich durch unterschiedliche Kosten- und Einkommensstrukturen erklären, doch die gegenwärtigen Verzerrungen sind zu einem großen Teil auf die anhaltende Zersplitterung des Marktes zurückzuführen. Das Paket „Vernetzter Kontinent“ (#ConnectedContinent) wird dazu beitragen, diese Preisunterschiede abzubauen, da die Verbraucher mehr Einfluss erhalten und im gesamten Binnenmarkt ein investitionsfreundlicheres Klima geschaffen wird, so dass leistungsfähige Betreiber ihre Dienstleistungen auch an Verbraucher in anderen Ländern verkaufen können.

Was man als Breitbandnutzer tatsächlich bekommt

  • Anna ist aus ihrem Elternhaus ausgezogen und braucht nun einen Internetanschluss. Sie sucht nach Angeboten, tut sich jedoch schwer, die Optionen zu vergleichen. Als sie sich schließlich entscheidet, ist die Verbindung häufig langsamer als erwartet.

  • Thomas ließ sich durch das in seiner Region beworbene Angebot einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 30 Mbps überzeugen. Er unterschrieb einen Vertrag für ein Jahr, die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit liegt jedoch nicht bei 30, sondern nur bei 22 Mbps.

In einer anderen, von Sam Knows durchgeführten Studie (@SamKnows) wurden mehr als 7 Milliarden Internetverbindungen von beinahe 10 000 Freiwilligen gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit teilweise bei gerade einmal 64 % der angekündigten Geschwindigkeit lag.

Art der Verbindung

erreichte Geschwindigkeit in % der angegebenen Geschwindig-keit

Kabel

89,5 %

Glasfaser (FTTx)

82,7 %

Kupfer (xDSL)

63,8 %

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission (@NeelieKroesEU), sagte dazu: „Obwohl die Netzinfrastruktur verbessert wurde, ist die Differenz zwischen der angegebenen und der tatsächlich erreichten Geschwindigkeit noch genauso groß wie 2012. Dies zeigt einmal mehr, dass die Verbraucherrechte gestärkt und harmonisiert werden müssen, wie wir es in unserem Paket Connected Continent vorgeschlagen haben.

Es ist auch an der Zeit, dass die Unternehmen zusammenarbeiten, um ihre Produkte besser zu vermarkten und zu erläutern. Das erhoffe ich mir als Reaktion auf diese Ergebnisse.“

Die vorgeschlagenen Reformen zum vernetzten Kontinent (#ConnectedContinent) werden neue Rechte mit sich bringen, wie das Recht auf klar formulierte Verträge mit besserer Vergleichbarkeit der Informationen. Vor allem müssen die Betreiber korrekte Angaben zur tatsächlich verfügbaren Datenübertragungsgeschwindigkeit machen. Den Verbrauchern wird es leichter gemacht werden, den Anbieter oder den Vertrag zu wechseln. Zudem werden sie das Recht erhalten, von einem Vertrag zurückzutreten, wenn die zugesagte Internetgeschwindigkeit nicht bereitgestellt wird, und nach einem Wechsel des Internetproviders E-Mails an eine neue E-Mail-Adresse weitergeleitet zu bekommen.

Freiwillige gesucht! Die Studie von Sam Knows (@SamKnows) wird bis Ende 2014 laufen, weshalb eine weitere jährliche Messung geplant ist. Die europäischen Verbraucher können die Leistung ihres jeweiligen Internetanbieters messen, wenn sie sich einer Freiwilligengemeinschaft anschließen, in der alle 28 Länder der EU plus Island und Norwegen vertreten sind. Ausgewählte Verbraucher erhalten ein kleines Gerät, das sie mit ihrem privaten Internetanschluss verbinden. Über dieses Gerät wird eine Reihe automatisierter Tests durchgeführt, wenn die Verbindung nicht genutzt wird. Es erfasst Geschwindigkeit und Leistung des Breitbandanschlusses.

Hintergrundinformationen zu den vier Studien

  1. BIAC-Studie

Die Europäische Kommission veröffentlicht eine Vergleichsstudie 2013 zu den Breitband- Internetzugangskosten (BIAC), die in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in Kanada, Island, Japan, Südkorea, Liechtenstein, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Norwegen, Kalifornien, Colorado, dem Bundesstaat New York, der Schweiz und der Türkei durchgeführt wurde. Sie beruht im Wesentlichen auf Informationen, die im Zeitraum vom 1. bis 15. Februar 2013 erfasst wurden. Untersucht wurden die Angebote von Internetanbietern. Gegebenenfalls wurden die Angaben für diesen Zeitraum auch mit ähnlichen Daten vom Februar 2011 und Februar 2012 verglichen.

  1. Studie von Sam Knows (@SamKnows)

In dieser von Sam Knows für die Europäische Kommission durchgeführten Studie (@SamKnows) wird der Unterschied zwischen der bezahlten und der tatsächlich bereitgestellten Internetgeschwindigkeit gemessen. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Leistung zu Spitzenzeiten, d. h. an Wochentagen zwischen 19.00 und 23.00 Uhr. Dies ist die zweite Studie von Sam Knows (@SamKnows), eine dritte ist für 2014 geplant.

Die Studie beruht auf einer hardwaregestützten Methode und bietet äußerst genaue und unabhängige Ergebnisse für die Internetleistung, unabhängig von der Zugangstechnologie und den technischen Einrichtungen in den jeweiligen Haushalten. Die Methode wurde auch von den nationalen Regulierungsbehörden in den USA, Großbritannien, Brasilien und Singapur eingesetzt.

Im Rahmen von 63 666 843 Einzelprüfungen wurden insgesamt 7 184 604 603 Messungen an 9467 Geräten in 30 Ländern vorgenommen.

Der zweite Bericht wurde unabhängig von den Internetanbietern erstellt, diese sind jedoch dazu aufgerufen, am dritten Bericht mitzuwirken.

  1. Eurobarometer-Umfrage

Durch die Eurobarometer-Umfrage wurde im Februar 2014 ermittelt, wie die Nutzer die Telekommunikationsdienste in allen EU-Mitgliedstaaten einschätzen.

  1. COCOM-Bericht

Die Kommission veröffentlicht im Rahmen des Kommunikationsausschusses (COCOM) erhobene Daten über die Zahl der Breitbandanschlüsse in den Mitgliedstaaten. Der Bericht beruht auf Daten, die von den zuständigen Ministerien und Regulierungsbehörden gemeldet wurden, sowie auf anderen von der Kommission veröffentlichten Breitband-Statistiken (Daten über die Breitbandversorgung, Endkunden- und Vorleistungspreise und staatliche Beihilfen für den Breitbandausbau).

Nützliche Links

BIAC-Studie

Link zur Studie von Sam Knows

Eurobarometer-Umfrage

Breitbandanschlüsse in der EU - Juli 2013

WEBSITE: Connected Continent: Telekommunikationsbinnenmarkt für Wachstum und Beschäftigung

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu Tel.: +32 229-57361 Twitter: @RyanHeathEU

Annex: Actual download speeds compared to those advertised in the USA and Europe

Source: SamKnows study


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