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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 24. März 2014

E-Gesundheit in der EU: wie ist die Diagnose?

„Infolge der alternden Bevölkerung steht Europa vor Engpässen im Gesundheitswesen. Durch den bestmöglichen Einsatz digitaler Technik können wir Kosten senken, den Patienten mehr Kontrolle geben, die Gesundheitsfürsorge effizienter machen und den europäischen Bürgerinnen und Bürgern länger eine aktive Teilhabe in der Gesellschaft ermöglichen. Wir müssen den Finger am Puls der Zeit haben!“ – Neelie Kroes.

Was ist die Diagnose?

Zwei in Europa unter Akutkrankenhäusern (d. h. Krankenhäusern mit kurzfristiger ärztlicher und chirurgischer Behandlung) und praktischen Ärzten durchgeführte Umfragen haben eine zunehmende Nutzung elektronischer Gesundheitsdienste ergeben. 60 % der praktischen Ärzte nutzten demnach im Jahr 2013 elektronische Gesundheitsdienste, gegenüber 50 % im Jahr 2007. Es muss jedoch noch viel mehr getan werden.

Hauptergebnisse der Umfragen:

Spitzenreiter bei der Einführung elektronischer Gesundheitsdienste (#eHealth uptake) in Krankenhäusern sind Dänemark (66 %), Estland (63 %), Schweden und Finnland (jeweils 62 %). Die vollständigen Länderprofile finden Sie hier.

Elektronische Gesundheitsdienste werden noch immer vor allem für die traditionelle Aufzeichnung und Berichterstattung verwendet und weniger zu Behandlungszwecken wie etwa für Online-Sprechstunden (nur jeder zehnte praktische Arzt führt Online-Sprechstunden durch).

Bei der Digitalisierung der Patientenakten stehen die Niederlande mit einem Digitalisierungsanteil von 83,2 % an der Spitze, gefolgt von Dänemark (80,6 %) und dem Vereinigten Königreich (80,5 %).

Dennoch erlauben nur 9 % der Krankenhäuser in Europa den Online-Zugriff der Patienten auf ihre eigene Gesundheitsakte; zudem ist der Zugang meist nur beschränkt möglich.

Bei der Übernahme elektronischer Gesundheitsdienste stoßen Krankenhäuser und praktische Ärzte auf viele Hindernisse, von mangelnder Interoperabilität bis zu einem fehlenden Rechtsrahmen und knappen Mitteln.

Die Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes (@NeelieKroesEU) bemerkte zu den Umfragen:

„Wir brauchen schnell eine andere Mentalität im Gesundheitswesen. Wenn sechs von zehn praktischen Ärzten elektronische Gesundheitsdienste nutzen, zeigt das, dass die Ärzte die Symptome erkannt haben, aber was wir brauchen ist ein Wundermittel! Nur 9 % der Krankenhäuser erlauben Patienten den Online-Zugriff auf ihre eigenen digitalen Unterlagen? Das muss sich ändern! Ich möchte, dass sich Regierungen, High-Tech-Innovatoren, Versicherungen, Pharmaunternehmen und die Krankenhäuser zusammentun, um ein innovatives und kostengünstiges Gesundheitsfürsorgesystem aufzubauen, das dem Patienten mehr Kontrolle und Transparenz bietet.“

Der für Gesundheitsfragen zuständige EU-Kommissar, Tonio Borg, fügte hinzu: „E-Gesundheitslösungen können die Behandlung und Pflege der Patienten verbessern und die Gesundheitssysteme effizienter machen. Die Umfragen zeigen, dass einige Mitgliedstaaten eine unangefochtene Spitzenposition einnehmen, wenn es um elektronische Verschreibungen und elektronische Akten zum Vorteil der Patienten geht. Diese Länder können als Inspirationsquelle für die anderen dienen. Ich zähle darauf, dass alle Mitgliedstaaten das Potenzial der E-Gesundheitslösungen ausschöpfen und in dieser Hinsicht mit unserem EU-Gesundheitstelematiknetz zusammenarbeiten werden.

Warum das lange Zögern?

Als Gründe, warum praktische Ärzte keine elektronischen Gesundheitsdienste nutzen, werden genannt: keine Vergütung (79 %), fehlende IT-Kenntnisse (72 %), mangelnde Interoperabilität der Systeme (73 %) und mangelnde rechtliche Rahmenbedingungen in Bezug auf die Vertraulichkeit und den Schutz der Privatsphäre beim E-Mail-Verkehr zwischen Arzt und Patient (71 %).

Hintergrund

In den Studien wurde ermittelt, in welchem Maße digitale Hilfsmittel und Dienste im Gesundheitswesen eingesetzt werden: Möglichkeit des Zugriffs auf elektronische Gesundheitsakten und deren Nutzung, Telemedizin, Informationsaustausch zwischen Ärzten und Fachkräften usw. Bei einem umfassenden Einsatz solcher Dienste erhalten Patienten mehr Informationen, werden stärker an ihrer eigenen medizinischen Versorgung beteiligt und bekommen einen besseren Zugang zu Gesundheitsberatung und ärztlicher Behandlung. Außerdem können diese Dienste die nationalen Gesundheitssysteme effizienter machen.

Elektronische Gesundheitsdienste sind beispielsweise a) die elektronische Patientenakte (EPA), b) der Informationsaustausch im Gesundheitswesen, c) Telemedizin und d) die persönliche Gesundheitsakte.

Informationsaustausch im Gesundheitswesen

In der EU tauschen 48 % der Krankenhäuser medizinische Informationen auf elektronischem Weg mit externen praktischen Ärzten aus und 70 % der Krankenhäuser mit externen Leistungserbringern. An der Spitze stehen dabei Dänemark, Estland, Luxemburg, die Niederlande und Schweden (100 % der dortigen Akutkrankenhäuser beteiligen sich in der einen oder anderen Weise am Austausch von Gesundheitsinformationen).

Praktische Ärzte nutzen die Möglichkeiten der elektronischen Verschreibung und des E-Mail-Verkehrs zwischen Arzt und Patient dagegen weniger (32 % bzw. 35 %). Spitzenreiter bei den elektronischen Verschreibungen (ePrescription) sind Estland (100 %), Kroatien (99%) und Schweden (97%). Bei der E-Mail-Nutzung sind Dänemark (100 %), Estland (70%) und Italien (62 %) führend.

Weniger als 8 % der Krankenhäuser in der EU tauschen auf elektronischem Wege medizinische Informationen mit Gesundheitsdienstleistern in anderen EU-Ländern aus.

Telemedizin

Nur 9 % der Krankenhäuser bieten ihren Patienten Fernüberwachungsmöglichkeiten an, die die Notwendigkeit stationärer Aufenthalte verringern und ein sichereres unabhängiges Leben ermöglichen würden. Kaum 10 % der praktischen Ärzte führen Online-Sprechstunden mit ihren Patienten durch und weniger als 16 % beraten sich online mit anderen Fachärzten.

Nützliche Links

Benchmarking deployment of eHealth services in Hospitals (2012–2013) (Leistungsvergleich bei der Einführung elektronischer Gesundheitsdienste in Krankenhäusern)

Benchmarking Deployment of eHealth among General Practitioners (2013) (Leistungsvergleich bei der Einführung elektronischer Gesundheitsdienste unter praktischen Ärzten)

Elektronische Gesundheitsdienste in der Digitalen Agenda

Europäische Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“

Neelie Kroes' Blog vom Januar 2014 über die Modernisierung des Gesundheitswesens

E-Gesundheit auf Twitter

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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