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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 20. März 2013

„Zypern muss junge Menschen besser auf das Arbeitsleben vorbereiten“

Wenn Zypern seine Jugendarbeitslosenquote senken will – sie ist von 9 % im Jahr 2008 auf gegenwärtig über 40 % angestiegen – muss das Land dafür sorgen, dass die jungen Menschen die Fähigkeiten erwerben, die von Arbeitgebern nachgefragt werden. Morgen (21. März) wird Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, beim European University Cyprus Forum eine Rede halten, in der es um die Diskrepanz zwischen Qualifikationsangebot und Qualifikationsnachfrage sowie deren Beseitigung geht. Die Wirtschaftskrise hat junge Menschen härter getroffen als jede andere Altersgruppe. EU-weit sind derzeit rund sechs Millionen junge Menschen ohne Arbeit, wobei die Jugendarbeitslosenquote in Zypern fast doppelt so hoch ist wie die Arbeitslosenquote insgesamt (23 % in Zypern gegenüber 12 % in der EU).

Kommissarin Vassiliou erklärte: „Die Jugendarbeitslosenquoten in der EU sind unannehmbar hoch. Gesenkt werden können sie nur durch wirksamere und an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasste Aus- und Weiterbildungssysteme. Wie viele andere Länder auch muss Zypern seine Jugend besser auf das Arbeitsleben vorbereiten. Wir müssen etwas unternehmen, damit junge Menschen nach dem Schulabschluss über Fähigkeiten verfügen, die den Bedürfnissen der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber entsprechen. In Europa gibt es derzeit zwei Millionen freie Stellen, die mit jungen Menschen besetzt werden könnten; aber jeder dritte Arbeitgeber sucht erfolglos nach Personal mit den entsprechenden Qualifikationen.

Zypern steht auch noch vor einem EU-weit einzigartigen Problem: Es gibt mehr arbeitslose Jungakademikerinnen und ‑akademiker (25 %) als arbeitslose Geringstqualifizierte (22 %). Das liegt teils an der hohen Akademikerquote, teils jedoch auch an der Diskrepanz zwischen Qualifikationsangebot und ‑nachfrage. Im EU-Durchschnitt liegt die Akademikerarbeitslosenquote unter 11 %, und in der Gruppe der Personen mit maximal Pflichtschulabschluss haben 27 % keine Arbeit.

Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten arbeiten gemeinsam an der Einrichtung einer Jugendgarantie mit dem Ziel, allen Unter-25-Jährigen binnen vier Monaten nach Abschluss der Schule oder Verlust des Arbeitsplatzes ein gutes, konkretes Angebot für einen Arbeitsplatz, eine Lehre, ein Praktikum oder eine Weiterbildung zu machen.

Im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative sind für Zypern 11 Mio. EUR zur Einrichtung der Jugendgarantie budgetiert. Aus diesen Mitteln sollen Lehrstellen, berufsspezifische Praktika und Berufsberatung gefördert werden. Zypern hat der Europäischen Kommission einen „Umsetzungsplan für die Jugendgarantie“ mit Reformen im Bereich der Lehrlingsausbildung sowie der beruflichen Aus- und Weiterbildungssysteme vorgelegt. Für sozial schwache Gruppen, wie frühe Schulabgänger und Arbeitslose mit wenig Qualifikationen, sieht der Plan auch eine Qualifizierung über den „zweiten Bildungsweg“ vor.

Im Laufe der nächsten sieben Jahre stehen Zypern im Rahmen des neuen Programms Erasmus+ 15 000 Stipendien zur Verfügung, das sind um 50 % mehr als im Rahmen früherer Programme. Mit diesen Stipendien können zyprische Studierende, junge Menschen und in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend tätige Personen im Ausland studieren, eine Aus- oder Weiterbildung absolvieren oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben. „Da Erasmus+ jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, ihre Anpassungsfähigkeit zu trainieren und Selbstvertrauen zu gewinnen, unterstützt das Programm den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit. Unsere Studien zeigen, dass junge Menschen mit internationaler Erfahrung bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben und dass die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von zehn Jahren nach Studienabschluss eine Managementposition zu erreichen, für Erasmus-Studierende 20 % höher ist als für ihre nicht mobilen Kolleginnen und Kollegen“, fügte EU-Kommissarin Vassiliou hinzu.

Hintergrund

Erasmus+

Erasmus+ startet zu einem Zeitpunkt, zu dem europaweit 26 Millionen Menschen arbeitslos sind, darunter fast 6 Millionen junge Menschen. Das Programm, das mit 14,7 Mrd. EUR für die nächsten sieben Jahre dotiert ist, soll diese Qualifikationslücke schließen helfen: Es stellt Stipendien für bis zu vier Millionen Menschen zur Verfügung, die im Ausland studieren, eine Aus- oder Weiterbildung absolvieren, eine Arbeitserfahrung machen oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben möchten. Personen, die die Möglichkeit erhalten, im Ausland zu studieren oder eine Aus- bzw. Weiterbildung zu absolvieren, sind auch später eher gewillt oder in der Lage im Ausland zu arbeiten und haben dadurch langfristig gesehen bessere Jobaussichten. Mit dem Programm sollen auch Qualität und Relevanz der Bildungssysteme sowie der Jugendarbeit verbessert werden, und zwar durch Förderung der Weiterbildung von Lehrkräften und in der Jugendarbeit Tätigen sowie über engere Partnerschaften zwischen dem Bildungssektor und der Arbeitswelt.

2014 stehen für Zypern mehr als 8,5 Mio. EUR über Erasmus+ zur Verfügung; das sind 14 % mehr als die Dotierung für die Programme „Lebenslanges Lernen“ und „Jugend in Aktion“ im Jahr 2013.

Weitere Mittel für Erasmus+ werden voraussichtlich für Austauschmaßnahmen im Hochschulbereich und administrative Unterstützung unter Einbindung von Nicht-EU-Ländern bereitgestellt. Ein Beschluss zu diesen zusätzlichen Fördermitteln ist noch für dieses Jahr geplant.

Weitere Informationen:

Jugendgarantie

Erasmus+

Häufig gestellte Fragen zu Erasmus+ (MEMO/13/1008 vom 19.11.2013)

Allgemeine und berufliche Bildung

Europäische Kommission: Jugend

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter: @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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