Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 14. März 2014

EU-Handelskommissar De Gucht reist nach Südostasien, um Handelsbeziehungen mit Vietnam, Kambodscha und Myanmar zu stärken

Im Rahmen der laufenden Bemühungen um eine Stärkung der Handelsbeziehungen der EU zu Ländern des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) wird EU-Handelskommissar Karel De Gucht nächste Woche nach Vietnam, Kambodscha und Myanmar reisen. Während seines viertägigen Besuchs vom 17. bis 20. März wird der EU-Kommissar Gespräche auf hoher Ebene mit den Handelsbeauftragten der einzelnen Länder führen. Seine Ankunft in Hanoi fällt mit dem Beginn der siebten Verhandlungsrunde für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam zusammen. In Nay Pyi Taw, der Hauptstadt Myanmars, wird er voraussichtlich die Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und Myanmar einleiten.

„Ich freue mich auf konstruktive Gespräche mit unseren Partnern in Südostasien“, sagte der EU-Kommissar vor seinem Besuch. „Die gegenwärtigen Erfahrungen zeigen, wie die Öffnung für den Handel zu einem höheren Lebensstandard in diesen dynamischen Ländern beiträgt. Gleichzeitig bieten ihre Märkte Chancen für europäische Exporteure. Dadurch haben wir eine echte Win-win-Situation.“

Der EU-Kommissar beginnt seinen Besuch in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, wo er mit Premierminister Nguyen Tan Dung und Industrie- und Handelsminister Vu Huy Hoang zusammenkommt, um die Fortschritte bei den laufenden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zu prüfen. Gemeinsam werden sie die neue Runde der im Juni 2012 aufgenommenen Gespräche eröffnen. Die Runde wird vom 17. bis 21. März dauern. Beide Seiten erhoffen sich einen raschen Abschluss der Verhandlungen, damit die Unternehmen die Früchte des aller Voraussicht nach ehrgeizigen Abkommens ernten können. Das Abkommen wird die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen der EU und Vietnam stärken und auf beiden Seiten mehr Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

In Kambodscha trifft EU-Kommissar De Gucht mit Handelsminister Sun Chanthol zusammen, um die letzten Gespräche des gemeinsamen Ausschusses EU-Kambodscha fortzusetzen.

Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Myanmar trifft der EU-Kommissar mit dem Minister für nationale Planung und wirtschaftliche Entwicklung Dr. Kan Zaw und voraussichtlich auch mit dem Handelsminister Win Myint zusammen. Vorgesehen ist auch ein Gespräch mit der Vorsitzenden der Oppositionspartei „Nationale Liga für Demokratie“ (NLD), Daw Aung San Suu Kyi.

Mit Minister Kan Zaw wird EU-Kommissar De Gucht voraussichtlich die Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und Myanmar aufnehmen. Im Juli 2013 wurden bereits die Handelspräferenzen im Rahmen der „Alles außer Waffen“-Regelung wiederhergestellt.

Hintergrund

Vietnam

Die EU und Vietnam, eines der 10 Mitglieder des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN), kündigten im Juni 2012 in Brüssel die Aufnahme von Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen an. Vietnam war nach Singapur und Malaysia der dritte ASEAN-Staat, mit dem die EU in Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen eintrat. Inzwischen werden auch mit Thailand entsprechende Gespräche geführt. Das Freihandelsabkommen erstreckt sich auf den Handel mit Waren und Dienstleistungen, auf Investitionen, das öffentliche Beschaffungswesen, Rechte des geistigen Eigentums einschließlich geografischer Angaben sowie auf andere Regulierungsfragen wie nichttarifäre Handelshemmnisse, Tier- und Pflanzengesundheit sowie Hygiene, technische Handelshemmnisse, Zoll und Handelserleichterungen sowie Handel und nachhaltige Entwicklung.

Die EU und Vietnam unterhalten enge Handelsbeziehungen. 2013 war Vietnam unter den ASEAN-Staaten der viertgrößte Handelspartner der EU (und lag damit auf Platz 32 aller EU-Handelspartner). 2012 belief sich der beiderseitige Handel auf fast 24 Mrd. EUR; die EU-Ausfuhren nach Vietnam betrugen 5,3 Mrd. EUR, die Einfuhren aus Vietnam in die EU 18,5 Mrd. EUR. Die EU ist einer der wichtigsten ausländischen Direktinvestoren in Vietnam mit Gesamtinvestitionen von 1,37 Mrd. EUR.

Die EU exportiert hauptsächlich High-Tech-Produkte wie elektrische Maschinen und Geräte, Flugzeuge, Fahrzeuge, pharmazeutische Erzeugnisse sowie Eisen und Stahl. Vietnam exportiert hauptsächlich Telefonanlagen, elektronische Produkte, Schuhe, Textilwaren und Bekleidung, Kaffee, Reis, Fischereierzeugnisse und Möbel in die EU.

Obwohl die EU auf bilateraler Ebene agiert, verliert sie ihr Ziel nicht aus den Augen, letztlich ein Abkommen mit allen Ländern des ASEAN-Verbands, einer der dynamischsten Regionen der Welt, zustande zu bringen. Sie strebt daher mit Vietnam ein ehrgeiziges Abkommen an, das mit den Freihandelsabkommen mit anderen ASEAN-Staaten in Einklang steht.

Kambodscha

Kambodscha kommt als eines der am wenigsten entwickelten Länder in den Genuss der günstigsten Regelung des Schemas allgemeiner Zollpräferenzen (Allgemeines Präferenzsystem, APS) der EU, nämlich der „Alles außer Waffen“-Regelung. Diese Regelung gewährt den 49 am wenigsten entwickelten Ländern zollfreien Zugang zur EU für Ausfuhren aller Waren außer Waffen und Munition.

2013 erreichte der bilaterale Warenhandel mit Kambodscha 2,8 Mrd. EUR (gegenüber 2,1 Mrd. EUR im Jahr 2012). Die Exporte Kambodschas in die EU stiegen um 30 % auf 2,4 Mrd. EUR. Ausgeführt wurden hauptsächlich Bekleidung (68,8 %), Schuhe (12,9 %), Fahrräder (10,3 %), Reis (5,2 %) und Zucker (1,6 %). Die EU war 2013 der wichtigste Exportmarkt Kambodschas (außer für Bekleidung).

Myanmar

Als eines der am wenigsten entwickelten Länder kommt Myanmar wie Kambodscha in den Genuss der „Alles außer Waffen“-Regelung. Am 19. Juli 2013 erhielt Myanmar rückwirkend ab dem 13. Juni 2012 wieder Zugang zum Allgemeinen Präferenzsystem. Dies geschah als Reaktion auf die 2011 eingeleiteten politischen und wirtschaftlichen Reformen und nach dem Beschluss der Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vom Juni 2012, ihre restriktiven Maßnahmen gegenüber Myanmar auszusetzen. Die Gewährung der Handelspräferenzen war 1997 wegen der Verletzung der Grundsätze der ILO-Konvention zur Abschaffung der Zwangsarbeit ausgesetzt worden.

2013 belief sich der bilaterale Warenhandel mit Myanmar auf 569 Mio. EUR, was einen Anstieg von 41 % gegenüber 2012 darstellte (403 Mio. EUR).

Die Exporte aus Myanmar in die EU stiegen von 165 Mio. EUR im Jahr 2012 auf 223 Mio. EUR im Jahr 2013 (+35 %). Hatten zuvor Bekleidung (66,9 %), Fischereierzeugnisse (8 %), Reis (4,4 %) und Bohnen (4,3 %) den Schwerpunkt der Ausfuhren Myanmars gebildet, ging der Anteil der Bekleidung im Jahr 2013 auf 58,2 % zurück. Hingegen entfiel auf Edelsteine und Holzerzeugnisse, die vorher nicht mehr aufgeführt wurden, ein Anteil von 11,7 % bzw. 7,8 %.

Weitere Informationen

Handelsbeziehungen EU-Vietnam

Beziehungen EU-Kambodscha

Beziehungen EU-Myanmar

EU-ASEAN-Staaten

Pressemitteilung: EU und Vietnam: Weiterer Schritt in Richtung Aufnahme von Handelsverhandlungen (Phnom Penh, Kambodscha, 31. März 2012)

Rede des EU-Handelskommissars Karel De Gucht: „EU-ASEAN: An efficient machine for the next 45 years“, 19. Juni 2012, Brüssel (in englischer Sprache)

Von der Europäischen Kommission während der Verhandlungen durchgeführte Konsultation der Unternehmen

Kontakt:

John Clancy (+32 229-53773)

Helene Banner (+32 229-52407)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site