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Jugendbeschäftigung: EU-Kommission begrüßt Annahme des Qualitätsrahmens für hochwertigere Praktika

European Commission - IP/14/236   10/03/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 10. März 2014

Jugendbeschäftigung: EU-Kommission begrüßt Annahme des Qualitätsrahmens für hochwertigere Praktika

Die Europäische Kommission begrüßt, dass der Ministerrat der EU heute einen Qualitätsrahmen für Praktika angenommen hat, mit dem Praktikantinnen und Praktikanten hochwertige Arbeitserfahrungen zu sicheren und fairen Bedingungen machen können und ihre Chancen, einen Arbeitsplatz von guter Qualität zu finden, steigern. In seiner Empfehlung zu einem Qualitätsrahmen für Praktika ruft der Rat die Mitgliedstaaten vor allem dazu auf sicherzustellen, dass das nationale Recht oder die nationale Praxis den in den Leitlinien dargelegten Prinzipien entsprechen, und gegebenenfalls ihre Rechtsvorschriften anzupassen. Die Europäische Kommission wird nun die Umsetzung des Qualitätsrahmens in allen Mitgliedstaaten sorgfältig beobachten.

Praktika sind ein Schlüsselelement der Jugendgarantie, die die Europäische Kommission im Dezember 2012 vorgeschlagen hat und die der EU-Ministerrat im April 2013 angenommen hat. Derzeit entspricht jedes dritte Praktikum im Hinblick auf Arbeitsbedingungen oder Lerninhalte nicht dem Mindeststandard. Das ergab eine im November 2013 durchgeführte Eurobarometerumfrage (IP/13/1161). Viele dieser beanstandeten Praktika werden von Arbeitgebern dazu genutzt, Einstiegsjobs zu ersetzen.

„Praktika sind von entscheidender Bedeutung für den reibungslosen Übergangs von der Schule ins Berufsleben. Allerdings sind sie für junge Menschen nur von Wert, wenn sie qualitativ hochwertige Lerninhalte und sichere Arbeitsbedingungen bieten. Praktikantinnen und Praktikanten sollten nicht als unbezahlte oder billige Arbeitskräfte gesehen werden, sie sollten keine fest angestellten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ersetzen. Stattdessen sollten Praktika als Investition begriffen werden, die sowohl dem Arbeitgeber als auch den Praktikantinnen und Praktikanten Vorteile bringt. Zwar begrüße ich die Kompromisslösung, die der Rat heute angenommen hat, doch manche Elemente hätten durchaus mehr dem ehrgeizigen Vorschlag der EU-Kommission entsprechen können. Es ist von größter Bedeutung, dass alle Mitgliedstaaten den Qualitätsrahmen nun schnellstmöglich vollständig und konkret umsetzen, mit aktiver Beteiligung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen“, so László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration.

Die Leitlinien werden die Transparenz bei den Praktikumsbedingungen steigern, beispielsweise indem gefordert wird, dass die Praktika auf einer schriftlichen Praktikumsvereinbarung basieren, welche wiederum Lerninhalte (Bildungsziele, Beaufsichtigung) und Arbeitsbedingungen (beschränkte Dauer, Arbeitszeiten, klare Angabe, ob die Praktikanten und Praktikantinnen eine Entlohnung oder Aufwandsentschädigung erhalten und ob sie sozialversichert sind) konkretisiert. Die Praktikumsanbieter werden aufgefordert, bereits in der Stellenausschreibung anzugeben, ob es sich um ein bezahltes Praktikum handelt.

Die EU-Kommission konsultierte eine große Bandbreite an Stakeholdern, darunter auch kleine Unternehmen, um zu gewährleisten, dass der Qualitätsrahmen für Praktika weder zu viele Vorschriften beinhaltet noch eine zu große Belastung darstellt.

Durch die Festlegung gemeinsamer Qualitätsstandards wird der Qualitätsrahmen für Praktika die Umsetzung der Jugendgarantieprogramme durch die Mitgliedstaaten unterstützen sowie die Zahl der Auslandspraktika steigern und die Erweiterung von EURES auf Praktika fördern, wie vom Europäischen Rat in seinen Schlussfolgerungen vom Juni 2012 gefordert.

Der Rahmen gilt nicht für Praktika, die Teil eines Hochschulabschlusses oder für den Zugang zu bestimmten Berufen obligatorisch sind.

Hintergrund

Der Qualitätsrahmen für Praktika ist eine der Initiativen, die im Beschäftigungspaket für junge Menschen von Dezember 2012 angekündigt wurden (siehe IP/12/1311, MEMO/12/938 und SPEECH/12/910).

Mit der Jugendgarantie soll sichergestellt werden, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren binnen vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder ein hochwertiger Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz angeboten wird. Die Jugendgarantie ist eine der wichtigsten und drängendsten Strukturreformen, die die Mitgliedstaaten einführen müssen, um Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Übergang von der Schule ins Berufsleben reibungsloser zu gestalten. Damit die Jugendgarantie wirksam umgesetzt werden kann, sind qualitativ hochwertige Praktika von großer Bedeutung (MEMO/13/968 und MEMO/14/13).

In den letzten 20 Jahren wurden Praktika für junge Menschen zu einer wichtigen Einstiegsmöglichkeit in den Arbeitsmarkt. Doch obwohl Praktika immer mehr zu einem Standard in unseren Arbeitsmärkten werden, wächst angesichts dieser weiten Verbreitung die Sorge hinsichtlich Lerninhalten und Arbeitsbedingungen. Wenn Praktika tatsächlich den Einstieg in das Arbeitsleben erleichtern sollen, müssen sie qualitativ hochwertige Lerninhalte und angemessene Arbeitsbedingungen bieten und sollten kein billiger Ersatz für reguläre Arbeitsplätze sein.

Eine vor kurzem durchgeführte Eurobarometerumfrage zur Qualität von Praktika zeigt, dass Praktika gang und gäbe sind: etwa die Hälfte der Befragten (46 %) haben ein Praktikum absolviert, viele von ihnen sogar mehrere. Dabei wurde auch festgestellt, dass 35 % der Praktikumsanbieter keine schriftliche Praktikumsvereinbarung vorsehen und 23 % der Praktikantinnen und Praktikanten zum Ende ein weiteres Praktikum – und eben kein richtiger Arbeitsplatz – angeboten wurde. Laut der Umfrage wurden nur 9 % der Praktika im Ausland absolviert.

Im Juli 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Studie über Praktika in allen Mitgliedstaaten. Sie enthielt die Empfehlung, dass Praktika mehr Garantien in puncto Qualität und Perspektiven für junge Menschen bieten und besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmt sein sollten (siehe IP/12/731).

Weitere Informationen

Eurobarometer zum Thema Erfahrungen mit Praktika in der EU

László Andors Website

László Andor auf Twitter

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Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per EMail


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