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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. März 2014

Kommissarin Vassiliou gibt Startschuss für Erasmus+ in Bukarest und fordert Unterstützung für NEETs (junge Menschen, die weder in Arbeit noch in einer Ausbildung sind)

Die Ausbildungs‑ und Beschäftigungsperspektiven der jungen Menschen in Rumänien werden das Hauptthema des Besuches der EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, nächste Woche in Bukarest sein. Am 10. März spricht die Kommissarin bei einer Veranstaltung des rumänischen Bildungsministeriums und der Europäischen Kommission über Möglichkeiten zur Unterstützung der sogenannten „NEETs“ (not in employment, education or training = junge Menschen, die weder in Arbeit noch in einer Ausbildung sind). Am folgenden Tag wird sie den Startschuss für Erasmus+ geben, das neue Programm der EU für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, über das in den nächsten sieben Jahren Beihilfen für 120 000 Rumäninnen und Rumänen bereitgestellt werden, die im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, Berufserfahrung sammeln oder Freiwilligenarbeit leisten wollen. Das entspricht einer Mittelaufstockung um 50 % gegenüber den vorherigen EU-Programmen. Die Kommissarin wird auch Roma-Projekte in der rumänischen Hauptstadt besuchen, zusammen mit dem in Ungarn gebürtigen Philanthropen George Soros, der sich seit langem für die Rechte der Roma einsetzt (siehe Pressemitteilung zu dem Thema).

Im Vorfeld der Reise erklärte Kommissarin Vassiliou: Wie in vielen anderen europäischen Ländern hat die Jugendarbeitslosigkeit in Rumänien besorgniserregende Ausmaße angenommen und stellt eine enorme Verschwendung von Talent dar. Trotz einiger Fortschritte in jüngster Zeit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit schlechten Leistungen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften und von Schulabgängern ohne berufs- oder studienqualifizierenden Abschluss in Rumänien sehr hoch, was das NEET-Problem noch verschärft. Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung müssen unterstützende Lernumgebungen fördern und dabei den Schwerpunkt auf die Bedürfnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler legen und dringend die Diskrepanz zwischen Qualifikationsangebot und Qualifikationsnachfrage beseitigen.

Unser neues Programm Erasmus+ wird die am stärksten benachteiligten jungen Menschen unterstützen, auch die in einer NEET-Situation. Durch das Angebot an nicht-formaler Lernmobilität, beispielsweise im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, kann Erasmus+ das Selbstvertrauen junger Menschen stärken, ihnen helfen, ihren Weg zu finden und vor allem ihre Kompetenzen zu erweitern“, fügte die Kommissarin hinzu.

Rumänien wird 2014 fast 52 Mio. EUR aus dem Programm Erasmus+ erhalten; das sind 11 % mehr, als dem Land 2013 aus den Programmen „Lebenslanges Lernen“ und „Jugend in Aktion“ zur Verfügung gestellt wurden. Die Fördersumme wird sich bis 2020 jedes Jahr erhöhen. Rumänien kann auch Mittel aus dem Jean-Monnet-Stipendienprogramm für Hochschulstudien über die europäische Integration sowie für länderübergreifende Sportprojekte erhalten.

Zwischen 2007 und 2013 nahmen rund 80 000 Studierende, junge Menschen und Beschäftigte der Bereiche Bildung, Ausbildung und Jugend aus Rumänien an den EU-Programmen „Lebenslanges Lernen“ und „Jugend in Aktion“ teil, die jetzt durch Erasmus+ ersetzt werden.

Hintergrund

Erasmus+

Erasmus+ startet zu einem Zeitpunkt, zu dem europaweit 26 Millionen Menschen arbeitslos sind, darunter fast 6 Millionen junge Menschen. In Rumänien liegt die Jugendarbeitslosigkeit über 23 % (185 000 registrierte Arbeitslose).

Gleichzeitig gibt es europaweit mehr als 2 Millionen offene Stellen, und ein Drittel der Arbeitgeber hat Schwierigkeiten, Personal mit den benötigten Kompetenzen zu gewinnen.

Erasmus+ wird helfen, diese Qualifikationslücke zu schließen, indem es 4 Millionen Menschen die Möglichkeit gibt, im Ausland zu studieren, eine Aus- oder Fortbildung zu absolvieren, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. Wenn jungen Menschen solche Möglichkeiten eröffnet werden, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie künftig im Ausland arbeiten wollen bzw. können, was wiederum ihre langfristigen Beschäftigungsperspektiven verbessert.

Für die nächsten sieben Jahre ist Erasmus+ mit Mitteln in Höhe von 14,7 Mrd. EUR ausgestattet, das sind 40 % mehr als in den vorangegangenen Programmen im Zeitraum 2007-2013. Für jeden Mitgliedstaat werden die Mittel über die Programmlaufzeit deutlich aufgestockt.

Mit Erasmus+ wird nicht nur die Mobilität von Einzelpersonen gefördert, durch die Unterstützung der beruflichen Fortbildung von Lehrkräften und Jugendbetreuern sowie durch stärkere Partnerschaften zwischen Bildungssektor und Arbeitswelt wird das Programm auch Qualität und Relevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit in Europa verbessern.

Im Etat von 14,7 Mrd. EUR ist die geschätzte Inflation berücksichtigt. Weitere Mittel werden voraussichtlich für Austauschmaßnahmen im Hochschulbereich und administrative Unterstützung unter Einbindung von Nicht-EU-Ländern bereitgestellt. Die Entscheidung über die Höhe der zusätzlichen Mittel soll im Laufe des Jahres 2014 bestätigt werden.

Erasmus+ beinhaltet zum ersten Mal auch eine Unterstützung für den Sportbereich. Während der siebenjährigen Laufzeit werden rund 265 Mio. EUR für den Kampf gegen grenzüberschreitende Probleme wie Spielabsprachen und Doping bereitgestellt. Unterstützt werden ferner transnationale Projekte unter Beteiligung von Breitensportverbänden, bei denen beispielsweise Good Governance, Gleichstellung der Geschlechter, soziale Inklusion, duale Laufbahnen und die körperliche Betätigung für alle Altersgruppen gefördert werden.

Wer profitiert von Erasmus+?

2 Millionen Studierende können im Ausland studieren oder sich fortbilden, z. B. im Rahmen von 450 000 Praktikumsmöglichkeiten;

650 000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende erhalten Stipendien, um im Ausland zu lernen, sich fortzubilden oder zu arbeiten;

800 000 Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Ausbilderinnen und Ausbilder, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer können im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;

200 000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren, profitieren von einem Garantie-Instrument für Studiendarlehen;

mehr als 25 000 Studierende erhalten Stipendien für gemeinsame Masterabschlüsse, wobei sie an mindestens zwei Hochschulen im Ausland studieren;

mehr als 500 000 junge Menschen können im Ausland Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;

125 000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für die Einrichtung von 25 000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt;

3 500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und Unternehmertum;

außerdem werden 600  länderübergreifende Partnerschaften im Sportbereich unterstützt, beispielsweise bei gemeinnützigen europäischen Veranstaltungen.

NEETs (junge Menschen, die weder in Arbeit noch in einer Ausbildung sind)

Nach Angaben der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) sind etwa 14 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren weder in Arbeit noch in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung. Zu den Folgen anhaltender Arbeitslosigkeit bzw. Inaktivität gehören Armutsgefährdung, soziale Ausgrenzung und Entfremdung von der Gesellschaft. Die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Situation werden auf 160 Mrd. EUR pro Jahr oder 1,3 % des BIP der EU geschätzt.

Eine Studie der Union zeigt, dass Jugendarbeit jungen Menschen helfen kann, das Selbstvertrauen zu entwickeln, das sie benötigen, um ihre gesellschaftliche Teilhabe zu verbessen, Ausgrenzung zu vermeiden und ihre Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern.

Früher Schulabgang

Eines der Kernziele der Strategie Europa 2020 ist die Senkung des Anteils der Schulabgänger ohne berufs- oder studienqualifizierenden Abschluss auf unter 10 % bis 2020. 2012 betrug der Anteil dieser Gruppe in Rumänien 17,4 %, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 12,8 % und einer nationalen Zielvorgabe von 11,3 % (siehe IP/13/324).

Nach der letzten PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) der OECD über die Mathematik-, Naturwissenschafts- und Lesekompetenz der 15-Jährigen liegt Rumänien weit hinter dem EU-Ziel für 2020, nämlich der Senkung des Anteils der Schüler mit schlechten Leistungen auf unter 15 %, zurück. In Rumänien beträgt ihr Anteil 37,3 % bei der Lesekompetenz, 40,8 % für Mathematik und 37,3 % in den Naturwissenschaften (siehe IP/13/1198).

Weitere Informationen

Erasmus+

Häufig gestellte Fragen zu Erasmus+ (MEMO/13/1008 19/11/2013)

Europäische Kommission:  Allgemeine und berufliche Bildung

Europäische Kommission: Jugend

EUROFOUND: Young People and NEETs

Androulla Vassilious Website

Twitter Androulla Vassiliou @VassiliouEU

Contacts :

Dennis Abbott (+32 2 295 92 58); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 2 295 96 67)


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