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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 5. März 2014

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Prüfung der geplanten Übernahme des Titandioxid-Geschäfts von Rockwood durch Huntsman ein

Die Europäische Kommission hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob die geplante Übernahme einer Reihe derzeit im Besitz von Rockwood befindlicher Beteiligungen durch das Unternehmen Huntsman (beide aus den USA) mit der EU-Fusionskontrollverordnung im Einklang steht. Die Kommission hat Bedenken, dass sich der Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) auf dem Markt für auf Sulfat-Basis hergestelltes Titandioxid durch diese Übernahme verringern könnte. Titandioxid ist ein chemischer Stoff, der zum Aufhellen bzw. Bleichen von Produkten aller Art verwendet wird (Geschirr, Papier, Badewannen, Kleidung, Zahnpasta, Cremes, Gebäck, PVC-Fensterrahmen usw.). Außerdem erhöht es die Deckkraft und steigert dadurch die Helligkeit und Farbintensität. Das Prüfverfahren wird ergebnisoffen geführt. Die Kommission hat nun 90 Arbeitstage, d. h. bis zum 22. Juli 2014, um abschließend darüber zu entscheiden.

Huntsman produziert weltweit eine breite Palette von Spezialchemikalien und chemischen Zwischenprodukten. Huntsman beabsichtigt die Übernahme folgender Geschäftsbereiche von Rockwood: Herstellung von Titandioxid und Funktionsadditiven (unter dem Namen „Sachtleben“) sowie die Herstellung von Farbpigmenten, Holzbehandlungs- und Holzschutzstoffen und Chemikalien zur Wasseraufbereitung. Außerdem ist Rockwood Speziallieferant von Gummiteilen für die Automobilindustrie (unter der Bezeichnung „Gomet“).

Der EWR-Titanoxidmarkt hat ein Volumen von etwa 3 Milliarden EUR. Die von der Kommission durchgeführte Voruntersuchung ergab, dass die Übernahme Wettbewerbsbedenken auf diesem Markt hervorrufen würde, insbesondere in Bezug auf Anwendungen, bei denen auf Sulfat-Basis hergestelltes Titanoxid zum Einsatz kommt – ein Bereich, in dem Huntsman und Sachtleben die beiden weltweit führenden Lieferanten sind und in scharfem Wettbewerb stehen.

Beim derzeitigen Stand ist die Kommission darüber besorgt, dass die verbleibenden Wettbewerber möglicherweise nicht in der Lage sein werden, dem fusionierten Unternehmen einen ausreichenden Wettbewerbsdruck in den Märkten für Spezialchemikalien, die Titandioxid auf Sulfat-Basis enthalten, entgegenzusetzen (vor allem Druckertinten, Kosmetika, Arzneimittel, Lebensmittel, Fasern). Der Wegfall des Wettbewerbsdrucks, den Huntsman und Sachtleben bisher aufeinander ausgeübt haben, könnte daher für die Verbraucher eine geringere Auswahl und potenziell höhere Preise für die betreffenden Produkte zur Folge haben.

Die Kommission wird die Auswirkungen dieser Übernahme nun einer eingehenden Prüfung unterziehen und dann entscheiden, ob sich ihre anfänglichen Bedenken bestätigen oder nicht.

Das Übernahmevorhaben wurde am 29. Januar 2014 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Huntsman ist in der internationalen Chemiebranche tätig und stellt eine breite Palette an Spezialchemikalien und chemischen Zwischenprodukten her, darunter Titandioxid. Rockwood ist ebenfalls weltweit in der Chemiebranche aktiv und betätigt sich u. a. unter dem Namen „Sachtleben“ auf den Märkten für Titandioxid und Funktionsadditive.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Pflicht, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Derzeit laufen vier weitere eingehende Prüfverfahren der Phase II. Das erste Verfahren betrifft die geplante Übernahme des deutschen Zementherstellers Cemex West durch seinen in der Schweiz ansässigen Konkurrenten Holcim (siehe IP/13/986). Hier endet die Frist für den abschließenden Beschluss der Kommission am 8. Juli 2014. Gegenstand des zweiten eingehenden Prüfverfahrens ist die von den Chemieunternehmen INEOS und Solvay geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens (siehe IP/13/1040). Die Frist für diese Untersuchung endet am 23. April 2014. Bei der dritten eingehenden Untersuchung geht es um die geplante Übernahme von Telefónica Ireland durch Hutchison 3G UK (H3G). Ähnlich wie im vorliegenden Fall sind davon der Mobilfunk-Endkundenmarkt sowie die Märkte für den Vorleistungszugang und den Verbindungsaufbau in Irland betroffen (siehe IP/13/1048). Hier endet die Frist für den abschließenden Beschluss der Kommission am 19.  Mai 2014. Im letzten Fall geht es um die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (siehe IP/13/1304 und IP/14/95). Die Entscheidungsfrist endet am 14. Mai 2014.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.7061 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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