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Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für 1146 ehemalige Beschäftigte der italienischen Fernsehgeräteindustrie vor

European Commission - IP/14/213   05/03/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. März 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für 1146 ehemalige Beschäftigte der italienischen Fernsehgeräteindustrie vor

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Italien einen Finanzbeitrag in Höhe von 3 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 1146 ehemalige Beschäftigte des Fernsehgeräteherstellers VDC Technologies SpA und seines Tochterunternehmens Cervino Technologies Srl Hilfe beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erhalten. Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat genehmigt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Die Branche zur Herstellung von Computern, elektronischen und optischen Geräten sowie elektrischer Ausrüstung in der EU hat aufgrund des verstärkten Wettbewerbs aus Ländern außerhalb der EU, vor allem China, mit massiven Problemen zu kämpfen. Die heute vorgeschlagene Mittelbereitstellung soll über 1000 entlassenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus dieser Branche helfen, sich auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten vorzubereiten.

Nachdem 1218 Arbeitskräfte bei VDC Technologies und 54 Beschäftigte bei Cervino Technologies entlassen wurden, hat Italien Unterstützung aus dem EGF beantragt. Die Entlassungen waren eine Folge der verschärften Konkurrenz durch Hersteller von Telekommunikationsgeräten und Geräten zur Bild- und Tonaufnahme bzw. -wiedergabe aus Ländern außerhalb der EU.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen sollen den 1146 Arbeitskräften helfen, die größten Schwierigkeiten bei der Arbeitsuche zu meistern; das Angebot für die Betroffenen umfasst eine Berufsberatung und Kompetenzbewertung, Schulungen, Unterstützung bei einer Unternehmensgründung sowie verschiedene Beihilfen.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit insgesamt 6,02 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF die Hälfte bereitstellen würde.

Hintergrund

Von 2008 bis 2011 nahmen die Einfuhren von Telekommunikationsgeräten sowie Geräten zur Bild- und Tonaufnahme bzw. -wiedergabe aus China in die EU-27 um 18,7 % zu. Im selben Zeitraum stieg der Anteil Chinas an den Einfuhren solcher Produkte in die EU-27 von 44 % auf 52,2 %. Dies hatte gravierende Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau, da in der EU im Zeitraum 2008-2011 in der Branche zur Herstellung von Computern sowie elektronischen und optischen Geräten etwa 121 000 Arbeitsplätze verloren gingen, was einem Rückgang um 7 % entspricht.

VDC Technologies war einer der größten Hersteller von Fernsehgeräten in der EU. Ende 2009 schloss das Unternehmen jedoch sein Werk in Frosinone endgültig, unter anderem wegen der rückläufigen Nachfrage nach Fernsehgeräten mit Plasma-Bildschirmen und gesunkener Marktpreise für Fernsehgeräte. Obwohl Maßnahmen zur Rettung des Unternehmens getroffen und Verhandlungen über eine Übernahme geführt wurden, gab es keine Einigung mit den Gläubigern, und das Unternehmen wurde im Juni 2012 für zahlungsunfähig erklärt.

Die Entlassungen erfolgten in der Provinz Frosinone in der Region Latium. Im Jahr 2011 schrumpfte das BIP der Region um 0,3 %, und im ersten Halbjahr 2012 nahmen die Ausfuhren in den wichtigsten Industriezweigen Latiums ab. Die Gesamtbeschäftigung in der Region ging 2011 um 0,2 % und im ersten Quartal 2012 um 0,7 % zurück. Die Arbeitslosenquote in Latium stieg von 8,5 % im Jahr 2009 auf 10,8 % im Jahr 2012.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU bringt Wachstum und Beschäftigung insgesamt voran, doch er kann bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung für die Betroffenen abzufedern. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 118 Anträge über ca. 500 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 106 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für zunehmend mehr Branchen und von zunehmend mehr Mitgliedstaaten gestellt. Allein im letzten Jahr stellte der EGF über 73,5 Mio. EUR zur Verfügung (IP/13/1076).

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft; das „Krisenkriterium“ galt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von diesen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete wird der Fonds im Zeitraum 2014‑2020 mit verbesserter Arbeitsweise als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; für eine Förderung durch den EGF kommen außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit in Frage, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Videos:
Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised
Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

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Website von László Andor

László Andor auf Twitter

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct unter der Telefonnummer 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


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