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Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 1,9 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der spanischen Automobilbranche vor

European Commission - IP/14/212   05/03/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. März 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 1,9 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der spanischen Automobilbranche vor

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Spanien einen Finanzbeitrag in Höhe von 1,9 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 285 ehemalige Beschäftigte des Automobilherstellers Grupo Santana in Andalusien Hilfe beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erhalten. Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat genehmigt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Die Fahrzeugproduktion in Europa ist dramatisch zurückgegangen, und in der Fahrzeugindustrie finden im Zuge der Globalisierung weitreichende Umstrukturierungen statt. Viele Beschäftigte in der Fahrzeugindustrie durchleben schwere Zeiten, und daher ist Solidarität auf EU-Ebene wichtig, um sie bei der Bewältigung dieser schwierigen Übergangsprozesse zu unterstützen. Die von uns vorgeschlagenen Mittel in Höhe von 1,9 Mio. EUR sollen den entlassenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, ihre Kompetenzen an neue Anforderungen anzupassen und es leichter für sie machen, wieder eine Anstellung zu finden oder ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Spanien hat für 285 ehemalige Beschäftigte der Grupo Santana, eines spanischen Herstellers von Fahrzeugen mit Allradantrieb, Unterstützung durch den EGF beantragt. Durch das Paket sollen Weiterqualifizierungs- und Berufsbildungsmaßnahmen, Schulungen am Arbeitsplatz sowie Ausbildungsbeihilfen für die betroffenen Personen finanziert werden.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit insgesamt etwa 3,9 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF die Hälfte bereitstellen würde.

Hintergrund

Im Jahr 2012 entfielen auf die 27 EU-Mitgliedstaaten nur 26 % der Pkw-Produktion weltweit (15,1 Mio. Fahrzeuge) – das ist ein erheblicher Rückgang gegenüber 34,1 % im Jahr 2005 und 35,9 % im Jahr 2000. Im selben Zehnjahreszeitraum stieg der Marktanteil der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) von 8,4 % (2000) auf 15,8 % (2005) bzw. 33,5 % (2010). Diese Umverteilung der Weltmarktanteile ist vor allem auf die geografische Verlagerung des Konsums zurückzuführen, insbesondere die schnell wachsende Nachfrage auf den asiatischen Märkten, von der EU-Hersteller weniger profitieren können, da sie dort traditionell schlechter positioniert sind.

Das Geschäftsmodell der Grupo Santana vereinte die Produktion von Eigenmarkenfahrzeugen, beispielsweise des Jeeps „Anibal Santana“, der an mehrere europäische Streitkräfte – darunter die französische und die tschechische Armee – verkauft wurde, mit der Produktion und Montage von Fahrzeugen für andere Hersteller, zum Beispiel die italienische Iveco-Gruppe oder das japanische Unternehmen Suzuki.

Strategische Entscheidungen der Hauptkunden Santanas hatten die Kündigung oder Nichtverlängerung der laufenden Verträge zur Folge, da es diese Kunden vorzogen, nahe an den neu entstehenden Märkten, vor allem in Indien oder China, zu produzieren. Obwohl Maßnahmen zur Rettung des Unternehmens getroffen und Verhandlungen über eine Übernahme geführt wurden, gab es keine Einigung; die Grupo Santana musste Konkurs anmelden und den Betrieb einstellen.

Die Entlassungen erfolgten in der Provinz Jaén (Region Andalusien). Das Bruttoregionalprodukt (BRP) pro Kopf beträgt in Jaén 69,8 % des EU-Durchschnitts. Die Beschäftigungsquote der 16-64-Jährigen sank von 56,1 % im Jahr 2007 auf 48,8 % im Jahr 2011, was einem Rückgang der Beschäftigtenzahl von 235 767 auf 209 047 entspricht. Im selben Zeitraum stieg die Arbeitslosenquote von 13 % auf 27,9 %, bei den unter 25-Jährigen von 21,13 % auf 48,6 %.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU bringt Wachstum und Beschäftigung insgesamt voran, doch er kann bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung für die Betroffenen abzufedern. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 118 Anträge über ca. 500 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 106 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für zunehmend mehr Branchen und von zunehmend mehr Mitgliedstaaten gestellt. Allein im letzten Jahr stellte der EGF über 73,5 Mio. EUR zur Verfügung (IP/13/1076).

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und das „Krisenkriterium“ galt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von diesen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete wird der Fonds im Zeitraum 2014‑2020 mit verbesserter Arbeitsweise als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; für eine Förderung durch den EGF kommen außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit in Frage, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Videos:
Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised
Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

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Website von László Andor

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Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct unter der Telefonnummer 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


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