Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR SV FI

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 25. Februar 2014

Fusionskontrolle: Kommission verwarnt Munksjö und Ahlstrom wegen irreführender Angaben in einem Fusionskontrollverfahren

Die Europäische Kommission hat den beiden finnischen Unternehmen Ahlstrom Corporation und Munksjö Oyj sowie der schwedischen Munksjö AB eine Mitteilung der Beschwerdepunkte übermittelt. Im Oktober 2012 hatten die beiden Spezialpapierhersteller Ahlstrom und Munksjö die geplante Zusammenlegung ihrer Tätigkeiten in der Produktion von Schleifmittel-Trägerpapier bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission ist derzeit der Auffassung, dass die beteiligten Unternehmen irreführende Angaben zum Markt für Papierunterlagen für Schleifmittel gemacht haben. Sollte sich dies bestätigen, wären die Unternehmen ihrer Pflicht, in der Anmeldung ihre bestmöglichen Schätzungen zu den betreffenden Märkten anzugeben, nicht nachgekommen, was ihnen eine Geldbuße von bis zu 1 % ihres Umsatzes einbringen könnte. Die Übermittlung einer Mitteilung der Beschwerdepunkte greift dem endgültigen Ergebnis des Verfahrens nicht vor.

Im Oktober 2012 hatten Ahlstrom und Munksjö die Zusammenführung des „Label and Processing“-Geschäfts der Ahlstrom Corporation mit der Munksjö AB in ein neues Unternehmen („NewCo“) angemeldet, das später in Munksjö Oyj umbenannt wurde (Sache M.6576). Zum Zeitpunkt der Anmeldung stellten sowohl Ahlstrom als auch die Munksjö AB schweres Schleifmittel-Trägerpapier für Schleifmittelprodukte wie Sandpapier, Schleifscheiben und Schleifbänder her.

Im Januar 2013 übermittelten die Unternehmen interne Unterlagen, in denen die Größe der Märkte für Papierunterlagen für Schleifmittel und das Marktsegment für schwere Papierunterlagen in Bezug auf die Umsätze im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und auf dem Weltmarkt deutlich kleiner und folglich ihr eigener Marktanteil erheblich höher als in der Anmeldung veranschlagt wird.

Die Pflicht der Anmelder, Angaben vorzulegen, die Ihres Wissens korrekt und vollständig sind, ist einer der Eckpfeiler der Fusionskontrolle. Durch irreführende Angaben könnte ein Wettbewerbsproblem vertuscht werden, so dass möglicherweise Zusammenschlüsse freigegeben würden, die dem wirksamen Wettbewerb schaden.

Stellt die Kommission fest, dass die beteiligten Unternehmen zumindest fahrlässig irreführende Angaben gemacht haben, kann sie dies mit einer Geldbuße von bis zu 1 % des jährlichen weltweiten Umsatzes der betreffenden Unternehmen ahnden.

Das Fusionskontrollverfahren Munksjö/Ahlstrom

Im Dezember 2012 leitete die Kommission eine eingehende Prüfung der geplanten Gründung eines neuen Unternehmens (NewCo) ein, das aus der Munksjö AB und Teilen von Ahlstrom bestehen sollte (IP/12/1338).

Die Marktuntersuchung ergab, dass dies zum Zusammenschluss der beiden einzigen Hersteller von schwerem Schleifmittel-Trägerpapier im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) geführt hätte, die mit einem Marktanteil von über 80 % auch die beiden führenden Anbieter auf dem Weltmarkt wären. In ihrem abschließenden Beschluss vom Mai 2013 hat die Kommission daher die Genehmigung des Vorhabens an die Bedingung geknüpft, dass Ahlstrom die in Osnabrück angesiedelte Sparte für Schleifmittel-Trägerpapier veräußert (IP/13/461).

Das laufende Verfahren gegen Munksjö und Ahlstrom wegen irreführender Angaben in der Anmeldung hat keinerlei Einfluss auf den Beschluss der Kommission vom Mai 2013, da die Kommission ihren Beschluss nicht auf diese falschen Angaben gestützt hat.

Hintergrundinformationen zum Verfahren

Mit der Mitteilung der Beschwerdepunkte setzt die Kommission die Beteiligten auf schriftlichem Wege förmlich über ihre kartellrechtlichen Bedenken in Kenntnis. Die Unternehmen können dann die Akten der Kommission einsehen, schriftlich antworten und eine mündliche Anhörung beantragen, in der sie gegenüber Vertretern der Kommission und der nationalen Wettbewerbsbehörden zu der jeweiligen Sache Stellung nehmen können.

Die Mitteilung der Beschwerdepunkte greift dem Ergebnis des Verfahrens nicht vor.

Für den Abschluss von Untersuchungen gibt es keine zwingende Frist. Ihre Dauer hängt unter anderem von der Komplexität des jeweiligen Falles, der Kooperationsbereitschaft der betreffenden Unternehmen und der Ausübung des Verteidigungsrechts ab.

Die Pflicht der Anmelder, nach bestem Wissen und Gewissen wahre, richtige und vollständige Angaben zu machen, ist in Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a der EU-Fusionskontrollverordnung und Artikel 4 Absatz 1 der Durchführungsverordnung verankert.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website