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Winterprognose 2014: Konjunktur fasst Tritt

European Commission - IP/14/188   25/02/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel/Straßburg, 25. Februar 2014

Winterprognose 2014: Konjunktur fasst Tritt

Laut Winterprognose der Europäischen Kommission wird sich die wirtschaftliche Erholung in den meisten Mitgliedstaaten wie auch in der EU als Ganzes fortsetzen. Nach Überwindung der Rezession im Frühjahr 2013 und drei aufeinanderfolgenden Quartalen einer verhaltenen Erholung besteht nunmehr Aussicht auf ein moderates Anziehen des Wirtschaftswachstums. Die Wirtschaftstätigkeit soll nach einem realen BIP-Wachstum von 1,5 % in der EU und 1,2 % im Euroraum im Jahr 2014 auf 2,0 % in der EU und 1,8 % im Euroraum im Jahr 2015 ansteigen. Diese Zahlen entsprechen einer Aufwärtskorrektur um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der Herbstprognose 2013. Die Prognosen gehen nach wie vor von der Annahme aus, dass die Umsetzung der vereinbarten politischen Maßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten zur Stärkung des Vertrauens sowie zur Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen beiträgt und den erforderlichen wirtschaftlichen Anpassungsprozess in den Mitgliedstaaten durch Steigerung ihres Wachstumspotenzials voranbringt.

Die Prognosen für Portugal basieren auf Projektionen, die im Rahmen der zehnten Überprüfung des wirtschaftlichen Anpassungsprogramms Mitte Dezember vorgenommen wurden, und werden im Zuge der laufenden elften Programmüberprüfung aktualisiert. Die Prognosen für Zypern wurden Anfang Februar nach der dritten Programmüberprüfung erstellt, bevor die vierte vierteljährliche BIP-Schnellschätzung vorlag.

Der für Wirtschaft, Währung und den Euro zuständige Kommissionsvizepräsident Olli Rehn erklärte: „Nachdem wir Mitte letzten Jahres auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sind, fasst die Konjunktur in Europa nun Tritt. Die Stärkung der Binnennachfrage in diesem Jahr dürfte uns zu einem ausgewogeneren, nachhaltigeren Wachstum verhelfen. Die Wiederherstellung des Gleichgewichts der europäischen Wirtschaft macht Fortschritte, und die externe Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich, insbesondere in den wirtschaftlich schwächsten Ländern. Auch wenn die schlimmste Phase der Krise inzwischen hinter uns liegen mag, dürfen wir uns jetzt nicht selbstzufrieden zurücklehnen, denn noch nimmt sich die Erholung relativ bescheiden aus. Um sie zu stärken und mehr Arbeitsplätze zu schaffen, müssen wir am Wirtschaftsreformkurs festhalten.“

Wirtschaftswachstum auf breiterer Front

Auch in den wirtschaftlich schwachen Ländern zieht die Wirtschaftstätigkeit inzwischen an, und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Hochfrequente Indikatoren lassen in den meisten Ländern starke Anzeichen für Verbesserungen erkennen. Insgesamt stellt sich der derzeitige Aufschwung jedoch – wie auch frühere Phasen der wirtschaftlichen Erholung, die auf tiefe Finanzkrisen folgten – eher gedämpft dar. Dies spiegelt die langfristigen, wenngleich inzwischen abgeschwächten Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Form eines Drucks zum Schuldenabbau, von Finanzierungszwängen sowie der Notwendigkeit interner und externer Anpassungen wider. Die Finanzierungsbedingungen sind zwar im Durchschnitt günstig, doch bestehen immer noch erhebliche Diskrepanzen zwischen den Mitgliedstaaten und zwischen Firmen unterschiedlicher Größe. Nichtsdestoweniger hat die Investitionstätigkeit nach mehreren Quartalen eines starken Rückgangs wieder angezogen und dürfte im Prognosezeitraum weiter an Dynamik gewinnen, in begrenztem Umfang auch im Baugewerbe. Die nachlassende Unsicherheit dürfte die Nachfrage stärken, die den Erwartungen zufolge der Hauptwachstumsmotor sein wird, wenn die vorgenannten Faktoren weniger zum Tragen kommen.

Der Arbeitsmarkt ist durch eine sich allmählich stabilisierende Beschäftigung gekennzeichnet. Gleichwohl ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch, da die Arbeitsmarktentwicklung in der Regel der Entwicklung des BIP um ein halbes Jahr oder mehr hinterherhinkt. Entsprechend ist von einem bescheidenen Anstieg der Beschäftigung ab diesem Jahr und einem Rückgang der Beschäftigungsquote auf 10,4 % in der EU und 11,7 % im Euroraum bis 2015 auszugehen, wobei zwischen den einzelnen Ländern weiterhin erhebliche Unterschiede bestehen werden.

2014 wird sowohl in der EU als auch im Euroraum mit einer gedämpften Verbraucherpreisinflation in einer Größenordnung von 1,2 % bzw. 1,0 % gerechnet, bevor es im Jahr 2015 im Zuge eines dynamischeren Wirtschaftswachstums zu einem leichten Anstieg um etwa ¼ Prozentpunkt kommen soll.

Die Leistungsbilanz der wirtschaftlich schwachen Mitgliedstaaten hat sich in den letzten Jahren verbessert, nachdem diese einen kontinuierlichen Anstieg der Preiswettbewerbsfähigkeit verzeichnen und ihre Exportsektoren stärken konnten. Für einige dieser Volkswirtschaften werden in den Jahren 2014 und 2015 Leistungsbilanzüberschüsse erwartet.

Haushaltskonsolidierung zeigt Ergebnisse

Der Abbau der gesamtstaatlichen Defizite dürfte sich fortsetzen. Die Gesamthaushaltsdefizite sollen den Projektionen zufolge im Jahr 2014 auf 2,7 % des BIP in der EU und auf 2,6 % des BIP im Euroraum zurückgehen, während die Schuldenquote fast 90 % in der EU und 96 % im Euroraum erreichen dürfte. Das Tempo der Konsolidierung der strukturellen Haushaltssalden lässt einen weitgehend neutralen finanzpolitischen Kurs erkennen.

Ausgewogenere Risiken

Die Risiken sind ausgewogener als noch im Herbst. Das größte Abwärtsrisiko für die Wachstumsaussichten ist ein erneuter Vertrauensverlust, zu dem es kommen könnte, wenn die Reformen auf nationaler oder auf europäischer Ebene ins Stocken geraten. Damit würde sich die Wahrscheinlichkeit einer längeren Periode schwachen Wachstums in Europa mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit im Prognosezeitraum erhöhen. In den aktuellen Preisentwicklungen spiegeln sich sowohl externe Faktoren als auch der laufende Anpassungsprozess. Eine auf Dauer extrem niedrige Inflation im Euroraum wäre mit Risiken für die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts behaftet. Angesichts der fortschreitenden Erholung und des wachsenden Vertrauens ist die Wahrscheinlichkeit von Schocks, die stark genug sind, um die Inflationserwartungen zu entankern und eine EU-weite Deflation in Gang zu setzen, jedoch äußerst gering.

Auf der anderen Seite besteht das Aufwärtsrisiko einer unerwartet starken Erholung, zu der es kommen könnte, wenn weitere mutige Strukturreformen umgesetzt werden. Dies würde positive Feedback-Schleifen zwischen Vertrauen, Wirtschaftswachstum – insbesondere Investitionswachstum – und Kreditvergabefähigkeit des Bankensektors verstärken.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/economy_finance/eu/forecasts/2014_winter_forecast_en.htm

Kontakt:

Simon O'Connor (+32 229-67359)

Audrey Augier (+32 229-71607)

Vandna Kalia (+32 229-95824)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct Tel. 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail


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