Navigation path

Left navigation

Additional tools

Neue Qualitätsgrundsätze für den Tourismus – gut für Touristen und für Kleinunternehmen

European Commission - IP/14/168   20/02/2014

Other available languages: EN FR ES IT PT EL PL HR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 20. Februar 2014

Neue Qualitätsgrundsätze für den Tourismus – gut für Touristen und für Kleinunternehmen

Die Europäische Kommission stellt heute Qualitätsgrundsätze für den Tourismus vor, die dafür sorgen sollen, dass Touristen, die in andere Mitgliedstaaten reisen, oder Touristen aus Nicht-EU-Ländern für ihr Geld einen angemessenen Gegenwert erhalten. Die Grundsätze decken vier Hauptbereiche ab: die Schulung des Personals unter der Aufsicht eines Qualitätskoordinators, die Verbraucherzufriedenheit – Touristen müssen sich darauf verlassen können, dass auf ihre Beschwerden eingegangen wird –, Sauberkeit und Instandhaltung sowie korrekte und verlässliche Informationen zumindest in der wichtigsten Fremdsprache. Wenn den Touristen verlässliche und aktuelle Informationen über die Qualität touristischer Dienstleistungen zugänglich gemacht werden, können sie zwischen konkurrierenden Angeboten unterscheiden, eine kundige Wahl treffen und sprachliche Schwierigkeiten überwinden. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die diese Grundsätze einhalten, können die hohe Qualität ihrer Dienstleistungen leichter zur Geltung bringen. Der Vorschlag kommt somit den KMU zugute, die über 90 % der Unternehmen in der Tourismusbranche ausmachen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich hierzu wie folgt: „Die Dienstleister im Tourismus können auf diese Weise die Kunden von der hohen Qualität ihres Angebots überzeugen; dies bedeutet für Unternehmen, insbesondere für KMU, einen enormen Wettbewerbsvorteil. Unser Vorschlag ist ein wichtiges Instrument zur weiteren Förderung des Tourismus, der Branche in der EU, die in den vergangenen fünf Jahren am stärksten gewachsen ist. Durch Qualitätsinitiativen im europäischen Tourismus steigern wir den Reiseverkehr innerhalb der EU sowie aus Ländern außerhalb Europas und ergänzen ähnlich gelagerte Initiativen, etwa die Visaerleichterungen für Touristen aus Drittländern und die Schaffung eines Gütesiegels für Europa als Region mit hochwertigen Reisezielen.“

Weitere Informationen

Europäische Grundsätze zur Unterstützung von Unternehmen und Verbrauchern

Die empfohlenen Grundsätze werden den Anbietern von Tourismusdienstleistungen dabei helfen, auf erweiterten Märkten, insbesondere in außereuropäischen Ländern, sichtbarer zu werden. Die Unterschiede bei der Qualitätsbewertung touristischer Dienstleistungen können bei Touristen Verwirrung stiften. So können etwa Touristen bei Auslandsreisen mangels einheitlicher Informationen oft nicht leicht beurteilen, welche Qualität der Leistungen sie bei verschiedenen Anbietern erwarten können, so dass eine fundierte Wahl nur schwer möglich ist. Dies gilt insbesondere für Reisende aus anderen Mitgliedstaaten oder aus Drittländern. Investitionen in Qualität werden somit vom Verbraucher nicht belohnt, was die Unternehmen der Branche, insbesondere KMU, die nur über begrenzte Mittel verfügen, von solchen Investitionen abhält. Daher hat die Kommission heute folgende Grundsätze vorgeschlagen, die Unternehmen einhalten müssen, wenn sie sich an der Initiative beteiligen:

1. Tourismusdienstleister, die sich nach den Grundsätzen richten, sollten die Schulung aller Beschäftigten sicherstellen, die in direktem Kontakt mit den Kunden stehen, damit sie ihre Aufgaben zufriedenstellend erfüllen können. Die Unternehmen sollten außerdem,

  • die absolvierten Schulungen in einem Schulungsregister festhalten,

  • einen Qualitätskoordinator ernennen, der bei den erbrachten Dienstleistungen für ein kohärentes Qualitätsmanagement sorgt, und

  • die Mitarbeiter in den Qualitätsprozess einbeziehen.

2. Die Tourismusunternehmen sollten im Rahmen einer Strategie für die Kundenzufriedenheit einen Mechanismus zur Bearbeitung von Verbraucherbeschwerden einrichten, damit die Beschwerden an dem Ort, an dem die Dienstleistung erbracht wurde, oder per Internet unverzüglich beantwortet werden. Außerdem sollten Anbieter in der Tourismusbranche Umfragen über die Verbraucherzufriedenheit durchführen und deren Ergebnisse zur Qualitätsverbesserung nutzen.

3. Tourismusdienstleister sollten einen dokumentierten Reinigungs- und Instandhaltungsplan für die Einrichtungen führen.

4. Tourismusdienstleister sollten den Gästen Informationen über Traditionen und Bräuche, Natur- und Kulturschätze, Dienstleistungen und Produkte sowie über Nachhaltigkeitsaspekte zur Verfügung stellen.

5. Sie sollten sicherstellen, dass diese Informationen korrekt, verlässlich, eindeutig und zumindest in der wichtigsten Fremdsprache verfügbar sind, sofern dies für den Standort und das Geschäftskonzept sinnvoll ist.

Wie werden die Grundsätze in der Praxis funktionieren?

Die Teilnahme an der Initiative ist für die Mitgliedstaaten freiwillig, so dass unnötige Belastungen der nationalen Behörden vermieden werden. Sie werden jedoch aufgefordert, die Anwendung der Grundsätze in ihrem jeweiligen Gebiet zu koordinieren, zu überwachen und zu fördern. Die vorgeschlagenen Empfehlungen werden nun unter dem griechischen und italienischen Vorsitz im Rat erörtert.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) Twitter: @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website