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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 17. Februar 2014

Industriestrukturbericht 2013: Kommission betont Notwendigkeit eines Wiedererstarkens der Industrie

Laut einem heute veröffentlichten Bericht der Europäischen Kommission über den derzeitigen Zustand der europäischen Industrie haben zahlreiche Branchen immer noch nicht ihren Ausstoß aus der Zeit vor der Krise erreicht. Zudem bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen und Mitgliedstaaten. Im „EU industrial structure report 2013: Competing in Global Value Chains“ (Bericht über die Industriestruktur der EU 2013: Wettbewerb in globalen Wertschöpfungsketten) wird der Abwärtstrend des verarbeitenden Gewerbes näher beleuchtet. Außerdem werden die für beide Seiten vorteilhaften Verbindungen zwischen verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungssektor sowie die Bedeutung globaler Wertschöpfungsketten herausgearbeitet. Wie als Fazit unterstrichen wird, muss die immer wichtiger werdende Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit als Querschnittsaufgabe auch in anderen Politikbereichen Berücksichtigung finden. Auf diese Probleme, die die Kommission unlängst in ihrer Mitteilung „Für ein Wiedererstarken der europäischen Industrie“ aufgezeigt hat, wird bei der anstehenden Tagung des Rates „Wettbewerbsfähigkeit“ am 20. und 21. Februar direkt eingegangen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Dieser Bericht zeigt deutlich, dass die Krise von 2008 die Entindustrialisierung Europas erheblich beschleunigt hat und dass die Industrie gezielte Unterstützung benötigt, wenn sie wieder wachsen soll. Bis 2020 soll die Industrie 20 % zum europäischen BIP beitragen. Von diesem Ziel ist Europa noch weit entfernt. Wir müssen daher den Schwerpunkt auf die Reindustrialisierung legen. Ich rufe die Mitgliedstaaten auf, den neuen Pakt für die Industrie zu unterstützen, wenn der Rat ‚Wettbewerbsfähigkeit‘ nächste Woche zusammentritt.

Näheres dazu unter:

Bericht über die Industriestruktur 2013

Nähere Ausführungen zu den im Bericht vorgestellten Ergebnissen finden Sie im begleitenden Memo: 2013 EU industrial structure report highlights challenges and opportunities of EU re-industrialisation

Wichtigste Ergebnisse des Berichts :

Der Bericht zeigt, dass die durch das positive Wachstum im Zeitraum 2010-2011 angedeutete zaghafte Erholung durch einen Konjunkturabschwung unterbrochen wurde und die Industrie der EU einen doppelten Einbruch erlitt – ein Befund, der auch durch andere Studien gestützt wird. Er bestätigte außerdem, dass der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung seit 2001 um weitere 3 Prozentpunkte auf etwa 15 % des BIP im Jahr 2012 zurückgegangen ist.

Unterschiede zwischen den Ländern: Hinter der Gesamtleistung des europäischen verarbeitenden Gewerbes verbergen sich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten. Eine kräftige Erholung war beispielsweise in Rumänien, Polen, der Slowakei und den baltischen Staaten zu beobachten, die allesamt ihre Spitzenwerte aus der Zeit vor der Rezession wieder erreicht und übertroffen haben.

Unterschiede zwischen Branchen – Hochtechnologie, Pharmazie und Güter des täglichen Bedarfs trotzen der Krise: Auch zwischen den verschiedenen Branchen bestehen Unterschiede. Die Bauwirtschaft, das verarbeitende Gewerbe und der Bergbau wurden hart getroffen. Wirtschaftszweige, die Konsumgüter des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel und Getränke oder Arzneimittel herstellten, standen vergleichsweise besser da. Im verarbeitenden Gewerbe wurden Hochtechnologie-Unternehmen weniger stark in Mitleidenschaft gezogen als andere Bereiche.

Produktivitätssteigerungen fallen unterschiedlich hoch aus und konzentrieren sich auf die High-Tech-Branchen: Die Steigerungen von Produktivität und Beschäftigung fielen von Branche zu Branche sehr unterschiedlich aus, wobei das verarbeitende Gewerbe, insbesondere in Branchen mit niedrigem Technologieniveau, einen allgemeinen Rückgang verzeichnete. Im Gefolge der letzten Krise konnte das verarbeitende Gewerbe in der EU seine Arbeitskosten verringern und seine Produktivität steigern. Die High-Tech-Industrie als Hauptwachstumsmotor erwies sich dabei als widerstandsfähiger gegenüber den negativen Auswirkungen der Finanzkrise; dies lag sowohl an ihrer höheren Produktivität als auch an ihrer begrenzten Energieabhängigkeit.

Dienstleistungssektor wächst schneller als verarbeitendes Gewerbe: Bei den – typischerweise vom Privatsektor erbrachten – marktbestimmten Dienstleistungen betrug das durchschnittliche Wachstum im Zeitraum 2009-2012 EU-weit 1,7 Prozentpunkte; auf sie entfällt mittlerweile die Hälfte des BIP der EU. Der Anteil der nichtmarktbestimmten Dienstleistungen (in der Regel vom öffentlichen Sektor erbracht) stieg ebenfalls und erreichte im Jahr 2012 23 % des BIP. Im Dienstleistungssektor stieg die Beschäftigtenzahl im Zeitraum 2001-2010, während sie im verarbeitenden Gewerbe zurückging.

Verbindungen zwischen dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor bringen Vorteile für beide: In den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes wird die Nutzung von Dienstleistungen mehr und mehr Teil der Betriebsabläufe, sowohl bei der Entwicklung und dem Vertrieb von Produkten als auch bei horizontalen Tätigkeiten wie Buchhaltung und Logistik. Eine höhere Produktivität des verarbeitenden Gewerbes kann auch auf andere Sektoren ausstrahlen. Durch die zunehmende Abhängigkeit voneinander fällt dem verarbeitenden Gewerbe eine Art „tragende Funktion“ für den Dienstleistungssektor zu, dessen Leistungen ansonsten möglicherweise nur begrenzt handelbar wären. Dadurch werden Innovationen und Qualitätsverbesserungen bei Dienstleistungen gefördert.

Globale Wertschöpfungsketten werden für die Industrie der EU immer wichtiger: Die EU ist nach wie vor der größte Akteur im Welthandel, und zwar sowohl bei den Waren- und Dienstleistungs- als auch bei den Investitionsströmen. Durch die Globalisierung bildeten sich immer mehr grenzüberschreitende Netzwerke, welche die Wertschöpfungsketten der Unternehmen veränderten. Obwohl die Unternehmen aus der EU bereits in globale Wertschöpfungsketten integriert sind, können sie durch stärkere Einbindung ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und zu günstigeren Bedingungen Zugang zu globalen Märkten erhalten.

Einbruch der vom verarbeitenden Gewerbe benötigten ausländischen Investitionen: Die Zunahme der globalen Handelsströme ging mit einer noch stärkeren Zunahme der weltweiten Kapitalströme einher, hierzu gehörten auch die von der Industrie der EU benötigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI). Auf die Gesamtheit der EU-Mitgliedstaaten entfällt mit etwa 22 % der Zuflüsse und 30 % der Abflüsse ein beträchtlicher Teil der weltweiten ADI-Ströme, doch gingen sowohl Zu- als auch Abflüsse durch die Krise stark zurück. Die Zuflüsse der EU lagen 2010 bei ungefähr einem Drittel ihres Standes von 2007, die Abflüsse sanken noch stärker. Grund für den Rückgang bei den Zuflüssen waren drastisch verringerte Kapitalströme innerhalb der EU seit Beginn der Krise.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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