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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 14. Februar 2014

Elektronikindustrie legt Plan vor, um Europa in der Mikro- und Nanoelektronik weltweit führend zu machen

Firmenchefs aus der Elektronikindustrie haben gegenüber der Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes erklärt, dass Europa in den nächsten 10 Jahren bis zu 60 % der neuen Elektronikmärkte erobern und den wirtschaftlichen Wert der Halbleiterkomponentenfertigung verdoppeln könnte. Dies sieht ein Plan vor, der heute der Europäischen Kommission vorgelegt wurde.

Frau Kroes hatte 11 Unternehmenschefs der Elektronikbranche im Rahmen der 2013 gebildeten Electronics Leaders Group (ELG) gebeten, diesen detaillierten Plan aufzustellen. Die Gruppe empfiehlt der EU, sich auf folgende Schwerpunkte zu konzentrieren:

Bereiche, in denen Europa stark ist – Automobilindustrie, Energie, industrielle Automatisierung und Sicherheit. Ziel ist eine Verdoppelung der heutigen Produktion in den kommenden 10 Jahren;

neue Bereiche mit hohen Wachstumsaussichten, insbesondere das „Internet der Dinge“ und die Entwicklung von Märkten für intelligente Produkte und Dienste der Zukunft (z. B. Smart-Home-Systeme, Smart-Grids). Ziel ist die Eroberung eines Anteils von 60 % an diesen neu entstehenden Märkten bis 2020;

Wiederherstellung einer starken Präsenz im Bereich der Mobilfunk- und Drahtloskommunikation. Europa strebt einen Anteil von 20 % des prognostizierten Wachstums auf diesen Märkten an.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte dazu: „Ich möchte, dass wir das Steuer in die Hand nehmen. Die Branche will wieder ganz nach vorn. Deshalb lautet meine Botschaft: Wir wollen Europa zu dem Standort machen, an dem innovative Mikro- und Nanoelektronik gemacht und gekauft wird.“

Auf der Nachfrageseite schlägt die Gruppe eine große Initiative mit dem Titel „Smart Everything Everywhere“ (Immer und Überall Intelligent) vor, mit der in ganz Europa Exzellenzzentren und Gebiete für eine großangelegte Praxiserprobung neuer Technologien geschaffen werden sollen.

Auf der Anbieterseite sieht die Gruppe klare Chancen für eine Kapazitätssteigerung um 70 000 neue Wafer (die Halbleiterscheiben aus denen die Chips gefertigt werden) pro Monat ab 2016/2017, was einem jährlichen Kapazitätszuwachs um 10 % entspricht. Europa kann auf seine solide Werkstoff- und Ausrüstungsindustrie zählen, wenn es darum geht, einen Wettbewerbsvorsprung in der Produktion zu behaupten, auch beim aus Kostengründen bevorstehenden Übergang zu größeren Wafern.

In Europa sind in der Halbleiterbranche samt Umfeld ungefähr 250 000 Menschen direkt beschäftigt, in der gesamten Wertschöpfungskette sind es etwa 2,5 Mio. Beschäftigte. Mindestens 10 % des europäischen Bruttoinlandsprodukts gehen auf mikro- und nanoelektronische Komponenten und Systeme zurück. Weltweit steigt die Nachfrage jährlich um 9 % (Volumen) bzw. 5–6 % (Wert).

Die ELG wird nun daran arbeiten, aus diesen Ideen bis Juni 2014 konkrete Aktionen zu machen.

Hintergrund

In den 1990er Jahren erreichte der Anteil Europas an der Halbleiterfertigung mehr als 15 % der Weltproduktion. Im letzten Jahrzehnt ist er jedoch auf unter 10 % gefallen (Japan 22 %, Südkorea 18 %, Taiwan 17 % und USA 13 %). Europa hat Stärken in vertikal integrierten Märkten (z. B. Automobilindustrie, Energie, Sicherheit und Chipkarten) und ist führend auf neuen Märkten wie dem Markt für Sensoren und Mikrosysteme (MEMS). Außerdem ist die europäische Industrie stark bei virtuellen Bauteilen und stromsparenden Prozessoren sowie als Anbieter von Ausrüstungen, Werkstoffen und geistigem Eigentum.

Am 23. Mai 2013 kündigte die Kommission eine Elektronikstrategie für Europa an, mit der bis 2020 Industrie-Investitionen in Höhe von 100 Mrd. EUR gefördert, der Wert der Mikrochip-Produktion in der EU verdoppelt und 250 000 neue Arbeitsplätze in Europa geschaffen werden sollen. Die Electronic Leaders Group, eine Gruppe aus 11 Unternehmenschefs der Elektronikbranche (Forschung, Tools, Entwicklung und Fertigung), wurde gebildet, um in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten neue Wege zur Erreichung dieser Ziele zu finden.

Der heute vorgelegte Plan markiert den Abschluss einer Aktion der Elektronikstrategie für Europa. Er enthält konkrete Ziele, die nun von der Industrie, der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten, Regionen, Universitäten und von Investoren verwirklicht werden sollen.

Der Plan baut auf Erfahrungen mit bestehenden öffentlich-privaten Partnerschaften wie dem Unternehmen ENIAC auf, das 2012/2013 mehr als 1,8 Mrd. EUR in Pilotanlagen und Pilotprojekte investiert hat. Diese Pilotanlagen werden künftig im Rahmen der neuen Initiative ECSEL unterstützt, die voraussichtlich im Mai 2014 mit einem Budget von mindestens 5 Mrd. EUR für die nächsten 7 Jahre an den Start gehen wird.

Nützliche Links

MEMO/14/106: Digitale Agenda – 8 Dinge, die Sie über Elektronik wissen sollten

Ein europäischer industriepolitischer Fahrplan für mikro- und nanoelektronische Komponenten und Systeme

Elektronik in der Digitalen Agenda

Hashtags: #electronics #ConnectedContinent

Website zur Digitalen Agenda

Website von Neelie Kroes

Neelie Kroes auf Twitter

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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