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Freizügigkeit: Europäische Kommission veröffentlicht Studie zur Integration mobiler EU-Bürger in sechs Städten

European Commission - IP/14/137   11/02/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. Februar 2014

Freizügigkeit: Europäische Kommission veröffentlicht Studie zur Integration mobiler EU-Bürger in sechs Städten

EU-Bürger gehen hauptsächlich wegen besserer Arbeitsmöglichkeiten in andere EU-Länder, sind im Durchschnitt jünger und arbeiten häufiger. Dies bestätigen die Ergebnisse einer heute veröffentlichten neuen, unabhängigen Studie über die Auswirkungen des Rechts auf Freizügigkeit innerhalb der EU. Die Studie konzentriert sich auf sechs europäische Städte (siehe Anhang 1-2), die wegen der multinationalen Zusammensetzung ihrer Bevölkerung ausgewählt wurden: Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin. Sie zeigt auf, dass der Zuzug von jungen EU-Bürgern im erwerbsfähigen Alter auf alle sechs Städte eine positive wirtschaftliche Auswirkung hatte. Dem Beispiel Turins ist zu entnehmen, dass die Steuereinnahmen von Ausländern den nationalen Steuerbehörden insgesamt einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. EUR einbrachten (siehe Anhang 3). Die Studie belegt auch, dass die Neuzugezogenen Lücken auf lokalen Arbeitsmärkten ausgefüllt sowie zum Wachstum in neuen Sektoren und zu einer ausgewogeneren Bevölkerungsstruktur beigetragen haben. Mobile Bürger sind oft für die angenommene Beschäftigung überqualifiziert, erhalten manchmal weniger Lohn und haben gleichzeitig nicht denselben Zugang zu Wohn- und Bildungsmöglichkeiten.

„Die Freizügigkeit bringt Vorteile für Europa, seine Bürger und seine Wirtschaft. In manchen Städten gibt es Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Die Freizügigkeit in Frage zu stellen wäre jedoch die falsche Reaktion. Ich glaube, wir müssen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene zusammenarbeiten, um die Herausforderungen in Chancen zu verwandeln. Die Beispiele aus Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin zeigen, dass es möglich ist“, sagte Vizepräsidentin Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Unionsbürgerschaft, anlässlich einer heute stattfindenden Bürgermeisterkonferenz über die Freizügigkeit (IP/14/98). „Die Kommission wird den Mitgliedstaaten bei der Lösung von Problemen, die mit der Freizügigkeit verbunden sind, weiterhin ein verlässlicher Partner sein. Beim heutigen Treffen mit den Bürgermeistern werden den lokalen Behörden aus ganz Europa zum Nutzen aller die besten Beispiele für erfolgreiche Integration von EU-Bürgern in Städte vorgestellt. Ich bin zuversichtlich, dass diese guten Beispiele zu Vorbildern für ganz Europa werden.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • EU-Bürger ziehen hauptsächlich wegen Arbeitsmöglichkeiten um, sind im Durchschnitt jünger und nehmen eher am Wirtschaftsleben teil als die ansässige Bevölkerung in den untersuchten Städten (siehe Anhang 4).

  • Der Zuzug jüngerer EU-Bürger im erwerbsfähigen Alter hilft den ausgewählten Städten dabei, die demografische Herausforderung einer alternden Bevölkerung und der sinkenden Zahl an Arbeitskräften zu bewältigen.

  • Die EU-Bürger füllen auch bestehende Lücken auf dem Arbeitsmarkt, indem sie entweder Arbeiten annehmen, für die keine besondere Qualifikation erforderlich ist (in Turin und Hamburg), zum Wachstum neuer Sektoren (z. B. IKT in Dublin) oder zu neuen unternehmerischen Initiativen (in Turin und Hamburg) beitragen.

Es wird zudem auf folgende Herausforderungen hingewiesen:

  • Mobile EU-Bürger sind eher überqualifiziert als ihre Mitbürger (sie nehmen Beschäftigungen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus an), was eine Vergeudung von Fähigkeiten bedeuten und die potenziellen Vorteile der Mobilität innerhalb der EU abschwächen könnte.

  • In einigen Fällen sind Lohnunterschiede zwischen Staatsangehörigen des betreffenden Mitgliedstaates und mobilen EU-Bürgern aufgetreten (diese verdienen meistens weniger); allerdings konnte das nicht oft nachgewiesen werden.

  • Mobile Bürger haben nicht immer dieselben Möglichkeiten in Bezug auf Wohnraum und die Aufnahme ihrer Kinder in Schulen, obwohl sie arbeiten und Steuern zahlen.

Den Erfolg der Integrationsprogramme in den sechs Städten unterstreicht die Tatsache, dass sich die Einstellung gegenüber der Mobilität schrittweise verändert (siehe Anhang 5). Alle untersuchten Städte fördern ein integratives Umfeld und eine positive Aufnahmekultur durch Maßnahmen wie die Bereitstellung leicht zugänglicher Informationen (z. B. zentrale Anlaufstellen für Informationen), unterstützende Sprachkurse sowie interkulturellen Dialog und die Interaktion mit den Bürgern.

Schließlich zeigt die Studie eine Reihe von vorbildlichen Verfahren aus den untersuchten Städten auf (siehe Anhang 6).

Hintergrund

Die Studie wurde heute bei einem Treffen von über 100 Bürgermeistern und Vertretern lokaler Behörden aus ganz Europa vorgestellt. Ziel war es, derzeitige Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Freizügigkeit von EU-Bürgern in der Europäischen Union zu diskutieren. Die Bürgermeisterkonferenz soll dazu dienen, bewährte Verfahren der Umsetzung der Freizügigkeitsregeln auszutauschen und Probleme sozialer Integration besser zu lösen. Das Treffen ist eine von fünf Aktionen, die die Kommission zur Stärkung des Rechts auf Freizügigkeit in der EU und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausschöpfung der daraus resultierenden Vorteile vorgeschlagen hat (IP/13/1151).

Die Studie analysiert Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Integration mobiler EU-Bürger und zur Förderung einer positiven Aufnahmekultur und einer positiven Haltung gegenüber ausländischen Staatsangehörigen. Es wurden Maßnahmen im Bereich der Beschäftigung, des Unternehmertums, des Wohnens, der Bildung, des interkulturellen Dialogs, der Einstellungen gegenüber der Migration und der Beteiligung am städtischen Leben berücksichtigt.

Weitere Informationen

Studie: Evaluation of the impact of the free movement of EU citizens at local level (Beurteilung der lokalen Auswirkungen der Freizügigkeit der EU-Bürger, auf Englisch verfügbar):

http://ec.europa.eu/justice/citizen/files/dg_just_eva_free_mov_final_report_27.01.14.pdf

Anhang der Studie: Bewährte Verfahren aus sechs Städten (auf Englisch verfügbar):

http://ec.europa.eu/justice/citizen/files/best_practices.pdf

Häufig gestellte Fragen - Erklärungen zum Thema Freizügigkeit

http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-14-9_en.htm

Europäische Kommission - Freizügigkeit

http://ec.europa.eu/justice/citizen/move-live/index_de.htm

Homepage von Viviane Reding, Kommissions-Vizepräsidentin und EU-Justizkommissarin:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Vize-Präsidentin Reding auf Twitter:@VivianeRedingEU

Kontakt:

Mina Andreeva (+32 229-91382)

Natasha Bertaud (+32 229-67456)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct-Telefon: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­-Mail

ANHANG: Trends und Muster in sechs Städten

1. Total population composition in the 6 cities in 2011

The 6 cities vary significantly in terms of waves of migration they have experienced. Notably, Lille and Hamburg have a long migration history. On the contrary, the inflow of EU mobile citizens is a recent phenomenon in Dublin, Barcelona, Turin, with increasing inflows following the 2004 and 2007 enlargements. Finally, Prague has evolved from simply a transit route to a target country only recently.

Source: National Statistical Offices, Note: TCNs = Third Country Nationals

2. Composition of EU mobile citizens by country of origin in the 6 cities

In some cities, one or two nationalities make up the bulk of EU mobile citizens. This is the case in Turin, where 91.8% of EU mobile citizens are from Romania, and in Prague, where 52.5% of EU mobile citizens come from Slovakia. In other cities, although more EU nationalities are represented, two national groups prevail: in Lille (Lille Métrople Communauté Urbaine data) 30.2% of EU mobile citizens come from Portugal and 25.8% from Belgium; in Barcelona, citizens from Italy and France account respectively for 31.6% and 16.6% of EU mobile citizens. Finally, Hamburg and Dublin show a definitively fragmented picture, since these cities host a high number of different communities (despite the relevance of some national groups such as Polish, significant in both cities).

Source: National Statistical Offices

3. Free movement of Citizens: A Benefit to the economy of Turin

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An evaluation carried out at national level by “Caritas migrantes” shows that tax revenues from foreigners on the whole brought a net benefit of 1.5 billion € to national public finances: the high amount of social security taxes paid by foreigners, in addition to other direct and indirect taxes, extensively overcomes the costs of social services provided for them.

4. Employment Rates in the Six Countries/Cities

Spain

Source: Eurostat

Ireland

Source: Eurostat

Hamburg

Source: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Czech Republic:

Source: Eurostat

4. Activities of EU mobile citizens in the six cities

Note: specific data on EU citizens in each city are not always available. Data may be for all foreigners or for the whole region or country.

Barcelona (Spain)

Share of employed EU mobile citizens per level of qualification and skills required in Catalonia (2011)

Source: CCOO Cataluña

EU mobile citizens are quite polarised in Catalonia with approximately a third employed in jobs with low or no level of qualification (32.4%), and a third in jobs with high level of qualification (30.3%)

Dublin (Ireland)

EU mobile citizens and Irish citizens per occupation in Ireland

Source: CSO, Population census 2011

Although, in Ireland, the distribution of EU and non-EU workers across sectors is substantially in line with that of nationals, the former are more likely to be employed in some sectors, such as manufacturing (25.5% of foreign workers are employed, compared to 21% of Irish nationals) and Accommodation and Food (16.4% of foreign workers take up jobs here, against 8.5% of nationals).

Nationals’ and foreigners’ distribution per employment sectors in Ireland (2011)

Source: Quarterly Household national Survey Q1 2011

On the whole, the distribution of foreign nationals on the labour market is biased towards lower skilled sectors.

Hamburg

Employee per profession – data for nationals, EU mobile citizens and non-EU nationals in Hamburg in 2012

Source: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Data refers to the 30/6

The chart shows that in Hamburg a small share of EU mobile citizens are employed in organizational, administrative and other white-collar occupations (20%), as compared to nationals (29.1%), whereas they are largely more present in transport and logistical occupations (e.g. train, truck or taxi drivers, pilots) or as nutrition professionals (e.g. cooks, bakers, butchers).

Lille

Nationals, EU mobile citizens and non-EU nationals (between 25 and 64 years) per employment sectors in the Nord Pas de Calais Region (2007)

Source: INSEE, Population census 2009

As far as the main sectors of activity are concerned, EU mobile citizens, when compared to Nationals, work more in the industry and construction sectors.

Nationals, EU mobile citizens and non-EU nationals per occupation in the Lille Métropole Commnauté Urbaine (2009)

Source: INSEE, Population census 2009

Focusing on the occupational structure of EU mobile citizens who are actively employed in the Lille Métropole Commnauté Urbaine, they mainly belong to the working class (33.3%) and to the employee category (25.6%).

Prague

Foreign nationals registered at labour offices by level of occupation, in Prague in 2010

Source: Directorate of Alien Police; foreigners registered at labour offices - Ministry of Labour and Social Affairs

With reference to the skills/occupational level, considering total foreign nationals in Prague, in 2010 the largest share was in elementary occupations (21,560), employing 28.2% of foreign nationals registered at labour offices.

Turin

New Employees by sector in Turin province in 2011

Source: Turin Chamber of Commerce, 2011

EU mobile citizens in the Province of Turin tend to be highly concentrated in certain sectors, in particular Construction (15.3%) and the Domestic working sectors (49.1%).

5. Integration policies are working: Attitudes are improving

Evolution of negative perception of foreign national by citizens in Barcelona (2007-12):

Source: Enquesta Òmnibus Municipal. Barcelona City Council.

6. Good practice examples from the six cities

City

Project

Summary

Barcelona

BCN Anti-Rumours

Barcelona aims to combat stereotypes and myths about cultural diversity, through surveys, communication activities and engaging local associations and companies. The project is a simple and effective way to build a more cohesive society and foster inclusion in the local community.

Barcelona

Barcelona Activa

A programme to support entrepreneurs moving to the city, with EU support. 1,300 people have followed information sessions and 600 have received training in entrepreneurship. The programme also facilitates access to professional services.

Dublin

Failte Isteach

A community project offering conversational English classes taught by older volunteers. The project harnesses the skills, experience and enthusiasm of senior citizens to help meet the needs of foreign residents struggling due to language barriers, but also serves to break down cultural barriers by extending a friendly welcome to newcomers.

Hamburg

We are Hamburg! Won’t you join us?

A campaign to promote openness to other cultures in local authorities and recruit young foreigners in the Hamburg public services. 500 training places were offered in the police, fire service, prisons and courts, resulting in an increase in foreign residents of the city following apprenticeships.

Lille

International Label

A project launched by the local university to promote inclusion of foreign students and mobility of its own students. The International Label is awarded to students who have followed an intercultural module, language course and mobility programme as part of their diploma.

Prague

Libraries for All

Part of a wider European project to provide multilingual services through public libraries to promote inclusion. Services include books in other languages as well as language and IT courses for foreign residents.

Turin

Start a Business

The local chamber of commerce, tax and social security offices joined forces to provide support and advice to foreigners in the process of starting a new business. The project included a training course for foreign residents wanting to become entrepreneurs.


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