Navigation path

Left navigation

Additional tools

Umwelt: Kommission möchte feststellen, wie die EU den dramatischen Anstieg des illegalen Artenhandels bekämpfen kann

European Commission - IP/14/123   07/02/2014

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO HR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 7.Februar 2014

Umwelt: Kommission möchte feststellen, wie die EU den dramatischen Anstieg des illegalen Artenhandels bekämpfen kann

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation eingeleitet, um festzustellen, wie die EU den illegalen Artenhandel besser bekämpfen kann. Sie reagiert damit auf den weltweit enormen Anstieg von Wilderei und Schmuggel, die bei einigen Arten noch nie dagewesene Ausmaße erreicht haben. So wurden 2013 in Südafrika über 1000 Nashörner gewildert im Vergleich zu 13 im Jahre 2007, und das Horn dieser Tiere ist inzwischen wertvoller als Gold. Die EU ist ein wichtiger Absatzmarkt und Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Erzeugnissen aus wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, in dem das organisierte Verbrechen eine immer größere Rolle spielt.

Umweltkommissar Potočnik erklärte dazu: „Der illegale Artenhandel hat verheerende Folgen für die Artenvielfalt, und wir müssen Wege finden, um entschlossener zu handeln. Diese Konsultation ist ein erster Schritt, um unser Konzept grundlegend ändern zu können.“

Die EU-Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström, führte aus: „Illegaler Artenhandel ist für das international organisierte Verbrechen sehr profitabel. In der Mitteilung, die wir heute annehmen, wird erläutert, wie alle Akteure zusammenarbeiten können, um solche Straftaten wirkungsvoller zu bekämpfen.“

Um den illegalen Handel mit frei lebenden Tieren und Pflanzen zu bekämpfen, hat die EU in den letzten zehn Jahren strenge Bestimmungen für den Handel mit gefährdeten Arten verabschiedet und die Bekämpfung des illegalen Artenhandels in Entwicklungsländern umfassend unterstützt. In Afrika hat die EU in den letzten 30 Jahren über 500 Mio. EUR für die Erhaltung der Artenvielfalt aufgewendet, und laufende Projekte werden mit rund 160 Mio. EUR finanziert.

Straftaten im Zusammenhang mit frei lebenden Tieren und Pflanzen sind äußerst lukrativ und werden nur selten verfolgt. Die wachsende Nachfrage nach illegalen Erzeugnissen hat für einige bereits bedrohte Arten fatale Folgen. Angesichts der neuen Dimension des Problems stellt sich die Frage, wie die EU den illegalen Artenhandel wirkungsvoller bekämpfen kann. Die Kommission möchte daher Meinungen zu zehn Fragen bezüglich des illegalen Handels mit wild lebenden Tieren und Pflanzen einholen, unter anderem zu der Frage, ob der derzeitige Rahmen ausreicht, mit welchen Instrumenten die laufenden Bemühungen verstärkt werden könnten, wie insbesondere die EU helfen kann, wie unsere Kenntnisse und Daten verbessert werden können und ob strengere Sanktionen möglich sind.

Kommentare können bis zum 10. April 2014 eingereicht werden über: http://ec.europa.eu/yourvoice/.

Nächste Schritte

Die Ergebnisse dieser Konsultation und das Ergebnis einer für den 10. April 2014 geplanten Konferenz werden in eine Überprüfung bestehender EU-Politiken und ‑Maßnahmen in diesem Bereich einfließen, um die EU in die Lage zu versetzen, wirksamer zur Lösung des Problems beizutragen.

Hintergrund

Illegaler Artenhandel (grenzüberschreitender Schmuggel biologischer Ressourcen, die aus der Wildnis entnommen werden, einschließlich des Handels mit Holz und im Meer lebenden Arten) ist nicht neu, hat sich aber in den letzten Jahren hinsichtlich von Ausmaß, Art und Auswirkungen erheblich verändert.

Illegaler Artenhandel hat sich infolge einer starken und immer weiter zunehmenden Nachfrage nach Produkten aus wild lebenden Tieren und Pflanzen – vor allem in Asien – weltweit zu einer der profitabelsten grenzüberschreitenden Straftaten entwickelt. Ein kaum ausgeprägtes Problembewusstsein, die geringe Gefahr, entdeckt zu werden, und milde Strafen machen einen solchen Handel vor allem für das organisierte Verbrechen in der EU und andernorts attraktiv.

In Afrika hat sich die Zahl der illegal erlegten Elefanten in den letzten zehn Jahren verdoppelt. 2012 fielen 22 000 Elefanten Wilderern zum Opfer. In Südafrika hat die Wilderei von Nashörnern alarmierende Ausmaße angenommen – Hörner dieser Tiere werden für 40 000 EUR pro Kilo verkauft, und auf Sumatra handelt es sich mittlerweile bei 78 % aller toten Tiger um Fälle von Wilderei. Tigerknochen lassen sich für 900 EUR pro Kilo verkaufen.

Illegaler Artenhandel trägt zur Vernichtung der Lebensgrundlage von zahlreichen marginalisierten Bevölkerungsgruppen, einschließlich lokaler Gemeinschaften, bei. In Verbindung mit Korruption und illegalen Finanzströmen, etwa infolge von Geldwäsche, werden die rechtsstaatliche Ordnung und eine verantwortungsvolle Staatsführung untergraben. Außerdem fördert der illegale Artenhandel die regionale Instabilität in Zentralafrika, wo es Milizen gibt, die dadurch ihre Tätigkeiten finanzieren. Er beeinträchtigt die Artenvielfalt und bedroht dadurch die Gesundheit lebenswichtiger Ökosysteme.

Weitere Informationen:

Die Konsultation kann abgerufen werden über:

http://ec.europa.eu/environment/consultations_en.htm#open

Siehe auch:

http://ec.europa.eu/environment/cites/home_de.htm

http://ec.europa.eu/environment/cites/trafficking_en.htm

MEMO Q&A: MEMO/14/91

Kontaktperson:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website