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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 20. Oktober 2014

Beschäftigung: Darlehen in Höhe von 182 Mio. EUR für mehr als 20 000 Unternehmer zur Gründung oder Erweiterung von Unternehmen im Rahmen der Progress-Mikrofinanzierung

Im Rahmen des europäischen Progress-Mikrofinanzierungsinstruments haben bereits über 20 000 Unternehmerinnen und Unternehmer Darlehen und Bürgschaften im Gesamtwert von 182 Mio. EUR in Anspruch genommen. Dies geht aus dem jüngsten Bericht der Europäischen Kommission über die Umsetzung dieses Finanzinstruments hervor. Insbesondere belegt der Bericht, dass die Progress-Mikrofinanzierung signifikant zur Schaffung von Arbeitsplätzen beigetragen hat, indem sie arbeitslosen oder nichterwerbstätigen Personen, die Schwierigkeiten haben, Geld bei Finanzinstituten zu leihen, Kredite gewährt hat. Das neue Mikrofinanzierungsinstrument, das in der zweiten Jahreshälfte 2014 im Rahmen des Programms für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) anlaufen soll, wird auf dieser Erfahrung aufbauen.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Indem sie Unterstützung bei der Unternehmensgründung bietet, stellt die europäische Progress-Mikrofinanzierung ein leistungsfähiges Instrument dar, um Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen bei ihren Bemühungen zu helfen, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Für Arbeitslose, junge Menschen und Angehörige von Minderheiten kann es schwierig sein, die für die Gründung eines Unternehmens erforderlichen Gelder zu mobilisieren; kleine Darlehen, wie sie die Progress-Mikrofinanzierung anbietet, können einen großen Unterschied für potenzielle Unternehmerinnen und Unternehmer machen, die sonst möglicherweise niemals in der Lage wären, ihre berufliche Kreativität zu entfalten.“

Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzmitteln sind eines der größten Hindernisse für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer. Laut dem Bericht waren 60 % der Endempfänger zum Zeitpunkt der Antragstellung arbeitslos oder nicht erwerbstätig, 36 % Frauen und 5,9 % unter 25 Jahren.

Zu den Empfängern der finanziellen Unterstützung gehörten Minderheiten wie Roma-Gemeinschaften in Frankreich und Bulgarien.

Am häufigsten wurden die Darlehen des Instruments weiterhin in der Landwirtschaft und im Handel in Anspruch genommen; mehr als die Hälfte aller unterstützten Unternehmen sind in diesen Sektoren tätig.

Ergänzt wird der Bericht durch eine externe http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=89&newsId=1093Studie, aus der hervorgeht, dass die Nachfrage nach Mikrokrediten EU-weit nicht befriedigt ist und dass die bestehende Lücke auf dem europäischen Mikrofinanzierungsmarkt, die auf rund 2,7 Mrd. EUR geschätzt wird, geschlossen werden muss. Deshalb ruft die Kommission die Mitgliedstaaten auf, aktiver zu werden und nationale Mikrofinanzierungsprogramme anzubieten, insbesondere durch den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds oder dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Hintergrund

Das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument soll Menschen, die nur schwer ein herkömmliches Bankdarlehen bekommen, besseren Zugang zu Mikrokrediten verschaffen, damit sie sich selbständig machen bzw. ihr eigenes Unternehmen gründen können. Das Instrument finanziert Darlehen bis 25 000 EUR für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen, z. B. junge oder ältere Menschen oder Migrantinnen und Migranten. Mit der Progress-Mikrofinanzierung werden nicht nur EU-Mittel zur Verfügung gestellt, sondern es wird auch eine Hebelwirkung angestrebt, die zu Gesamtinvestitionen in Höhe von etwa 500 Mio. EUR, d. h. des Fünffachen des EU-Beitrags, führen soll. Diese Hebelwirkung entsteht durch Koinvestitionen anderer Partner (Europäische Investitionsbank, Vorbereitende Maßnahme des Europäischen Parlaments „Förderung eines günstigeren Umfelds für Kleinstkredite in Europa“), die Wiederverwendung der Mittel und die Art der angebotenen Produkte. So können die Finanzintermediäre im Rahmen der Progress-Mikrofinanzierung beispielsweise eine Portfoliogarantie erhalten, die es ihnen erleichtert, Mittel am Kapitalmarkt zu beschaffen und diese zur Bereitstellung von Mikrokrediten zu nutzen.

Das Progress-Mikrofinanzierungsinstrument wird vom Europäischen Investitionsfonds verwaltet. Die Mittelvergabe erfolgt über Mikrokreditanbieter auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene. Im Jahr 2013 gab es 40 Mikrokreditanbieter in 18 Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Litauen, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Slowakei und Vereinigtes Königreich. Nach Abschluss des Berichts wurden zudem zwei Verträge in Kroatien und Schweden unterzeichnet.

Das neue EU-Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) für den Zeitraum 2014-2020 wurde im Oktober 2011 von der Kommission auf den Weg gebracht. Eine politische Einigung mit dem Europäischen Parlament und dem Rat über EaSI wurde im Juni 2013 erzielt (siehe MEMO/13/628). Der Umfang der Mikrofinanzaktivitäten wird in diesem neuen Programm ausgeweitet. So stehen Mittel zum Kapazitätsaufbau zur Verfügung, die Mikrokreditanbieter nutzen können, um ihre Geschäftstätigkeit weiterzuentwickeln und mehr Kunden zu erreichen. Zudem umfasst das neue Programm ein Instrument zur Unterstützung von Sozialunternehmen (d. h. Unternehmen, die primär soziale Ziele verfolgen). Das vorgesehene Gesamtbudget für EaSI beträgt 919 Mio. EUR (zu Preisen von 2013) für den Zeitraum 2014-2020; hiervon entfallen 193 Mio. EUR auf den Bereich Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum.

Das Progress-Mikrofinanzierungsinstrument wird seine Tätigkeit bis 2016 fortsetzen. Nach Ende der Laufzeit des Instruments kann der der EU zustehende Restbetrag für die Unterstützung der Mikrofinanzierung und des sozialen Unternehmertums im Rahmen des Programms EaSI verwendet werden.

Weitere Informationen

Jahresbericht 2013 über die Umsetzung der Progress-Mikrofinanzierung

Informationen zur Progress-Mikrofinanzierung und Liste der Mikrokreditanbieter

Informationen für potenzielle Mikrokreditanbieter

László Andors Website

László Andor auf Twitter

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