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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Oktober 2014

Umwelt: Kommission fordert Malta auf, die Finkenjagd einzustellen

Die Europäische Kommission hat die Regierung Maltas aufgefordert, ihren Beschluss zur Wiederaufnahme der traditionellen Finkenjagd zu überdenken. Diese Praxis ist nach den EU-Vorschriften zum Schutz wildlebender Vögel verboten. Bei der Angelegenheit geht es um den Beschluss Maltas, ab 2014 in Abweichung von der EU-Vogelschutzrichtlinie, dem Eckpfeiler der EU-Politik für Natur- und Biodiversitätsschutz, den Lebendfang von sieben Wildfinkenarten wieder zuzulassen. Die Mitgliedstaaten dürfen nur dann von den strengen Schutzvorschriften abweichen, wenn es keine anderen zufriedenstellenden Lösungen zur Bestandserhaltung gibt und die Bedingungen für solche Abweichungen eingehalten werden. Da es aber im vorliegenden Fall keine Rechtfertigung für dieses Vorgehen gibt, hat die Kommission beschlossen, ein erstes Mahnschreiben an Malta zu richten, in dem Malta aufgefordert wird, die einschlägigen EU-Vorschriften einzuhalten und innerhalb eines Monats zu bestätigen, dass der Aufforderung entsprochen wurde.

Hintergrund

In Europa geht der Bestand zahlreicher wildlebender Vogelarten zurück, und in bestimmten Fällen ist der Rückgang besonders ausgeprägt. Dies beeinträchtigt das biologische Gleichgewicht und ist eine ernsthafte Gefahr für die natürliche Umwelt. Die Richtlinie 2009/147/EG über den Erhalt der wildlebenden Vogelarten hat zum Ziel, alle wildlebenden Vogelarten zu schützen, die in der Union heimisch sind. Nach der Richtlinie verboten sind – mit wenigen Ausnahmen – Tätigkeiten, die die Vögel direkt bedrohen, wie z. B. das absichtliche Töten oder Fangen, die Zerstörung von Nestern und das Entfernen von Eiern sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten wie der Handel mit lebenden oder toten Vögeln. Ein wichtiger Schwerpunkt der Richtlinie ist außerdem der Schutz der Lebensräume von gefährdeten Arten und Zugvogelarten, insbesondere durch die Einrichtung von besonderen Schutzgebieten.

Nach Artikel 9 der Richtlinie kann in begrenztem Umfang von der strengen Schutzvorschrift abgewichen werden, sofern es keine andere zufriedenstellende Lösung gibt, so. z. B. im Interesse der öffentlichen Gesundheit oder Sicherheit, der Sicherheit der Luftfahrt, zur Abwendung erheblicher Schäden an Kulturen, Viehbeständen, Wäldern, Fischereigebieten oder Gewässern und zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt. Ferner sind Abweichungen zu Forschungs- und Unterrichtszwecken, zur Aufstockung der Bestände sowie zur Wiederansiedlung und zur Aufzucht im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen möglich.

Im Beitrittsvertrag wurde Malta eine Übergangsregelung zur allmählichen Einstellung der Finkenjagd eingeräumt, wobei die Zeit berücksichtigt wurde, die für die Einführung eines Programms zur Zucht in Gefangenschaft notwendig war. Die Übergangsregelung lief 2008 aus.

Im vorliegenden Fall geht es um den Lebendfang folgender sieben Finkenarten: Buchfink (Fringilla coelebs), Hänfling (Carduelis cannabina), Stieglitz (Carduelis carduelis), Grünfink (Carduelis chloris), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Girlitz (Serinus serinus) und Zeisig (Carduelis spinus).

Weitere Informationen:

Zu den Vertragsverletzungsverfahren in diesem Monat siehe MEMO/14/589

Zu Vertragsverletzungsverfahren allgemein siehe MEMO/12/12

Weitere Informationen zu Vertragsverletzungsverfahren:

http://ec.europa.eu/eu_law/infringements/infringements_de.htm

Kontakt für die Presse:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Andreja Skerl (+32 229-51445)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct, telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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