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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Oktober 2014

Zwischenbericht enthält erstmals vollständige Daten zu Energiekosten und -subventionen in der EU 28 (alle Stromerzeugungstechnologien)

Die Funktionsweise der Energiemärkte sowie Umfang und Wirkung staatlicher Maßnahmen sind seit Jahren Gegenstand der Diskussion. Bis heute lagen jedoch keine konsolidierten Daten über staatliche Interventionen auf dem Strommarkt der Europäischen Union vor. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission eine Studie in Auftrag gegeben, mit der ein Beitrag zur Schließung dieser Wissenslücke geleistet werden soll, indem der Umfang der staatlichen Maßnahmen auf den Energiemärkten aller 28 Mitgliedstaaten erfasst wird. Heute legen wir die Zwischenergebnisse der externen Studie über Energiesubventionen und -kosten in der EU vor.

Die Kommission fordert die Akteure des Energiesektors, Experten, Hochschulen und die Mitgliedstaaten auf, sich zu diesen Ergebnissen zu äußern, um so die Diskussion voranzubringen und zur Verfeinerung der Methoden und Analysen beizutragen, und gegebenenfalls zusätzliche Daten zur Verfügung zu stellen, beispielsweise zu Subventionen in der Vergangenheit.

In dem heute vorgelegten Zwischenbericht wurden bisher nicht verfügbare Daten über Kosten und Subventionen für die verschiedenen Stromerzeugungstechnologien in allen EU-Mitgliedstaaten zusammengestellt. Er stellt ein erstes konkretes Ergebnis im Anschluss an die Mitteilung der Kommission „Vollendung des Elektrizitätsbinnenmarktes und optimale Nutzung staatlicher Interventionen“ vom November 2013 dar.

Günther Oettinger, der für den Energiebereich zuständige Vizepräsident der Kommission, erklärte hierzu: „Zusammen mit dem bereits vorliegenden Bericht der Kommission über Energiepreistreiber verfügen wir nun über Daten zu Subventionen und Kosten im Energiebereich, die zuverlässiger und umfassender als alle bisherigen sind. Wir sind jetzt besser über die Höhe der öffentlichen Zuschüsse in den letzten Jahren und die Kosten der Stromerzeugung bei allen Technologien informiert. Aber unsere Aufgabe ist noch nicht abgeschlossen. Dies ist nur ein erster Schritt; es gibt noch immer Wissenslücken, die geschlossen werden müssen. Weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich, insbesondere in Bezug auf frühere Subventionen auf dem Energiemarkt in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten und der EU insgesamt.

Aus der Studie geht hervor, dass im Jahr 2012 der Energiesektor der EU 28 (ausgenommen Verkehr) staatliche Subventionen im Umfang von 120-140 Mrd. EUR erhielt. Es überrascht nicht, dass angesichts der Bemühungen um die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch die höchsten Beträge im Rahmen der öffentlichen Unterstützung 2012 auf erneuerbare Energiequellen entfielen, insbesondere auf die Sonnenenergie (14,7 Mrd. EUR) und Windkraftanlagen an Land (10,1 Mrd. EUR), gefolgt von Biomasse (8,3 Mrd. EUR) und Wasserkraft (5,2 Mrd. EUR). Bei den konventionellen Stromerzeugungstechnologien wurde 2012 für den Kohlesektor der höchste Betrag aufgewendet (10,1 Mrd. EUR), gefolgt von Kernenergie (7 Mrd. EUR) und Erdgas (ca. 5,2 Mrd. EUR). Bei diesen Zahlen für die verschiedenen Technologien wurden jedoch nicht die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten oder Steuervorteile auf der Grundlage des Energieverbrauchs berücksichtigt. Durch die Einbeziehung dieser Faktoren würde sich der Unterschied zwischen der Unterstützung für erneuerbare Energien und der für andere Stromerzeugungstechnologien verringern. In der Studie wird auch der Umfang der Interventionen in der Vergangenheit angesprochen, die für Kohle und Kernenergie beträchtlich waren. Um zu einer fundierteren Schätzung früherer Subventionen zu gelangen, sind jedoch noch weitere Arbeiten erforderlich.

Der Zwischenbericht enthält auch Angaben über die Wettbewerbsfähigkeit der Stromerzeugungstechnologien in Bezug auf die Kosten. Die geschätzten Spannen geben die Kosten der Stromerzeugung neuer Anlagen ohne staatliche Intervention (Gestehungskosten) wieder. Die Kosten für die Erzeugung einer Megawattstunde Strom aus Kohle betragen ca. 75 EUR. Die Stromerzeugung aus Windenergie an Land ist nur geringfügig teurer. Strom aus Kernenergie oder Erdgas kostet ca. 100 EUR/MWh. Die Kosten der Solarenergie sind seit 2008 beträchtlich gesunken und liegen nun bei ca. 100-115 EUR/MWh (je nach Größe der Anlagen).

Der Zwischenbericht enthält auch Schätzungen der externen Kosten der Stromerzeugungstechnologien. Dabei handelt es sich um Kosten, die sich in den Marktpreisen nicht widerspiegeln, beispielsweise Kosten im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit und mit dem Klimawandel. Bei den Methoden für die Quantifizierung der externen Kosten ist der Unsicherheitsfaktor sehr hoch; der Bericht gibt hier nur Größenordnungen an. Es wird davon ausgegangen, dass sich die externen Kosten des Energiemixes der EU für das Jahr 2012 auf 150 bis 310 Mrd. EUR belaufen.

Weitere Informationen

Den Zwischenbericht finden Sie hier:

https://ec.europa.eu/energy/en/topics/markets-and-consumers/single-market-progress-report

Kontakt für die Medien:

Marlene Holzner (+32 229-60196)

Nicole Bockstaller (+32 229-52589)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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