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„Juvenes Translatores“: Gewinner des EU-Wettbewerbs für Nachwuchsübersetzer stehen fest

European Commission - IP/14/112   05/02/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. Februar 2014

„Juvenes Translatores“: Gewinner des EU-Wettbewerbs für Nachwuchsübersetzer stehen fest

Heute werden die Namen der Siegerinnen und Sieger von Juvenes Translatores bekanntgegeben (Liste der Namen und der Schulen weiter unten). An dem Übersetzungswettbewerb für Sekundarschüler, den die Europäische Kommisssion jedes Jahr veranstaltet, hatten sich über 3000 Schüler aus 750 Schulen beteiligt. Bewertet wurden die Arbeiten von Übersetzerinnen und Übersetzern der Kommission. Die Gewinnerinnen und Gewinner – es wird eine Übersetzung pro Mitgliedstaat ausgezeichnet – werden zur Preisverleihung am 8. April nach Brüssel eingeladen, wo ihnen Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, ihre Auszeichnung überreichen wird.

Sprachkenntnisse erweitern den Horizont und bereichern das Leben. Ich möchte mehr junge Menschen ermutigen, Sprachen zu lernen. Wir müssen dafür sorgen, dass ihnen bewusst ist, welche praktischen Vorteile es hat – von der Möglichkeit, auf Reisen mit den Menschen in ihrer Sprache zu kommunizieren, bis zur Erweiterung der beruflichen Möglichkeiten, ein großes Plus in einer Zeit, in der viele Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche in ihrem Heimatland haben“, erklärte EU-Kommissarin Vassiliou.

Der Übersetzungsdienst der Kommission organisiert diesen Wettbewerb seit 2007 und will damit die Leidenschaft für Sprachen weitergeben. Die Schülerinnen und Schüler, die im November letzten Jahres an dem Wettbewerb teilnahmen, konnten aus den Hunderten von Kombinationen der 24 Amtssprachen der EU auswählen. Diesmal wurden Übersetzungen in insgesamt 157 Sprachkombinationen gefertigt, die bislang höchste Zahl.

Die Beliebtheit des Wettbewerbs ist von Jahr zu Jahr gewachsen, sowohl in reinen Zahlen als auch im geografischen Radius, der von La Réunion, mehr als 2 000 km südlich des Äquators, bis Kittilä in Finnland, nördlich des Polarkreises, reicht.

Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen sowohl aus Schulen, die bereits zuvor bei den Siegern vertreten waren, wie auch aus Schulen, die zum ersten Mal teilgenommen haben. Die erfolgreichste Schule seit Beginn des Wettbewerbs ist die Salzmannschule Schnepfenthal in Thüringen, die viermal denSieger bzw. die Siegerin für Deutschland gestellt hat.

„Zwei Stunden stille Konzentration fühlten sich nicht wie eine Prüfung an“ so Paula Schembri, maltesische Siegerin 2008 und heute, fünf Jahre später, Praktikantin im Übersetzungsdienst der Kommission. Für die meisten jungen Gewinner dieser Runde ist die Reise nach Brüssel im April vielleicht der erste Besuch in der belgischen Hauptstadt, aber wenn sie Paulas Vorbild folgen, ist es möglicherweise nicht ihr letzter.

Hintergrund

Der Wettbewerb „Juvenes Translatores“ (lateinisch für „junge Übersetzer“) wird jedes Jahr von der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission organisiert. Er soll das Erlernen einer Fremdsprache in der Schule fördern und jungen Menschen einen Eindruck vom Übersetzen vermitteln. Die Teilnahme steht 17-jährigen Sekundarschülerinnen und ‑schülern offen (2013-2014 musste man also zum Jahrgang 1996 gehören). Der Wettbewerb findet in allen ausgewählten Schulen in der gesamten EU gleichzeitig statt. Tatsächlich hat er einige Teilnehmer ermutigt, ein Sprachenstudium aufzunehmen und Übersetzer zu werden.

Die Gewinnerinnen und Gewinner(mit Sprachkombination) und ihre Schulen

LAND

GEWINNERINNEN UND GEWINNER, SPRACHENPAAR

SCHULE

Österreich

Marianna Leszczyk, PL-DE

BG 13 Fichtnergasse, Wien

Belgien

Séni Van Hauwaert, FR-NL

Koninklijk Atheneum 3, Gent

Bulgarien

Лора Стоянова, DE-BG,

Езикова гимназия "Пловдив"

Kroatien

Ivana Busch, DE-HR

XVI. Gimnazija, Zagreb,

Zypern

Ρεβέκκα Μαυρομμάτη, EN-EL

Απεήτειο Λύκειο Αγρού, Λεμεσός

Tschechische Republik

Jiří Pavlacký, EN-CS

Gymnázium Brno-Řečkovice, Brno

Dänemark

Sarah Aaen, DA-EN

Silkeborg Gymnasium, Silkeborg

Estland

Rainer Urmas Maine, EN-ET

Tallinna Reaalkool, Tallinn,

Finnland

Lasse Lipsanen EN-FI

Luostarivuoren lukio, Turku

Frankreich

Sophie Petot-Rosa, ES-FR

Cité Scolaire Internationale, Section Espagnole, Lyon

Deutschland

Jörn-Jakob Luhn, EN-DE

Salzmannschule Schnepfenthal, Waltershausen

Griechenland

Γεώργιος Γρηγοριάδης, FR-EL

Αρσάκειο Λύκειο Θεσσαλονίκης, Θεσσαλονίκη

Ungarn

Olivér Székely, HU-EN

Lauder Javne Iskola, Budapest

Irland

Aileen Ní Ghloinn, ES-EN

Coláiste Ide, An Daingean

Italien

Laura Barberis, EN-IT

Liceo Internazionale Linguistico „Grazia Deledda“, Genova

Lettland

Valts Štolcers, EN-LV

Līvānu 1.vidusskola, Līvāni

Litauen

Laura Baronaitė, EN-LT

Pumpėnų vidurinė mokykla, Pumpėnai

Luxemburg

Aure Aflalo, EN-FR

Athénée de Luxembourg, Luxembourg

Malta

Stephanie Debono, IT-MT

St. Aloysius College, Birkirkara

Niederlande

Eireamhan Semple, GA-EN

UWC Maastricht, Maastricht

Polen

Patrycja Leszczenko, EN-PL

II Liceum Ogólnokształcące im.Króla Jana III Sobieskiego, Kraków

Portugal

Ana Gabriela Verdade, EN-PT

Colégio Nossa Senhora da Assunção, Anadia

Rumänien

Andreea Florina Săndiță, EN-RO

Colegiul Naƫional Radu Greceanu, Slatina

Slowakei

Izabela Karelová, EN-SK

Spojená škola, Bratislava

Slowenien

Mateja Drev, EN-SL

Prva gimnazija Maribor, Maribor

Spanien

Marieta Plamenova Marinova, BG-ES

IES Barrio Simencas, Madrid

Schweden

Sebastian Andersson, EN-SV

Fria läroverken Karlstad, Karlstad

Vereinigtes Königreich

Walker Thompson, FR-EN

Westminster School, London

Weitere Informationen

Facebook: facebook.com/translatores

GD Übersetzung

Website von Juvenes Translatores

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Anhang: Interview mit Kommissarin Vassiliou

Juvenes Translatores: gemeinsame Begeisterung für Sprachen

Vor einigen Monaten traten in ganz Europa 3000 Teenager an, um in einer wirklich kniffligen zweistündigen Prüfung ihre Übersetzungsfertigkeiten unter Beweis zu stellen. Für die meisten, wenn nicht für alle, war der von der Europäischen Kommission veranstaltete Wettbewerb Juvenes Translatores die erste Kostprobe eines internationalen Kräftemessens – und ein erster Vorgeschmack darauf, was es heißt, als professioneller Übersetzer mit knappen Fristen zu arbeiten. An dem Wettbewerb nahmen Schülerinnen und Schüler von 750 Schulen aus der gesamten EU teil. Ihre Aufgabe bestand darin, einen Text von einer Seite über Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in der EU in einer der 552 möglichen Kombinationen aus den 24 EU-Amtssprachen zu übersetzen.

Am 8. April wird die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, die Gewinnerinnen und Gewinner – es wird eine Übersetzung je Land ausgezeichnet – zur Preisüberreichung in Brüssel empfangen.

In diesem Interview bittet Tytti Granqvist, eine finnische Mitarbeiterin der Generaldirektion Übersetzung der Kommission, Kommissarin Vassiliou, den Wettbewerb aus ihrer Sicht zu erläutern.

Frau Vassiliou, was können Sie uns über den Wettbewerb sagen? Warum hält die Kommission ihn für wichtig?

Sprachkenntnisse sind ein großes Plus: Sie erweitern den Horizont und bereichern das Leben. Sie tragen zu einem besseren Verstehen zwischen Völkern bei und können außerdem die Beschäftigungsaussichten verbessern, was in der gegenwärtigen Wirtschaftslage besonders wichtig ist.

Für die Kommission ist Juvenes Translatores auch ein Mittel zur Sensibilisierung für den Wert des Sprachenlernens und unsere Politik der Mehrsprachigkeit. Wir unterstützen das Sprachenlernen und die Sprachenvielfalt. Wir möchten mehr junge Menschen ermutigen, Sprachen zu lernen, und zwar nicht nur für Reisen oder zum persönlichen Vergnügen, sondern auch, weil es ihre beruflichen Möglichkeiten erweitern kann. Sprachkenntnisse machen es einfacher, in einem anderen Land zu leben, zu studieren und zu arbeiten, und erleichtern damit auch die Inanspruchnahme dieser Rechte.

Außerdem wollen wir mit dem Juvenes-Translatores-Wettbewerb junge Menschen dazu ermutigen, das Übersetzen als Beruf ins Auge zu fassen.

Der Wettbewerb ist ausgesprochen beliebt. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

2013 haben sich fast 1800 Schulen, mehr als je zuvor, um die Teilnahme am Wettbewerb beworben. Ich würde sie gern alle zulassen, aber unsere hausinternen Übersetzer, die den Wettbewerb organisieren und die Arbeiten bewerten, tun dies neben ihrer normalen Arbeit. Deshalb müssen wir die Zahl der teilnehmenden Schulen begrenzen. Das hilft uns auch, das Qualitätsniveau zu halten. Wir legen eine Obergrenze für die Zahl der Schulen je Land fest, die sich an der Einwohnerzahl orientiert. Die Auswahl der Schulen, die dann am Wettbewerb teilnehmen dürfen, erfolgt per Los.

Ich denke, die große Beliebtheit des Wettbewerbs verdanken wir vor allem der Begeisterung der Sprachlehrer in den Schulen und der Schüler selbst. Die Gewinner werden bei einer besonderen Feier in Brüssel ausgezeichnet, und das ist ein großer Anreiz. Ich freue mich immer sehr darauf, die Preisträgerinnen und Preisträger kennenzulernen und den Erfolg mit ihnen zu feiern.

Auch Schulen, die nicht für eine Teilnahme ausgewählt werden, können in vielfältiger Weise Nutzen aus Juvenes Translatores ziehen. Einige beschließen, in ihrem Land einen Wettbewerb zu veranstalten, für den sie die Texte auf der Juvenes-Translatores-Website verwenden. Außerdem können die Teilnehmer und andere Personen über eine Facebook-Seite in Verbindung bleiben.

Welchen Eindruck haben Sie von den jungen Menschen, denen Sie im Rahmen von Juvenes Translatores begegnen?

Die jungen Menschen, die ich durch Juvenes Translatores kennenlerne, sind sehr häufig hervorragende Schülerinnen und Schüler – nicht nur in Sprachen, sondern auch in Mathematik, Technik, Musik und anderen Fächern. Das ist auch nicht überraschend, denn viele Studien haben belegt, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Beherrschung von Fremdsprachen und dem Erfolg in anderen Bereichen. Es erstaunt mich auch immer wieder, wie umfassend gebildet die jungen Menschen sind.

Es ist schön zu sehen, wie schnell sie miteinander in Kontakt kommen und wie ihre Gemeinsamkeiten die Unterschiede mehr als wettmachen. Hier wird häufig das Fundament für Freundschaften gelegt.

Wenn ich die Ansprachen dieser jungen Menschen bei der Preisverleihung höre, bin ich immer wieder überrascht von ihrer Reife und dem breiten Themenspektrum. Da geht es nicht nur um Sprachen und Europa, sie lassen uns auch an ihren Gedanken darüber teilhaben, was es heutzutage bedeutet, jung zu sein, wie sie ihre Zukunft sehen. Es ist faszinierend, ihnen zuzuhören, wenn sie über die EU und andere Themen sprechen, ganz unabhängig davon, ob sie sich zu sehr persönlichen Dingen oder zu ganz allgemeinen Fragen äußern.

Vor allem aber ist es schön zu sehen, was passiert, wenn junge Menschen Gelegenheit erhalten, Anderen neue Ideen mitzuteilen und neue Wege für die Zukunft zu entdecken.

Können Sie uns etwas mehr über die Übersetzer hinter den Kulissen von Juvenes Translatores sagen?

Organisiert und durchgeführt wird der Wettbewerb von hochprofessionellen Übersetzerinnen und Übersetzern, denen es Freude macht, ihr Wissen und ihre Sprachbegeisterung weiterzugeben. Unseren Übersetzerinnen und Übersetzern macht es sehr viel Spaß, talentierte Junglinguisten kennenzulernen, von denen einige vielleicht irgendwann zu Kollegen werden, wenn die nächste Übersetzergeneration Einzug hält. Die maltesische Gewinnerin eines der letzten Wettbewerbe absolviert übrigens mittlerweile bei uns in der maltesischen Sprachabteilung ein Praktikum.

Die Preisverleihung gibt nicht nur Gelegenheit, die Gewinner kennenzulernen, sondern auch ihre Eltern und Lehrer, und diese darin zu bestärken, diese talentierten jungen Menschen weiter zu fördern. Umgekehrt gibt sie unseren Besuchern Gelegenheit festzustellen, dass „Eurokraten“ auch nur ganz normale Menschen sind.

Was auch immer unsere Preisträger später machen, wir freuen uns, wenn sie mit uns in Verbindung bleiben.

Warum werden auch die Lehrer der Gewinner zur Preisverleihung eingeladen?

Wir laden die Lehrerinnen und Lehrer ein um zu zeigen, wie sehr wir ihre Arbeit schätzen, und weil wir uns der Wirkung auf die jungen Menschen bewusst sind. Lehrer sind unsere wichtigste Ressource im Bildungswesen. Veranstaltungen wie diese geben uns die Möglichkeit, allen Lehrerinnen und Lehrern zu danken für die Zeit, die sie aufwenden, für ihr Engagement, ihr Wissen, ihre Geduld und ihre Kreativität.

Warum wäre es sinnvoll, in der Schule mehr Wert auf das Übersetzen zu legen?

Beim Übersetzen wird einem sofort klar, dass es nicht nur darum geht, ein Wort durch ein anderes zu ersetzen, sondern dass der jeweilige kulturelle Kontext, den eine Sprache transportiert, mitberücksichtigt werden muss.

Heutzutage setzen die meisten Lehrer den Schwerpunkt beim Sprachenlernen auf das Sprechen und nicht so sehr auf das Übersetzen. Ich bin jedoch der Meinung, dass Übersetzen sehr viel mit Kommunikation zu tun hat, weil die Person, an die sich eine Botschaft richtet, eine entscheidende Rolle dabei spielt. Das ist der eigentliche Zweck der Übersetzung: nicht nur einen Text in eine andere Sprache zu übertragen, sondern dafür zu sorgen, dass diejenigen, die ihn lesen oder hören, die Botschaft verstehen, die in der Ausgangssprache mitgeteilt wurde.

Früher wurde in der Schule sehr viel mehr übersetzt, aber irgendwann kam es aus der Mode. Initiativen wie Juvenes Translatores können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass das Übersetzen – in einer modernen und attraktiven Form – wieder einen Platz im Stundenplan erhält.

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 2295 92 58); Twitter @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 2295 96 67)


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