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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 13. Oktober 2014

Big Data: Europäische Kommission und Datenindustrie starten Partnerschaft mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Mrd. EUR

Die Europäische Kommission und die Europäische Datenverarbeitungsindustrie haben vereinbart, im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (public-private partnership - PPP) 2,5 Mrd. EUR zu investieren, um den Datensektor zu stärken und Europa eine Spitzenstellung im globalen Datenwettbewerb zu verschaffen.

Eine erfolgreiche Durchführung des Vorhabens verspricht

  • bis zu 30 % des weltweiten Datenmarkts für europäischen Anbieter,

  • 100 000 neue Arbeitsplätze im Bereich Datenverarbeitung bis 2020,

  • um 10 % geringerer Energieverbrauch, leistungsfähigeres Gesundheitswesen und produktivere Industriemaschinen.

Heute unterzeichnen EU-Kommissarin Neelie Kroes und Jan Sundelin, Präsident von Big Data Value Association, der im Namen von Unternehmen wie ATOS, Nokia Solutions and Networks, Orange, SAP, SIEMENS sowie Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut für künstliche Intelligenz handelt, eine Vereinbarung zur Einrichtung einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu Big Data. Für diese Partnerschaft wird die EU in den kommenden fünf Jahren (2016-2020) im Rahmen von Horizont 2020 Investitionsmittel von mehr als 500 Mio. EUR bereitstellen, und es wird davon ausgegangen, dass die Partner aus der Privatwirtschaft mindestens das Vierfache dieses Betrags (2 Mrd. EUR) einbringen.

Hierzu erklärte @NeelieKroesEU: „Daten sind Antrieb und Grundlage für die Wirtschaft der Zukunft. Organisationen jeder Art, vom Bauernhof bis zur Fabrik, vom Labor bis zur Werkstatt, benötigen Daten als Bausteine, um leistungsfähiger zu werden."

Durch diese öffentlich-private Partnerschaft werden die Forschungsanstrengungen im öffentlichen, im privaten und im Hochschulbereich gebündelt, um Forschung und Innovation für bahnbrechende Big-Data-Konzepte auf Gebieten wie Energie, Fertigung und Gesundheit zu fördern und Leistungen wie personalisierte Medizin, Lebensmittellogistik oder prädiktive Analysen zu ermöglichen. Durch die Umsetzung der strategischen Innovations- und Forschungsagenda und die Bündelung der Fördermittel für Horizont 2020 auf gemeinsame Schwerpunkte wird diese PPP den europäischen Big-Data-Sektor stärken und dazu beitragen, die Grundlagen für eine erfolgreiche datengesteuerte Wirtschaft der Zukunft zu legen. Dabei werden auch „Innovationsräume“ gefördert, die eine sichere Umgebung für das Experimentieren sowohl mit privaten als auch mit öffentlich zugänglichen Daten bieten sollen. Diese werden auch als Gründerzentren und Plattformen zur Qualifizierung und zur Entwicklung nachahmenswerter Verfahren dienen.

Die öffentlich-private Partnerschaft, die am 1. Januar 2015 starten soll, ist eines der ersten Ergebnisse der neuen Politik und des Aktionsplans der Kommission zum schnelleren Aufbau der datengesteuerten Wirtschaft in Europa (siehe IP/14/769 und MEMO/14/455).

Hintergrund

Jede Minute werden in der Welt 1,7 Billiarden Bytes an Daten generiert, was 360 000 DVDs entspricht - das ist ein tägliches Pro-Kopf-Datenvolumen von mehr als 6 MB. Diese Informationen stammen aus den unterschiedlichsten Quellen wie z. B. Menschen, Maschinen oder Sensoren. Dabei kann es sich um Klimadaten, Satellitenbilder, digitale Bilder oder Videos, Aufzeichnungen von Geschäftsvorgängen oder GPS-Signale handeln.

Dementsprechend verzeichnet der Datensektor einen jährlichen Zuwachs von 40 % – was der 7-fachen Wachstumsrate des gesamten Informations- und Kommunikationsmarkts entspricht. Unternehmen, die ihre Entscheidungsfindung auf Wissen stützen, das aus Daten generiert wurde, verzeichnen Produktivitätssteigerungen von 5‑6 %. Dabei tragen Big Data bereits heute dazu bei, die Diagnose von Hirnschädigungen zu beschleunigen oder Ernteerträge in Entwicklungsländern zu prognostizieren. Durch die globalen Big-Data-Technologien und –dienste werden in den kommenden Jahren Hunderttausende neuer Arbeitsplätze entstehen.

Einerseits bieten Big Data zwar große Chancen, andererseits bedeuten sie aber auch eine große Herausforderung: Die heutigen Datenmengen sind so umfangreich und so schwierig zu verarbeiten, dass sie neue Ideen, Tools und Infrastrukturen erforderlich machen. Außerdem erfordern sie einen Rechtsrahmen sowie Systeme und technische Lösungen zum Schutz von Privatsphäre und Sicherheit.

Mit dieser öffentlich-privaten Partnerschaft werden acht bereits im Rahmen von Horizont 2020 bestehende öffentlich-private Partnerschaften ergänzt, so z. B. in den Bereichen Photonik, Robotik, Hochleistungs-Rechentechnik, fortschrittliche 5G-Netze oder Fabriken der Zukunft. Alle diese Projekte befassen sich mit strategischen Technologien, die in Schlüsselsektoren einer wissensbasierten europäischen Wirtschaft die Grundlage für Wachstum und Arbeitsplätze schaffen werden, und berücksichtigen gleichzeitig wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen.

Organisation der öffentlich-privaten Partnerschaft

Die öffentlich-private Partnerschaft für Big Data ist eine Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und der Big Data Value Association, einem gemeinnützigen Branchenverband, dem u. a ATC, IT Innovation, IBM, SINTEF, die Universität Bologna (CINI), die Polytechnische Universität Madrid, NOKIA Solutions and Networks, THALES, die Universität Duisburg-Essen, Siemens, SAP, Engineering, TIE Kintetx, ANSWARE, Software AG, Orange, Atos, INDRA, ITI, VTT, die Fraunhofer-Gesellschaft, DERI und die Technische Universität Berlin angehören. Der Verband steht auch anderen Gesellschaften und Forschungseinrichtungen, die ihm beitreten möchten, offen.

Weitere Informationen

MEMO/14/583

Making Big Data Work for Europe

Communication: Towards a thriving data-driven economy

Auf Twitter: @EUDataEcosystem

Neelie Kroes; Neelie Kores auf Twitter

Kontakt für die Medien:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu Tel: +32 229-57361, Twitter: @NeelieKroesEU

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct, telefonisch unter: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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