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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 6. Oktober 2014

Fischerei: Nachhaltigkeit und Regionalisierung bilden Schwerpunkt des Vorschlags der Kommission für die mehrjährige Bestandsbewirtschaftung in der Ostsee

Um eine bessere Planbarkeit für die Fischer und hohe, stabile und nachhaltige Fangmengen zu gewährleisten, hat die Europäische Kommission heute erstmals im Rahmen der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik einen mehrjährigen Fischereiwirtschaftsplan für die Ostsee vorgeschlagen, der für Dorsch-, Herings- und Sprottenbestände gilt. Dabei handelt es sich um den ersten echten Bewirtschaftungsplan für gemischte Fischereien. Er tritt an die Stelle des bisherigen Bewirtschaftungsplans für die beiden Dorschbestände in der Ostsee.

Durch den Plan wird eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Bestände in der Ostsee gewährleistet, so dass sich die Fischwirtschaft auf stabile Fischereien mit höheren Erträgen stützen kann.

Für die Fischer bedeutet dies klarere und einfachere Vorschriften. Den Mitgliedstaaten und Interessenträgern lässt der Plan aber auch Raum für Entscheidungen, wie er in den einzelnen Meeresbecken am besten umgesetzt werden kann. Zudem erhalten lokale Interessenträger mehr Einflussmöglichkeiten bei der Erarbeitung technischer Maßnahmen und der Übernahme der Bestandsbewirtschaftung.

Da der Plan für mehrere Fischereien gilt, wird sichergestellt, dass die Bestandsbewirtschaftung auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wechselwirkungen innerhalb und zwischen diesen Beständen sowie mit anderen Ökosystem- und Umweltfaktoren beruht.

Anstatt kurzfristiger Planung verfolgt dieser Mehrjahresplan vielmehr eine langfristige Strategie bei der Bewirtschaftung von Fischbeständen und berücksichtigt dabei die Besonderheiten der einzelnen Fischereien. Dies ist entscheidend, um das Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Fischbeständen zu erreichen.

Die für maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige EU-Kommissarin, Maria Damanaki, erklärte: „Dieser Plan für die Ostsee ist genau das, was wir durch die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik erreichen wollten. Dadurch erhalten regionale Akteure mehr Einfluss, und anstatt einer jährlichen Planung werden diese langfristigen Pläne zur Nachhaltigkeit unserer Bestände in der Ostsee beitragen und den Fischern eine verlässliche Einkommensquelle in der Fischerei bieten. Die Umsetzung der reformierten Fischereipolitik ist mittlerweile in vollem Gange, und ich freue mich schon auf die Pläne für die anderen Meeresbecken.“

Dieser Bewirtschaftungsplan ist der erste derartige Vorschlag, der im Rahmen der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik vorgelegt wurde, nachdem eine interinstitutionelle Pattsituation auf der Ebene des Europäischen Parlaments und des Rates im April dieses Jahres behoben werden konnte. Über den Plan wird nun mit dem Europäischen Parlament und dem Rat weiter beraten.

Langfristiges Denken: Umsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik

Der Plan beinhaltet die neuen Elemente der Gemeinsamen Fischereipolitik, die von der Einführung der Anlandeverpflichtung bis hin zur regionalen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten reichen.

Es gilt die Pflicht zur Anlandung aller Dorsch-, Herings-, Sprotten- und Schollenfänge in der Fischerei auf Dorsch, Hering und Sprotte in der Ostsee außer in den Fällen, in denen es nachweislich hohe Überlebensraten gibt.

Die Mitgliedstaaten werden nun zusammen mit den Beiräten erheblich stärker in den Prozess der Bestandsbewirtschaftung eingebunden. In dem Plan ist festgelegt, dass bei der Verabschiedung technischer Maßnahmen, den Bestimmungen hinsichtlich der Anlandeverpflichtung und spezifischen Erhaltungsmaßnahmen für Beifänge in den Fischereien auf die betroffenen Bestände auf regionaler Ebene zusammengearbeitet wird.

Hintergrund

Bei dem heute vorgelegten Vorschlag handelt es sich um den ersten Mehrjahresplan, der im Einklang mit der im Januar 2014 in Kraft getretenen Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) verabschiedet wurde. Gemäß der reformierten GFP sollten Mehrjahrespläne das Ziel der nachhaltigen Befischung (höchstmöglicher Dauerertrag) sowie eine Frist für die Erreichung dieses Ziels enthalten. Zudem sollten sie Maßnahmen zur Umsetzung der Anlandeverpflichtung, technische Maßnahmen sowie Vorkehrungen für eventuell erforderlich Abhilfemaßnahmen umfassen.

Dieser Plan tritt an die Stelle des bisherigen Bewirtschaftungsplans für die beiden Dorschbestände in der Ostsee und erstreckt sich auch auf die Bewirtschaftung von Hering und Sprotte.

Der Vorschlag der Kommission beruht auf wissenschaftlichen Gutachten des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) und des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES).

Der Beirat für die Ostsee (BSAC) wurde zu diesem Vorschlag konsultiert. Im Zuge der Annahme der Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 und der im April 2014 erfolgten Veröffentlichung des Abschlussberichts der Taskforce über Mehrjahrespläne des Europäischen Parlaments und des Rates fanden von März bis Juni 2014 weitere Konsultationen mit den Interessenträgern im Rahmen des BSAC und mit den Verwaltungen der Mitgliedstaaten im Rahmen von BALTFISH statt.

Weitere Informationen

Mehrjährige Fischereipläne:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/multi_annual_plans/index_de.htm

Pressemitteilung vom 3. September 2014: Ostsee: Kommission bestätigt Nachhaltigkeit des Heringsbestands und schlägt erhöhte Fangmöglichkeiten für 2015 vor (IP/14/959)

Kontakt für die Medien:

Helene Banner (+32 229-52407)

Lone Mikkelsen (+32 229-60567)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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