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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 23. September 2014

Syrien-Krise: EU verstärkt Unterstützung

Die Europäische Kommission stockt ihre Hilfe für Syrien und die Nachbarländer um 215 Mio. EUR auf, denn ein Abflauen des seit fast vier Jahren herrschenden Bürgerkriegs ist nicht in Sicht, das Leid von Millionen unschuldiger Menschen nimmt weiter zu und immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Von diesem Betrag sind 50 Mio. EUR für humanitäre Hilfe und 165 Mio. EUR zur Unterstützung der längerfristigen Entwicklung bestimmt.

Auf diese Weise wird sowohl innerhalb als auch außerhalb Syriens Unterstützung geleistet und der Druck an den Grenzen und in den Nachbarländern verringert. Außerdem wird zur Linderung der Not zehntausender Menschen beigetragen, die derzeit in die Türkei fliehen. Es handelt sich um die größte Flüchtlingswelle seit Beginn des Konflikts. In Syrien selbst sind schätzungsweise über 6,4 Millionen Menschen auf der Flucht; außerhalb des Landes wurden mehr als drei Millionen Syrien-Flüchtlinge registriert.

Der Konflikt in Syrien hält unvermindert an und die Not der Bevölkerung wächst unaufhaltsam“, sagte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion. „Dieser unmenschliche Konflikt hält die Menschen in Syrien in Angst und Schrecken. Meine besondere Anerkennung gilt dem Libanon, dem Irak, der Türkei, Jordanien und Ägypten, die sich großzügig für die syrischen Flüchtlinge engagieren, doch ist klar, dass die Möglichkeiten der Nachbarländer zur Aufnahme so vieler Menschen an ihre Grenzen stoßen. Allein in den letzten Tagen sind mehr als hunderttausend Menschen in die Türkei gekommen. Der türkischen Regierung gebührt unser größter Dank dafür, dass sie die Grenze offen lässt.“

Noch einmal appelliere ich an alle Parteien, die Kämpfe zu beenden und sich für eine politische Lösung einzusetzen. In der Zwischenzeit muss das humanitäre Völkerrecht befolgt werden und die Zivilbevölkerung und die humanitären Helfer müssen geschützt werden.“

Der EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik Štefan Füle erklärte: „Die Möglichkeiten der Nachbarländer stoßen an ihre Grenzen. Ich bekräftige die Solidarität der europäischen Bürgerinnen und Bürger mit allen Opfern der Syrien-Krise wie auch das Engagement der EU, die Regierungen und Aufnahmegemeinschaften der Nachbarländer Syriens zu unterstützen, damit sie den zunehmenden Flüchtlingsstrom bewältigen können.“

Mit den umfangreichen zusätzlichen Finanzmitteln, die die EU nun zur Verfügung stellt, können mehr Leben gerettet und die Hilfsmaßnahmen in Syrien und den betroffenen Nachbarländern verstärkt werden. Vorgesehen sind insbesondere medizinische Nothilfe in Form von medizinischer und psychosozialer Versorgung verwundeter und traumatisierter Personen, vor allem von Kindern, die Ausgabe von Nahrungsmitteln und Trinkwasser, die Bereitstellung von Unterkünften sowie die Registrierung und der Schutz von Flüchtlingen.

Weitere Anliegen sind die Unterstützung syrischer Organisationen der Zivilgesellschaft, der Zugang syrischer Flüchtlingskinder und palästinensischer Flüchtlinge aus Syrien zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie die Verbesserung der lokalen Infrastruktur und der Möglichkeiten der Opfer der Syrien-Krise, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und zwar sowohl innerhalb Syriens als auch in den Nachbarländern.

Hintergrund

Auch im vierten Jahr nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien deutet nichts auf ein Abflauen des Konflikts hin. Vielmehr hat er sich zur größten humanitären Katastrophe und Sicherheitskrise der Welt entwickelt. Die humanitären Folgen sind unermesslich: Schätzungen zufolge sind 10,8 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen. Davon leben mehr als 6,4 Millionen Menschen als Flüchtlinge im eigenen Land. Vermutlich 4,7 Millionen Menschen halten sich derzeit in schwer zugänglichen Gebieten auf, davon rund 241 000 Menschen in Gebieten, die von Regierungstruppen oder der Opposition belagert werden.

Weitere drei Millionen Menschen mussten in Nachbarländer fliehen. An die 191 000 Menschen haben im Bürgerkrieg ihr Leben verloren und noch viele Tausende mehr wurden verwundet. Eine ganze Generation von Kindern ist mit Krieg, Gewalt und Tod konfrontiert, ihrer Grundfreiheiten beraubt und ohne Schutz und Bildung.

Die humanitäre Hilfe der EU, die über professionelle Partner (UN-Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und das Rote Kreuz/den Roten Halbmond) abgewickelt wird, richtet sich – unter Beachtung der humanitären Grundsätze und je nach humanitärem Bedarf – an alle, die Unterstützung benötigen: sowohl an die Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarländern als auch an die Aufnahmegemeinschaften. Sie umfasst vor allem die Verteilung von lebensrettender Nahrung und Spezialnahrung, medizinische Nothilfe, die Bereitstellung von Unterkünften und sonstigen wichtigen Hilfsgütern, Trinkwasser- und Sanitärversorgung, Hygiene- und Schutzmaßnahmen, einschließlich des Schutzes vor geschlechtsbezogener Gewalt und des Schutzes von Kindern.

Zu den Prioritäten gehört die Vorbereitung auf den kommenden Winter: So werden noch vor Wintereinbruch Unterkünfte, Decken und andere grundlegende Hilfsgüter für diejenigen zur Verfügung gestellt, die sie besonders dringend benötigen. Was die medizinische Grundversorgung angeht, so wird die Kommission die Impfkampagnen gegen Polio und Masern weiter unterstützen, um die Menschen vor diesen lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen. Auch werden weiterhin wichtige Medikamente geliefert und Gesundheitsdienste angeboten (Müttergesundheit und reproduktive Gesundheit). In den Nachbarländern werden die Kommission und ihre humanitären Partner auch künftig Neuankömmlinge in prekärer Situation mit Nahrungsmitteln, Unterkünften, Hygieneartikeln und Überwinterungsmaßnahmen unterstützen.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Website von Kommissar Füle:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/fule/index_en.htm

Kontakt für die Medien:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)

Peter Stano (+32 229-57484)

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Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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