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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. September 2014

EU verstärkt Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern im Bereich erneuerbare Energien

Kommissionspräsident José Manuel Barroso wird morgen in New York gemeinsame Erklärungen unterzeichnen, um die Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien mit fünf afrikanischen Ländern (Kap Verde, Côte d'Ivoire, Liberia, Togo und Ruanda) zu stärken. Ziel dieser Erklärungen wird sein, den Zugang zu erneuerbaren Energiequellen auch in ländlichen Gebieten, wo der Bedarf am größten ist, zu verbessern.

Um dieses Ziel auch auf globaler Ebene zu erreichen, will die EU für den Zeitraum 2014-2020 mehr als 3,3 Mrd. EUR für Projekte zur Förderung erneuerbarer Energie weltweit bereitstellen. Rund 2 Mrd. EUR sind für afrikanische Länder vorgesehen.

Im Vorfeld der Unterzeichnung erklärte Kommissionspräsident Barroso: „Erneuerbare Energie ist zur Steigerung von Wachstum und Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Aus diesem Grund habe ich vor zwei Jahren auf dem EU-Gipfel „Nachhaltige Energie für alle“ in Brüssel das ehrgeizige Ziel vorgeschlagen, den Entwicklungsländern dabei zu helfen, bis 2030 für 500 Millionen Menschen den Zugang zu nachhaltigen Energiedienstleistungen zu ermöglichen. Ich freue mich, dass wir nun unsere Kräfte mit europäischen und afrikanischen Ländern vereinen, die den Kampf gegen die Energiearmut anführen wollen.

EU-Entwicklungskommissar Piebalgs fügte hinzu: „Ohne Energie können Fabriken nicht funktionieren, gibt es keine Beleuchtung in Schulen und haben Familien kein warmes Essen – eine Situation, die für viele Menschen noch heute Realität ist. Ebenso wichtig ist es, dass zunächst vor allem erneuerbare Energiequellen gefördert werden. Die Erklärungen sind ein klares Signal für das politische Engagement aller Unterzeichner, denn sie zeigen, dass wir zusammenarbeiten und schnellere Fortschritte dabei erzielen wollen, den Zugang zu erneuerbarer Energie für alle sicherzustellen.

Ein grundlegendes Ziel der Erklärungen ist die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, wodurch die Investitions- und Finanzierungsbedingungen verbessert und der Zugang zu nachhaltiger Energie bzw.  die Produktion von nachhaltigem, zuverlässigem und kosteneffizientem Strom gesteigert werden sollen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, werden die Regierungen unserer Partnerländer und die EU bei der Entwicklung von Projekten zur Förderung erneuerbarer Energie zusammenarbeiten.

Kommissionspräsident Barroso und Kommissar Piebalgs sind derzeit in New York, wo sie an der Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen und an anderen hochrangigen internationalen Tagungen wie dem Gipfel zum Klimawandel teilnehmen. Präsident Barroso wird überdies bei der hochrangigen Tagung zum Thema erneuerbare Energie und Energieeffizienz das Wort ergreifen. Zu den Tagesordnungspunkten der Generalversammlung im Entwicklungsbereich zählen auch die Verhandlungen für die Entwicklungsagenda in der Zeit nach 2015, die Vorbereitung einer Konferenz über die Entwicklungsfinanzierung sowie die Fortschritte im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Hinblick auf das Ziel, bis 2015 ein globales Klimaabkommen zu erreichen.

Hintergrund

Durch die morgigen Erklärungen soll zudem die politische Verknüpfung der energiepolitischen Verpflichtungen der Unterzeichnerländer mit der finanziellen Unterstützung durch die EU und die anderen Geber gestärkt werden. Folgende europäische Länder werden die gemeinsamen Erklärungen unterzeichnen:

• Kap Verde: Österreich, Luxemburg, Spanien und Portugal

• Côte d'Ivoire: Frankreich

• Liberia: Norwegen

Die EU-Energiefinanzierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit

Für den Zeitraum 2014-2020 haben rund 30 Entwicklungsländer den Energiebereich als Schwerpunktsektor für ihre Zusammenarbeit mit der EU ausgewählt. Darüber hinaus sollen auch andere Länder in den Genuss substanzieller Mittelzuweisungen im Energiebereich gelangen, auch wenn sie letzteren nicht als Schwerpunktsektor festgelegt haben. Insgesamt werden im Rahmen der bilateralen Hilfe und der regionalen Zusammenarbeit rund 3,3 Mrd. EUR zur Förderung der nachhaltigen Energie in den EU-Partnerländern weltweit bereitgestellt. Auf diesem Wege sollen 15 bis 30 Mrd. Euro an Darlehen und Kapitalbeteiligungen mobilisiert werden, so dass die entsprechenden Finanzierungslücken in Energieinfrastrukturprojekten und Energieversorgungsunternehmen wie auch in Schulen, Haushalten und Krankenhäusern gedeckt werden können.

Beispiele für derzeitige EU-Initiativen im Energiebereich

Mischfinanzierungsinstrumente der EU: Die EU unterstützt im Rahmen des Infrastruktur-Treuhandfonds EU-Afrika mit 25 Mio. EUR ein Windkraftprojekt am Turkana-See. Bei diesem Projekt soll in Kenia ein Windpark mit einer Gesamtleistung von 310 MW entstehen (Gesamtkosten der Investition: 625 Mio. EUR). Dadurch soll die Abhängigkeit des Landes von der Stromeinfuhr und der saisonempfindlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft reduziert, die Energiesicherheit erhöht und die Wirtschaftstätigkeit in abgelegenen Gebieten gestärkt werden.

Elektrifizierung ländlicher Gebiete: In Liberia werden im Rahmen eines von der EU finanzierten und von Save the Children umgesetzten Projekts über 2 Mio. EUR in allen öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, die derzeit ohne Strom sind, Solaranlagen aufgebaut, um sie mit Licht und Strom zu versorgen. Das Projekt soll rund 1,5 Millionen Menschen zugutekommen, hauptsächlich Frauen und Kindern in ländlichen Gebieten. Insgesamt leben in dem Land 3,5 Millionen Menschen.

Aufbau von Partnerschaften: Die EU und Neuseeland haben eine Partnerschaft ins Leben gerufen, die konkrete Projekte in der Pazifik-Region unterstützt. So wirkt sich ein neu errichtetes Wasserkraftwerk mit einer Leistung von knapp 1 MW positiv auf das Leben von 188 000 Menschen in Samoa aus.

Weitere Informationen:

Website von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Informationen über laufende Energieförderprojekte der EU:

http://ec.europa.eu/europeaid/sites/devco/files/energy-booklet-web-09-07-2014_en.pdf

Kontakt für die Medien:

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)

Raquel Maria Patricio Gomes (+32 229-74814)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch unter 0080067891011 oder per E-Mail


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