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EU-China: Wirtschafts- und Handelsgespräche auf hoher Ebene

European Commission - IP/13/982   22/10/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilungen

Brüssel, 22. Oktober 2013

EU-China: Wirtschafts- und Handelsgespräche auf hoher Ebene

Die Europäische Kommission und die chinesische Regierung werden ihre intensive Zusammenarbeit im vierten Wirtschafts- und Handelsdialog auf hoher Ebene (HED) am 24. Oktober in Brüssel fortsetzen. Es handelt sich um das erste derartige Treffen seit dem Wechsel in der chinesischen Führung. Der Dialog stellt einen zentralen Mechanismus für die Verwaltung der Zusammenarbeit und des Wettbewerbs der beiden Volkswirtschaften dar. Dabei sollen makroökonomische Herausforderungen für die internationale Wirtschaft, künftige Wachstumsquellen, industriepolitische Fragen, Themen aus den Bereichen Handel und Investitionen sowie die Zusammenarbeit der Zollbehörden zur Sprache kommen.

Olli Rehn, der für Wirtschaft, Währung und Euro zuständige Vizepräsident der Kommission erklärte dazu: „Auf die EU und China zusammen entfällt etwa ein Drittel des weltweiten BIP, und beide Volkswirtschaften durchlaufen derzeit einen wichtigen strukturellen Reformprozess. In einer zunehmend vernetzten Welt müssen wir die Perspektiven und Probleme des jeweils anderen verstehen, wenn wir eine wirksame, kooperative Antwort auf die derzeitigen Herausforderungen finden und ein starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum in der EU, in China und in der ganzen Welt fördern wollen.“

EU-Handelskommissar Karel De Gucht sagte: „Der Handel ist das Kernstück unserer bilateralen Beziehungen. Aber mit der wachsenden gegenseitigen Abhängigkeit unserer beiden Volkswirtschaften kann es auch zu Spannungen kommen. Dieses wichtige Treffen bietet uns die Gelegenheit, zu erörtern, wie wir besser zusammenarbeiten und potenzielle Reibungspunkte feststellen und beseitigen können, bevor sie sich auf unsere Wirtschafts- und Handelsbeziehungen auswirken.“

Der HED stellt eine Chance für die Diskussion strategisch wichtiger Fragen der Wirtschafts- und Handelsbeziehung zwischen der EU und China dar. Den gemeinsamen Vorsitz führen Vizepräsident Rehn und Kommissar De Gucht sowie der stellvertretende chinesische Premierminister Ma Kai. Sieben weitere chinesische Minister und stellvertretende Minister werden am Dialog teilnehmen. Die EU wird außerdem vertreten durch den Kommissar für Steuern und Zollunion Algirdas Šemeta und den stellvertretenden Generaldirektor für Unternehmen Antti Peltomaki.

Das Treffen findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Weltwirtschaft Anzeichen für eine Erholung zeigt und sowohl die EU als auch China mit ehrgeizigen Plänen die Zukunft ihrer Volkswirtschaften vorbereiten. Für die EU und China, zwei der weltweit größten Volkswirtschaften, ist es wichtig, über die wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sie sich gegenüber sehen, zu sprechen, weil interne politische Entscheidungen der EU oder Chinas sich auf die jeweils andere Seite und die übrige Welt auswirken. Sowohl die EU als auch China können mit einer stärkeren politischen Koordinierung sowie einer besseren Zusammenarbeit auf bilateraler Ebene und innerhalb der G20 zu einem starken, nachhaltigen und ausgewogenen weltweiten Wachstum beitragen.

Beim HED soll auch der bevorstehende Gipfel EU-China vorbereitet werden. Beide Seiten hoffen, auf diesem Gipfel Verhandlungen über ein Investitionsabkommen einleiten zu können.

Hintergrund

Im Jahr 2012 war China die zweitgrößte Volkswirtschaft und der größte Ausführer der Welt. In den letzten zehn Jahren war China weltweit eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften – angesichts der Größe des Landes eine bemerkenswerte Leistung. Gleichzeitig steht China – ebenso wie die EU – an einem wichtigen Scheideweg. Die EU erholt sich langsam von der Staatsschuldenkrise und führt wichtige Strukturreformen durch, während das Wachstumsmodell in China zunehmend unter Druck gerät und die chinesische Führung selbst bekennt, dass weitere Reformen erforderlich sind.

Der HED ist eine Chance, um die laufenden Reformen sowie die Notwendigkeit weiterer bilateraler und multilateraler Zusammenarbeit im Rahmen der G20 und anderswo auf höchster politischer Ebene zu erörtern.

Auf China entfallen derzeit etwa 12 % des Welthandels. Der bilaterale Handel Chinas mit der EU stieg von 4 Mrd. EUR im Jahr 1978 auf 432 Mrd. EUR im Jahr 2012. Damit beläuft sich das Volumen des Handels zwischen der EU und China auf weit über 1 Mrd. EUR pro Tag.

Seit seinem WTO-Beitritt ist China zu einem der am schnellsten wachsenden Exportmärkte für Europa geworden. Im Jahr 2012 stiegen die Ausfuhren nach China um 5,6 % auf einen Rekordstand von 143,9 Mrd. EUR; somit haben sie sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und zur Wiederherstellung einer ausgewogenen Beziehung beigetragen. Die EU ist auch der wichtigste Ausfuhrmarkt für China, das 2012 Waren im Wert von 289,7 Mrd. EUR in die EU exportierte. Entsprechend beträgt das Handelsbilanzdefizit mit China 145,8 Mrd. EUR und ist um 13,9 % niedriger als der Rekordstand von 169,3 Mrd. EUR im Jahr 2010. Das europäische Handelsbilanzdefizit mit China beruht vor allem auf Sektoren wie Büro- und Telekommunikationsausrüstung, Schuhe und Textilien, Eisen und Stahl. Wenn die europäischen Ausführer einen besseren Marktzugang hätten, wären sie wahrscheinlich in der Lage, zunehmend mehr Waren auf dem rasch expandierenden chinesischen Verbrauchermarkt abzusetzen.

Der bilaterale Warenverkehr belief sich 2012 auf insgesamt 433,6 Mrd. EUR. Der Dienstleistungsverkehr hat jedoch mit 49,8 Mrd. EUR nach wie nur ein Zehntel dieses Werts und bleibt ein Bereich mit hohem Potenzial, würde China seinen Markt weiter öffnen.

In den ersten acht Monaten 2013 waren die EU-Exporte nach China gegenüber dem letzten Jahr verhalten; sie beliefen sich auf 96,8 Mrd. EUR. Dagegen gingen die EU-Einfuhren aus China um 5,8 % auf 181,2 Mrd. EUR zurück, was einen weiteren Rückgang des bilateralen Defizits im Laufe des Jahres 2013 erwarten lässt.

Auch bei den Investitionsströmen sind die Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft. 2012 investierten EU-Unternehmen 9,9 Mrd. EUR in China; die chinesischen Direktinvestitionen in der EU beliefen sich auf 3,5 Mrd. EUR. Trotzdem entfallen lediglich 2 % der gesamten europäischen Investitionen auf China, während die chinesischen Investitionen in der EU 2012 nur 2,2 % der gesamten ausländischen Direktinvestitionen in der EU ausmachten – auch hier ist noch großes Potenzial vorhanden. Am 18. Oktober genehmigte der Rat (Auswärtige Angelegenheiten – Handel) ein Mandat, das es der Europäischen Kommission ermöglicht, ein ehrgeiziges Investitionsabkommen mit China auszuhandeln, das sowohl Marktzugang als auch Investitionsschutz umfassen soll. Europa hofft, dass die Verhandlungen mit China auf dieser Grundlage auf dem Gipfel EU-China im nächsten Monat eingeleitet werden können.

Weiterführende Informationen

Handelsbeziehungen der EU mit China:

http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/china/

Kontakt:

Simon O'Connor (+32 229-67359)

John Clancy (+32 229-53773)


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