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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 17. Oktober 2013

100 % grundlegende Breitbandversorgung in ganz Europa – EU-Ziel vorzeitig erreicht.
Nächster Schritt: schnelle Breitbandzugänge für alle

Breitbandige Satellitenverbindungen, die jetzt EU-weit zur Verfügung stehen, machen es nun möglich, jeden Haushalt in der EU mit einem grundlegenden Breitbandanschluss zu versorgen. Satellitenverbindungen sind in allen 28 Ländern verfügbar, so dass nun jeder Europäer einen Satellitenanschluss bekommen kann, auch jene drei Millionen Bürger, die bislang noch keinen Zugang zu breitbandigen Fest- oder Mobilfunknetzen hatten.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, würdigte heute das Erreichen dieses Meilensteins bei der Erfüllung eines der Hauptziele der Digitalen Agenda für Europa:

„Mein Motto ist, Jeder Europäer digital‘ – und nun hat auch jeder Europäer wirklich die Möglichkeit. Wir müssen noch mehr tun, um die Netze auszubauen und gleiche Chancen zu schaffen, aber die Möglichkeit haben wir nun.“

„Dank dieser zusätzlichen Netzabdeckung durch Satellitenbreitbandverbindungen haben wir unser für 2013 angepeiltes Ziel der Breitbandversorgung für alle erreicht. Das ist ein großartiger Erfolg für die europäischen Bürger.

Wie kommt die 100-prozentige Netzabdeckung zustande?

FESTNETZE (ADSL, VDSL, Kabel-TV, Glasfaser, Kupferleitung)

96,1 %

MOBILFUNKNETZE (2G, 3G, 4G)

99,4 %

SATELLITEN

100 %

Zum Jahresende 2012 bestand für 99,4 % der EU-Haushalte die Möglichkeit, mit einem breitbandigen Festnetz- oder Mobilfunkanschluss versorgt zu werden. Darunter fielen auch 96,1 % der Haushalte in ländlichen Gebieten. Bei den übrigen 0,6 % (oder ungefähr 3 Mio. Bürgern) handelt es sich um viele Familien und Unternehmen in abgelegenen oder ländlichen Gebieten, in denen der Aufbau von Festnetzen oder Mobilfunknetzen aufwändiger und teurer ist.

Neelie Kroes dazu: „Die EU ist technologieneutral, aber für die Menschen in den abgelegensten Gebieten sind Satellitenverbindungen eine gute Möglichkeit, online zu gehen, und das wird wohl auch künftig so bleiben.“

Viele Menschen wissen gar nicht, dass ein Satelliten-Breitbandanschluss eine Möglichkeit für sie wäre. Deshalb hat Neelie Kroes heute die Initiative broadbandforall.eu gestartet, ein vom Europäischen Satellitenbetreiberverband ESOA (European Satellite Operators Association) entwickeltes Angebot, mit dem die Bürger schnell herausfinden können, welche Möglichkeiten sie haben, einen Satelliten-Breitbandanschluss zu bekommen.

Gegenwärtig gibt es 148 Satelliten, die Internetdienste für Europäer bereitstellen. Grundlegende Angebote gibt es ab 10 EUR pro Monat, einen Anschluss mit 20 Mbit/s ab 25 EUR pro Monat. Die durchschnittlichen Preise für Satellitenantennen liegen bei 350 EUR (ohne Premiumdienste auch günstiger).

Gleichzeitig betonte Kroes aber auch, dass grundlegende Breitbanddienste nicht ausreichen und dass für einen echten vernetzten Kontinent unbedingt höhere Breitbandgeschwindigkeiten erforderlich sind:

„Europa braucht blitzschnelle Verbindungen. Wir dürfen nicht zulassen, dass einige unserer Unternehmen und Bürger zurückgelassen werden. Nachdem wir nun die grundlegende Breitbandversorgung erreicht haben, müssen wir sofort unseren Blick auf Investitionen in neue schnelle Netze richten.“

Verlässliche und erschwingliche Internetanschlüsse mit Geschwindigkeiten von 30 und 50 Mbit/s sind unverzichtbar für die wirtschaftliche Entwicklung Europas und für die nächste Generation digitaler Produkte und Dienste wie vernetztes Fernsehen, elektronische Gesundheitsdienste, Cloud-Computing und vernetze Fahrzeuge.“

Hintergrund

Das Maßnahmenpaket der Kommission für einen vernetzten Kontinent, mit dem der Binnenmarkt für die Telekommunikation gefördert wird, zielt auch darauf ab, starke europäische Unternehmen in anderen Bereichen des digitalen Ökosystems aufzubauen. So wird durch Maßnahmen wie die Einführung einer einzigen Genehmigung dafür gesorgt werden, dass ein Betreiber mit der in einem Mitgliedstaat erteilten Genehmigung in allen Mitgliedstaaten tätig werden kann. Insbesondere Bereiche wie der Satellitenbetrieb werden dadurch neue Impulse erhalten. Unter einem gemeinsamen Rahmen mit kooperativer Lenkung dürfte sich eine Vielzahl separater bürokratischer Verfahren erübrigen.

Moderne Breitbandsatelliten, die bidirektional im Ka-Band arbeiten, bieten Download-Geschwindigkeiten von bis zu 20 Megabit pro Sekunde.

Unternehmen wie Eutelsat und Astra sind im Satelliten-Breitbandbereich weltweit führend. Mehr als 250 geostationäre Satelliten verbreiten heutzutage vom Orbit aus über 20 000 Fernsehprogramme. Etwa 148 von ihnen werden von europäischen Unternehmen betrieben, die ESOA-Mitglieder sind.

Überdies hat die Kommission zwei Initiativen zur Unterstützung des Satelliten-Breitbandausbaus ins Leben gerufen, an denen sich 43 Partner aus 16 Mitgliedstaaten beteiligen. In den Projekten SABER und BRESAT arbeiten nationale und regionale Behörden mit führenden Vertretern der Satellitenbranche zusammen, um Aufklärungsarbeit zu leisten, bewährte Verfahren für den Mitteleinsatz auszutauschen, Hindernisse zu analysieren und Lösungen zu finden.

Für das große digitale Ökosystem der EU aus Geräteherstellern, Internet-Unternehmen, intelligenten Objekten, Groß- und Einzelhandel, Logistik, europäischen kreativen Inhalten, Bildungsanbietern und digitalen öffentlichen Diensten ist eine gute Netzanbindung unverzichtbar. Im September legte die Kommission daher ein Paket zur Stärkung des Telekommunikationsbinnenmarkts und insbesondere zur Förderung von Investitionen in schnelle Breitbandnetze vor (siehe IP/13/828 und MEMO/13/779).

Was sind Satelliten-Breitbanddienste?

„Internet-per-Satellit“ oder „Satelliten-Breitbandanschluss“ ist eine in beide Richtungen funktionierende Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung, die über Kommunikationssatelliten anstelle von Telefonleitungen oder anderen terrestrischen Mitteln realisiert wird. In Bezug auf Kosten und Leistungsmerkmale sind Satelliten-Breitbandanschlüsse heutzutage weitgehend vergleichbar mit DSL-Breitbandanschlüssen. Grundlegende Anschlusspakete gibt es ab 10 EUR pro Monat. Glasfaser- und Kabelfernsehangebote bieten zwar eine höhere Leistung, stehen aber im Gegensatz zur heutigen Satellitentechnik nicht für alle Benutzer zur Verfügung. Das macht Satelliten gerade für abgelegene Gebiete attraktiv, in denen Fest- und Mobilfunknetze kaum erreichbar sind.

Welche öffentliche Förderung gibt es für den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten?

Bei der Bereitstellung von Breitbandanschlüssen für Haushalte und Unternehmen in der EU, insbesondere in ländlichen Gebieten, spielen auch öffentliche Mittel eine wichtige Rolle. Die Kommission hat großzügige Leitlinien für staatliche Beihilfen angenommen, um den Mitgliedstaaten bei einem wettbewerbsorientierten Breitbandausbau zu helfen.

So wird der Breitbandausbau unterstützt durch die Fazilität „Connecting Europe“, die EU-Strukturfonds mit einer neuen IKT-Priorität und durch neue Leitlinien über staatliche Beihilfen für Breitbandnetze (siehe IP/12/1424).

Wie sehen die nächsten Breitbandziele der Kommission aus?

Die digitalen Dienste von morgen – vom vernetzten Fernsehen (Connected TV) und Cloud-Computing bis zu elektronischen Gesundheitsdiensten – hängen allesamt davon ab, dass Breitbandverbindungen effektiv zur Verfügung stehen. Solche Verbindungen werden für unsere Wirtschaft immer wichtiger. Schätzungen zufolge bewirkt eine Steigerung der Breitbandversorgung um 10 % einen BIP-Anstieg um 1–1,5 %. In der Digitalen Agenda für Europa (DAE) wurde das Ziel gesetzt, jedem Europäer Zugang zu digitalen Netzen zu verschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas im 21. Jahrhundert zu sichern. Zur Erreichung dieses Ziels kommt es auf schnelle Netzverbindungen und die Erfüllung der DAE-Breitbandziele an:

Grundlegende Breitbanddienste für alle bis 2013;

Netze der nächsten Generation (mindestens 30 Mbit/s) für alle bis 2020;

Breitbandanschlüsse mit mindestens 100 Mbit/s für 50 % der Privathaushalte.

Nützliche Links

broadbandforall.eu

Fallstudien zur Unterstützung der Satelliten-Breitbandnutzung in ländlichen Gebieten

Breitband für Wachstum und Beschäftigung

Hashtag: #ConnectedContinent

Neelie Kroes

Neelie Kroes auf Twitter

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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