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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Oktober 2013

Welternährungstag: Die Kommission ist entschlossen, die Lebensmittelverschwendung in Europa zu reduzieren.

Der heutige Welternährungstag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit ungefähr ein Drittel der Nahrungsmittel verschwendet werden. Nach Angaben der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation (FAO) entspricht dies 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Davon gehen jährlich rund 90 Millionen Tonnen auf das Konto Europas – wobei Abfälle aus Landwirtschaft und Fischerei nicht mitgerechnet werden.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte hierzu: „Wenn täglich 870 Millionen Menschen Hunger leiden, gibt es keine Entschuldigung dafür, dass ein ganzes Drittel der Nahrungsmittel in der Welt verschwendet werden. Die EU hat sich zum ehrgeizigen Ziel gesetzt, die Menge genießbarer Lebensmittel, die im Abfall landet, bis 2020 zu halbieren. Wir wollen die Nachhaltigkeit der Ernährungswirtschaft als Ganzer sichern und, beginnend mit der Lebensmittelverschwendung, die unzulängliche Ressourcennutzung entlang der gesamten Nahrungskette bekämpfen. Ich hoffe, dass wir auf diese Weise letztlich dazu beitragen, die Welternährungswirtschaft resilienter zu machen.“

EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz Tonio Borg bemerkte diesbezüglich: „Alle Akteure der Nahrungskette – vom Agrarbetrieb bis hin zum Endverbraucher – müssen unbedingt zusammenarbeiten, wenn wir Ressourceneffizienz gewährleisten und die Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden wollen, ohne die Lebensmittelsicherheit in Frage zu stellen.“ Er fügte hinzu: „Ich begrüße die jüngste Initiative Belgiens, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittelspenden für die Nahrungsmittelbanken abzuschaffen. Auf diese Weise werden mehr Lebensmittel an Nahrungsmittelbanken gespendet und weniger Lebensmittel knapp am „Mindesthaltbarkeits-/Verfallsdatum“ weggeworfen, wovon Einzelhändler und Nahrungsmittelbanken gleichermaßen profitieren. Ich fordere andere Mitgliedstaaten auf, sich ebenfalls dieses Themas anzunehmen.“

Lebensmittel werden entlang der gesamten Nahrungskette verschwendet – Bauern sind ebenso mitverantwortlich wie die Lebensmittelindustrie, der Einzelhandel, das Gaststättengewerbe und die Verbraucher. Die Gründe für diese Verschwendung sind vielfältig und sektorspezifisch. Hauptursachen sind

  • mangelndes Bewusstsein, schlechte Einkaufsplanung, Verwechslung von Mindesthaltbarkeits- und Verfallsdatum, Unwissen über Möglichkeiten der Verwertung von Speiseresten (Privathaushalte);

  • die gängigen Portionsgrößen, Schwierigkeit der Vorausschätzung der Gästezahl (Gaststätten);

  • unzulängliches Bestandsmanagement, zu unnötigen Käufen verleitende Vermarktungsstrategien (2 für 1; 1 Kauf/1 gratis) (Einzelhandel);

  • Überproduktion, Produkt- & Verpackungsschäden (Landwirte und Verarbeitungsbetriebe);

  • unzulängliche Lagerung (gesamte Nahrungskette); und

  • unzulängliche Verpackung.

EU-Maßnahmen

In Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa werden Lebensmittel als einer der Schlüsselsektoren aufgeführt, in denen die Ressourceneffizienz verbessert werden sollte. Es wurde angekündigt, dass weiter geprüft würde, wie sich die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Nahrungskette am besten begrenzen lässt, und dass nach Anreizen gesucht würde, um die Menge der im Abfall landenden genießbaren Lebensmittel in der EU bis 2020 zu halbieren.

Die Kommission prüft zurzeit in enger Zusammenarbeit mit Interessenträgern, Experten und den Mitgliedstaaten, wie die Lebensmittelverschwendung eingedämmt werden kann, ohne die Lebensmittelsicherheit in Frage zu stellen; diesbezügliche Optionen für EU-Maßnahmen werden derzeit erörtert. Die Arbeitsgruppe „Lebensmittelabfälle“ ist dabei, bewährte Praktiken zu entwickeln, und prüft Hindernisse und Optionen für Maßnahmen der EU zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die Gruppe bearbeitet eine Vielzahl von Themen wie Spenden überschüssiger Lebensmittel an Nahrungsmittelbanken, Datenangaben, Futtermittel, kurze Versorgungsketten, Bioenergie, usw.

Die Kommission hat auch eine Sensibilisierungs- und Informationskampagne gestartet, die unter anderem einen Videoclip über Lebensmittelverschwendung sowie „10 Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen“ in allen EU-Sprachen und eine Erläuterung des Mindesthaltbarkeits- und Verfallsdatums in all EU-Sprachen umfasst.

Die Kommission stellt auch bewährte Praktiken für Initiativen zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung zusammen.

Nächste Schritte

Als Folgemaßnahmen zum Fahrplan für Ressourceneffizienz und zur öffentlichen Konsultation über nachhaltige Nahrungsmittel untersuchen die Kommissionsdienststellen zurzeit, wie sich das Konzept der Ressourceneffizienz besser auf Produktion und Verbrauch von Nahrungsmitteln anwenden lässt, wobei die Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Vordergrund steht. Die Kommission plant, in den kommenden Monaten eine diesbezügliche Initiative vorzulegen.

Hintergrund

Industriestaaten produzieren ebenso viele Lebensmittelabfälle wie Entwicklungsländer: über 40 % der Lebensmittelverluste sind Einzelhändlern und Verbrauchern in Industrieländern anzulasten, während in Entwicklungsländern über 40 % nach der Ernte und während der Verarbeitung verloren gehen.

Für weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/environment/eussd/food.htm

http://ec.europa.eu/food/food/sustainability/index_en.htm

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Monica Westeren (+32 2 299 18 30)

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