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Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von Nokia in Finnland mit 9,8 Mio. Euro aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

European Commission - IP/13/949   16/10/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Oktober 2013

Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von Nokia in Finnland mit 9,8 Mio. Euro aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Finnland 9,8 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zur Verfügung zu stellen, um die Jobsuche von 3719 Arbeitskräften, die von Nokia plc bzw. 31 Tochterunternehmen, Nokias Zulieferern und nachgeschalteten Herstellern entlassen worden sind, zu unterstützen. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Das weltweite Produktionsmuster für die Herstellung von Mobiltelefonen wandelt sich; die europäischen Hersteller verlagern ihre Produktionsstätten hin zu den am schnellsten wachsenden Märkten, die sich heute in Asien befinden.“ Er fügte hinzu: „Mit der heutigen Entscheidung helfen wir den ehemaligen Nokia-Angestellten, sich auf neue Arbeitsmöglichkeiten vorzubereiten. Es ist wichtig, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Bewältigung dieser schwierigen Übergangsphase zu unterstützen. Der Globalisierungsfonds hat sich dafür über die Jahre als wertvolles Instrument bewährt.“

Der Antrag Finnlands auf EGF-Unterstützung bezog sich auf 4509 entlassene Arbeitskräfte; davon waren 2544 von Nokia plc entlassen worden, weitere 1965 Personen verloren ihren Arbeitsplatz bei der Tochtergesellschaft Nokia Siemens Networks. Zulieferer und Subunternehmer entließen weitere 30 Personen. Es wird davon ausgegangen, dass von diesen entlassenen Arbeitskräften 3719 an den aus dem EGF kofinanzierten Maßnahmen teilnehmen. Im Rahmen des Maßnahmenpakets stehen den entlassenen Arbeitskräften folgende Leistungen zur Verfügung: Unterstützung bei der Arbeitsuche, Berufsberatung, Erfassung der Berufserfahrung und Kenntnisse, Bewertung der Leistungsfähigkeit, Schulungen und Umschulungen, Vorbereitung auf Selbständigkeit und Dienstleistungen für Jungunternehmer, Unterstützung bei der Aufnahme unabhängiger Unternehmenstätigkeiten sowie Gehalts- und Mobilitätsbeihilfen.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit insgesamt etwa 19,6 Mio. EUR veranschlagt, von denen die Hälfte aus dem EGF kommt.

Hintergrund

Hauptgrund für die Entlassungen ist die Verlagerung von Tätigkeiten innerhalb der Branche in Nicht-EU-Länder. Die Fertigung von Mobiltelefonen, die vormals in Salo (Finnland) und Cluj (Rumänien) stattfand, wurde nach Asien ausgelagert (China, Südkorea, Indien und Vietnam – dort wird demnächst ein neues Nokia-Werk eröffnet). Die Herstellung von Komponenten und die an Subunternehmen vergebene Produktion erfolgen bereits nicht mehr in Europa. Infolgedessen wurden bzw. werden nun auch Design und Produktentwicklung dorthin ausgelagert.

Es handelt sich hierbei um einen Folgeantrag, mit dem die verbleibenden Arbeitskräfte bei Nokia Salo, die Nokia-Arbeitskräfte in anderen Teilen des Landes (vor allem in Espoo, Tampere und Oulu) und die folgenden Entlassungen bei Nokia Siemens Networks und 30 anderen Subunternehmen in verschiedenen Regionen Finnlands unterstützt werden sollen.

Ursprünglich plante Nokia das Werk in Salo zu erhalten und die Unternehmensbelegschaft an Standorten rund um den Globus um etwa 12 % zu reduzieren. Dies führte zur Schließung des Werks im rumänischen Cluj im September 2011, wofür ein separater EGF-Antrag gestellt wurde (siehe IP/2012/1123). Auch Nokia Siemens Networks kündigte im November 2011 Entlassungen in größerem Umfang an. Am 22. März 2012 wurde mitgeteilt, dass bei Nokia Salo 1000 der insgesamt 1700 Arbeitskräfte entlassen werden. Finnland legte einen Antrag auf Unterstützung dieser Arbeitskräfte vor (siehe IP/2012/1122) und wies darauf hin, dass bereits weitere Entlassungen geplant seien und ein Folgeantrag Finnlands für die nächste Welle von Entlassungen bei Nokia selber und seinen Subunternehmen in Vorbereitung sei.

Die Entlassungen treffen mehrere Regionen in Finnland, davon drei im Süden des Landes (Südwestfinnland, Uusimaa und Pirkanmaa) und eine vierte im Norden (Nordösterbotten). Südwestfinnland ist mit 1050 neuen Entlassungen bei Nokia und weiteren 360 bei den Subunternehmen am stärksten betroffen. Dort liegt auch Salo, das bereits von den vorherigen Entlassungswellen bei Nokia betroffen war.

Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt gut für Wachstum und Beschäftigung, er kann jedoch auch Arbeitsplätze kosten – vor allem in sensiblen Branchen – und trifft gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der den Betroffenen bei der Anpassung an die Folgen der Globalisierung helfen sollte. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 110 Anträge auf insgesamt ca. 471,2 Mio. EUR zur Unterstützung von über 100 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für immer mehr Branchen und von immer mehr Mitgliedstaaten gestellt.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden, galt das „Krisenkriterium“.

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem EGF und angesichts seines Mehrwerts für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Regionen hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern. Vor kurzem wurde zwischen dem Parlament und dem Rat eine vorläufige Einigung über die neue Verordnung erzielt.

Weitere Informationen

EGF Website

Video-News:

„Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised“ (Europa handelt zur Bewältigung der Krise: der revitalisierte Globalisierungsfonds)

„Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund“ (Europa in einer globalisierten Welt – der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung)

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Website von László Andor

László Andor auf Twitter

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)


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