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Umweltschutz: Gewässerbelastung nimmt ab, aber es bleibt noch viel zu tun

European Commission - IP/13/947   18/10/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 18. Oktober 2013

Umweltschutz: Gewässerbelastung nimmt ab, aber es bleibt noch viel zu tun

Die Verunreinigung der Gewässer durch Nitrate ist in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen, aber die Wasserressourcen werden noch immer durch landwirtschaftliche Quellen belastet. Der neueste Bericht über die Umsetzung der Nitratrichtlinie zeigt, dass die Nitratkonzentrationen sowohl im Oberflächen- als auch im Grundwasser leicht zurückgehen und dass sich nachhaltige landwirtschaftliche Verfahren stärker durchsetzen. Trotz dieses allgemein positiven Trends verursachen Nitratbelastung und Eutrophierung – das übermäßige Wachstum von schädlichen Pflanzen und Algen, das das Leben in Flüssen und Seen erstickt – noch in vielen Mitgliedstaaten Probleme, und es sind weitere Maßnahmen erforderlich, um innerhalb eines vertretbaren Zeitrahmens einen guten Zustand der Gewässer in der Europäischen Union herzustellen.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Ich freue mich, dass die lang anhaltenden Bemühungen zur Verringerung der Gewässerverunreinigung durch Nitrate Wirkung zeigen. Aber bis zur Erreichung eines guten Gewässerzustands in Europa im Jahr 2015 liegt noch eine riesige Aufgabe vor uns. Nitrate sind eine starke Belastung für die Biodiversität, die Gewässer und die Flächen, die die Grundlage für unsere landwirtschaftlichen und ökonomischen Tätigkeiten bilden. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um weitere spürbare Verringerungen bei den Nährstoffeinträgen zu erreichen. Dies erfordert eine nachhaltigere und ressourceneffizientere Bewirtschaftung des Nährstoffzyklus. Insbesondere müssen wir die Effizienz des Einsatzes von Düngemitteln verbessern. Je länger wir warten, desto höher werden die Kosten für die Wirtschaft wie für die Umwelt."

Die Belastung der Wasserqualität durch die Landwirtschaft nimmt in einigen Gebieten immer noch zu, da einige Verfahren der Intensivlandwirtschaft stark von Düngemitteln abhängig sind, die die Gewässerqualität vor Ort verschlechtern. In mehreren Mitgliedstaaten und Regionen ist der Anteil der nitratbelasteten oder eutrophierten Gewässer immer noch hoch. In Deutschland und Malta sind die Probleme beim Grundwasser am größten, während die Verunreinigung der Oberflächengewässer in Malta, dem Vereinigten Königreich und Belgien am stärksten ist. Beinahe vier von zehn Seen in Europa leiden unter Eutrophierung; besonders akut ist die Lage in den Niederlanden, wo 100 % des Süßwassers betroffen ist.

Innerstaatliche Maßnahmen wie ausgewogene Düngung und nachhaltige Dungbewirtschaftung, die darauf abzielen, die Anbaukulturen mit der richtigen Menge an Nährstoffen zu versorgen, verbessern sich weiterhin. In einigen Bereichen wie dem Gartenbau erhalten die Landwirte aber noch nicht genügend Anreize, um den Einsatz von Nitratdünger einzuschränken. Problembereiche sind dem neuen Bericht zufolge neue Energiepflanzen, die Biogasindustrie, die Intensivierung der tierischen Erzeugung und der Gartenbau; sie müssen genauer beobachtet werden und erfordern künftig verstärkte Maßnahmen.

Durch Schulungsprogramme und Kampagnen zur Sensibilisierung für die Notwendigkeit von Gewässerschutzmaßnamen, die die Mitgliedstaaten in den landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt haben, wurde das Bewusstsein für das Problem verschärft.

Hintergrund

Übermäßige Nitratkonzentrationen aufgrund von Schweine-, Rinder- oder Geflügeldung aus der Tierhaltung und der Düngung von Kulturpflanzen sickern in die Gewässer ein und verursachen Algenblüte, was zu Störungen der Wasserökosysteme führt und hierdurch Luftverschmutzung und eine Bedrohung der Biodiversität verursacht. Dies gefährdet - insbesondere wegen der Verunreinigung des Trinkwassers - auch die menschliche Gesundheit und hat wirtschaftliche Auswirkungen, da die Ökosystemleistungen der Gewässer beeinträchtigt werden. Vor mehr als 20 Jahren hat die EU das Problem erkannt und die Nitratrichtlinie erlassen, die EU-weit die gute landwirtschaftliche Praxis fördert und hierdurch die Gewässerbelastung durch Nitrate aus landwirtschaftlichen Quellen verringert.

Die Richtlinie ist seit 1992 in Kraft, und obwohl sie in den Mitgliedstaaten bereits gut eingeführt ist, ist ihre vollständige Umsetzung in einigen Ländern noch problematisch. So laufen derzeit gegen sechs Mitgliedstaaten (Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Lettland, Polen und die Slowakei) diesbezügliche Vertragsverletzungsverfahren.

Die letzten Bewertungen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und Studien im Rahmen internationaler Übereinkommen machen deutlich, dass diffuse Verunreinigungsquellen die größten Hindernisse bei der Erreichung eines guten Zustands der Gewässer in der EU darstellen. Aus diesem Grund wird im unlängst veröffentlichten Blueprint für den Schutz der europäischen Wasserressourcen die Nitratrichtlinie als eine der entscheidenden Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie bezeichnet.

Weitere Informationen:

Link zum Bericht: http://ec.europa.eu/environment/water/water-nitrates/reports.html

Siehe auch:

http://ec.europa.eu/environment/water/water-nitrates/

Ansprechpartner:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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