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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. Oktober 2013

Fusionskontrolle: Europäische Kommission genehmigt Übernahme von Olympic Air durch Aegean Airlines

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Olympic Air durch Aegean Airlines nach der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um griechische Luftfahrtgesellschaften. Die eingehende Untersuchung ergab, dass Olympic Air aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten keine andere Wahl hätte, als sich vom Markt zurückzuziehen, wenn es nicht von Aegean Airlines übernommen würde. Im Falle eines Rückzugs von Olympic Air wäre Aegean Airlines das einzige bedeutende Luftfahrtunternehmen in Griechenland und würde die Marktanteile von Olympic übernehmen. Olympic würde somit – ob im Zuge einer Übernahme oder aufgrund seiner finanziellen Schieflage – in absehbarer Zeit als Wettbewerber wegfallen. Die ohnehin unvermeidliche Wettbewerbsbeeinträchtigung wäre folglich nicht der Übernahme zuzuschreiben.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass sich Olympic Air angesichts der anhaltenden Krise in Griechenland und aufgrund seiner sehr schwierigen finanziellen Lage ohnehin nicht mehr am Markt halten kann“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia. „Wir haben die Übernahme genehmigt, weil sie keine darüber hinausgehenden Wettbewerbsverzerrungen verursacht.“

Die Kommission hat geprüft, wie sich die geplante Übernahme auf den Wettbewerb für Inlandsflüge im Passagierluftverkehr auswirken würde. Auf diesen Märkten ist Aegean Airlines in Griechenland der engste Wettbewerber von Olympic Air. Aufgrund ihrer anfänglichen Wettbewerbsbedenken leitete die Kommission im April 2013 eine eingehende Untersuchung ein (IP/13/361).

Im Zuge der Krise in Griechenland ist bei Inlandsflügen ab Athen die Nachfrage um 26 % eingebrochen (2009: 6,1 Mio. Fluggäste; 2012: 4,5 Mio. Fluggäste). Diese rückläufige Entwicklung hat sich im ersten Halbjahr 2013 fortgesetzt (ein weiterer Rückgang des Fluggastaufkommens um 6,3 % gegenüber dem Vorjahr).

Darüber hinaus ist die Zahl der Strecken, die sowohl von Aegean und Olympic bedient werden, in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen. Als die Kommission 201168)icular since the Commission reviewed Aegean's previous attempt to acquire Olympic in 2011 (see . die damaligen Übernahmepläne von Aegean blockierte, standen die beiden Luftfahrtunternehmen auf 17 Strecken in direktem Wettbewerb, neun dieser Strecken waren wettbewerbsrechtlich bedenklich (vgl. hierzu IP/11/68). Momentan überschneidet sich das Angebot von Aegean Airlines und Olympic Air auf sieben Strecken, von denen die folgenden fünf Inlandsstrecken ausschließlich von diesen beiden Gesellschaften bedient werden: Athen – Chania, Athen – Mytilene, Athen – Santorini, Athen – Korfu, Athen – Kos (Aegean-Flüge nur im Sommer).

Die Marktuntersuchung ergab, dass ein baldiger Markteinstieg eines neuen Wettbewerbers unwahrscheinlich ist. Dies hat mehrere Gründe: Potenzielle Wettbewerber versprechen sich andernorts bessere Gewinnaussichten, der Markteintritt ist ihnen zu teuer oder sie halten sich derzeit aufgrund der extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation des Landes vom griechischen Markt fern.

Die Ergebnisse der Kommissionsuntersuchung lassen zudem keinen Zweifel daran, dass sich Olympic auf sich allein gestellt nicht mehr am Markt halten könnte und Insolvenz anmelden müsste. Seit seiner Privatisierung im Jahr 2009 hat Olympic nur rote Zahlen geschrieben – trotz erheblicher Finanzspritzen des alleinigen Eigentümers, der Marfin Investment Group (MIG). Eine eingehende Analyse der Geschäftsperspektiven für Olympic hat bestätigt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Fluggesellschaft in absehbarer Zeit – unabhängig vom Geschäftsplan – rentabel wirtschaften können würde. Aus diesem Grund hat MIG beschlossen, die Unterstützung für Olympic einzustellen, wenn die Gesellschaft nicht von Aegean übernommen wird. Dies würde kurzfristig zur dauerhaften Betriebsstilllegung führen.

Des Weiteren hat die Marktuntersuchung bestätigt, dass es außer Aegean keinen weiteren glaubwürdigen Käufer gibt, der an dem Erwerb von Olympic interessiert wäre. Es gab auch keine ernstzunehmenden Interessensbekundungen bezüglich des Erwerbs der Vermögenswerte von Olympic (einschließlich der Marke). Folglich ist davon auszugehen, dass im Falle eines Scheiterns des Vorhabens Olympic Air (einschließlich der Vermögenswerte) völlig aus dem Markt ausscheiden würde.

Deshalb ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass jedwede Wettbewerbsbeeinträchtigung infolge eines Ausscheidens von Olympic nicht auf die geplante Übernahme zurückzuführen wäre. Folglich ist die Übernahme mit dem Binnenmarkt vereinbar und muss freigegeben werden.

Das Vorhaben wurde am 28. Februar 2013 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Die griechische Fluggesellschaft Aegean Airlines bietet Linien- und Charterflüge im Passagierluftverkehr und in geringerem Umfang im Luftfrachtverkehr an. Seit 1999 bedient Aegean sowohl Inlandsstrecken als auch internationale Kurzstrecken. Seine Basis hat das Unternehmen am internationalen Flughafen Athen. Direkt bedient es derzeit rund 50 internationale und inländische Kurzstrecken. Aegean Airlines ist Mitglied der Star Alliance.

Olympic ist ebenfalls im Passagierluftverkehr und Luftfrachtverkehr tätig. Heimatflughafen der Fluggesellschaft, die rund 30 Kurzstrecken (vor allem in Griechenland) bedient, ist der internationale Flughafen Athen. Olympic gehört keiner Luftfahrtallianz an.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung) und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II). Zurzeit laufen keine anderen eingehenden Prüfverfahren.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.6796 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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