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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 2. Oktober 2013

Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt Beihilfe von 20,5 Mio. EUR für Renault für die Entwicklung von Nutzfahrzeugen mit Diesel-Hybridmotor

Die Europäische Kommission ist nach entsprechender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beihilfe, die Frankreich dem Automobilhersteller Renault für das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „HYDIVU“ gewährt hat, mit den EU-Beihilfevorschriften vereinbar ist. Im Rahmen des Vorhabens will Renault eine Diesel-Hybridtechnologie für Nutzfahrzeuge des Typs Kastenwagen entwickeln. Der neue Diesel-Hybridmotor soll anschließend in den Modellen Trafic und Master zum Einsatz kommen und so deren Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß deutlich senken. Die staatliche Beihilfe dient der Behebung eines echten Marktversagens und verursacht keine übermäßigen Wettbewerbsverzerrungen.

Renault erhält staatliche Beihilfen von insgesamt 20,5 Mio. EUR in Form von Zuschüssen (3,8 Mio. EUR), rückzahlbaren Vorschüssen für die industrielle Forschung (3,4 Mio. EUR) und rückzahlbaren Vorschüssen für die experimentelle Entwicklung (13,1 Mio. EUR).

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia, erklärte: „In Europa werden jedes Jahr an die zwei Millionen Nutzfahrzeuge verkauft. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen deutlich gesenkt werden. Daher trägt es zu den Zielen der Europäischen Union auf den Gebieten Innovation, Umweltschutz und Energiesicherheit bei, ohne den Wettbewerb zu beeinträchtigen.

Die Kommission hat die Beihilfe auf ihre Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI, siehe IP/06/1600 und MEMO/06/441) geprüft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Beihilfe zur Behebung eines echten Marktversagens beiträgt, dass sie erforderlich ist und ferner Renault auch genügend Anreize für die Durchführung eines FuE-Vorhabens bietet, zu dem sich das Unternehmen ansonsten nicht entschlossen hätte.

Dies ist das dritte von der Kommission genehmigte FuE-Beihilfevorhaben zur Entwicklung eines neuen Hybridantriebs. Das aktuelle Vorhaben von Renault ist jedoch speziell auf Nutzfahrzeuge ausgerichtet, während sich die beiden vorherigen Vorhaben auf Pkw beziehen: Im Juli 2013 genehmigte die Kommission eine Beihilfe für das Benzin-Hybrid-Vorhaben „ESSENCYELE“ des Automobilzulieferers Valeo (siehe IP/13/703) sowie eine Beihilfe für das Diesel-Hybrid-Projekt „50CO2Cars“ des französischen Automobilherstellers PSA Peugeot Citroën (siehe IP/17/757).

Hintergrund

In Europa wurden Nutzfahrzeuge bislang auf der Grundlage von Pkw-Modellen entwickelt. Sie sind ähnlich aufgebaut (Quermotor vorn und Frontantrieb, Monocoque) und weisen dieselben Antriebs- und Gebriebeteile auf. Im Bereich Forschung und Entwicklung beschränken sich die Automobilhersteller zumeist darauf, die Innovationen aus der Pkw-Sparte für Nutzfahrzeuge „anzupassen“, um die technischen Risiken zu beschränken. Diese Vorgehensweise führt jedoch zu suboptimalen Ergebnissen, weil die angepassten Technologien den Anforderungen von Nutzfahrzeugen nicht exakt gerecht werden. So reicht die Leistung der Motoren häufig nicht aus, um schwerere und weniger aerodynamische Fahrzeuge anzutreiben, die zudem oftmals mit großen Lasten lange Strecken (auf Autobahnen) zurücklegen sollen. Bei dem aktuellen Vorhaben „HYDIVU“ entwickelt Renault hingegen einen für Nutzfahrzeuge optimierten Hybridmotor.

Renault führt das Vorhaben „HYDIVU“ gemeinsam mit drei Partnerunternehmen (Continental, Valeo et LMS International) und einem Forschungsinstitut (IFPEN) durch. Die Beihilfen, die die begünstigten Partner für die Durchführung von „HYDIVU“ erhalten, stehen mit einer französischen FuE-Beihilferegelung (SA.32466) im Einklang, die die Kriterien der einschlägigen Gruppenfreistellungsverordnung erfüllt (siehe IP/08/1110 und MEMO/08/482).

Sobald alle Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz vertraulicher Daten geklärt sind, wird die nichtvertrauliche Fassung des Beschlusses über das Beihilfenregister auf der Website der GD Wettbewerb unter der Nummer SA.34668 veröffentlicht. Über neu im Internet und im Amtsblatt veröffentlichte Beihilfebeschlüsse informiert der elektronische Newsletter "State aid Weekly e-News".

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Maria Madrid Pina (+32 229-54530)


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