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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 30. September 2013

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Lachsverarbeiter Morpol durch Lachszüchter Marine Harvest unter Auflagen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des größten Lachsverarbeiters im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), Morpol, durch den führenden Lachszüchter im EWR, Marine Harvest, nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Norwegen. Die Freigabe ist an die Bedingung geknüpft, dass der größte Teil von Morpols Lachszuchttätigkeiten in Schottland veräußert wird. Die Kommission hatte Bedenken, dass der Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form den Wettbewerb auf dem Markt für Zucht und erste Bearbeitung von schottischem Lachs erheblich eingeschränkt hätte. Die am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen konnten diese Bedenken mit entsprechenden Verpflichtungsangeboten ausräumen.

Die geplante Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form hätte zwei der größten Züchter und Erstverarbeiter von schottischem Lachs zusammengeführt. Das aus dem Zusammenschluss hervorgegangene Unternehmen hätte hohe Marktanteile gehabt, so dass seine Wettbewerber nicht in der Lage gewesen wären, einen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das Unternehmen auszuüben. Die Übernahme hätte wahrscheinlich zu Preiserhöhungen geführt, die letztlich zu Lasten der Verbraucher gegangen wären.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass es eine große Gruppe von Kunden gibt, die in Schottland gezüchtetem Lachs gegenüber Lachs aus anderen Ländern, insbesondere Norwegen, eindeutig den Vorzug geben. Deshalb hätte die sich den Kunden bietende Möglichkeit, Lachs anderen Ursprungs zu erwerben, nicht ausgereicht, um einen möglichen Anstieg der Preise für schottischen Lachs zu verhindern. Ebensowenig wären andere Anbieter in Schottland in der Lage gewesen, einem derartigen Preisanstieg entgegenzuwirken, da sie nicht über ausreichende freie Kapazitäten verfügen. Schließlich ist ein Eintritt in den Markt für schottischen Lachs aufgrund erheblicher regulatorischer Hemmnisse in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich und in jedem Fall nicht ausreichend, um das aufgezeigte Wettbewerbsproblem zu lösen.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, verpflichtete sich Marine Harvest zur Veräußerung des größten Teils der auf den Shetland- und den Orkney-Inseln angesiedelten schottischen Lachszuchttätigkeiten von Morpol. Durch diese Veräußerungen werden die durch den Zusammenschluss verursachten Wettbewerbsbedenken ausgeräumt, weil ein beträchtlicher Teil der Überschneidung zwischen den Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen auf dem relevanten Markt wegfällt.

Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass der geplante Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungszusagen geänderten Form keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung erfolgt unter der Auflage, dass die Zusagen vollständig eingehalten werden.

Die Kommission stellte ferner fest, dass das Vorhaben in Bezug auf die Zucht und die Erstverarbeitung sowie auf die Weiterverarbeitung von Lachs in Norwegen wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist.

Der Zusammenschluss wurde am 9. August 2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Marine Harvest ist ein norwegisches Fisch- und Meeresfrüchte-Unternehmen, das Zuchtlachs und weißen Heilbutt produziert und ein breites Spektrum von Erzeugnissen aus verschiedenen Arten von Fisch und Meeresfrüchten anbietet. Seine Tätigkeiten in den Bereichen Lachszucht und -erstverarbeitung erstrecken sich auf Norwegen, Chile, Schottland, Kanada, Irland und die Färöer-Inseln.

Morpol ist ein norwegischer Lachsproduzent und -verarbeiter. Das Unternehmen produziert Zuchtlachs und bietet eine breite Palette an Lachserzeugnissen. Es ist in Norwegen und Schottland in der Lachszucht und -erstverarbeitung tätig.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6850 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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