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IP/13/863

Commission Européenne - IP/13/863   26/09/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 26 September 2013

Rohstoff-Masterplan der EU – Innovation spielt eine Schlüsselrolle

Rohstoffe sind für die Industrie in der EU lebensnotwendig. Mindestens 30 Mio. Arbeitsplätze hängen von der Verfügbarkeit von Rohstoffen ab. Bei steigender Nachfrage nach unverarbeiteten Mineralien und Metallen stellt uns aber die Versorgung mit bestimmten Rohstoffen – unter anderem wegen Preisschwankungen und Marktverzerrungen – vor große Herausforderungen. Als Reaktion auf diese Entwicklung hat die Hochrangige Lenkungsgruppe der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Rohstoffe gestern einen strategischen Durchführungsplan vorgestellt. Sie zeigt darin auf, wie wir eine nachhaltige Versorgung der europäischen Wirtschaft mit Rohstoffen sichern und dafür sorgen können, dass Europa bis 2020 in den Bereichen Exploration, Förderung, Verarbeitung, Recycling und Substitution an der Weltspitze liegt. Der Durchführungsplan geht im Detail auf die Maßnahmen ein, mit denen die EU-Länder, die Unternehmen, die Forscher und die Nichtregierungsorganisationen technologische und nicht-technologische Innovationen in unserer Rohstoff-Wertschöpfungskette sowie auf internationaler Ebene fördern können. Darunter fällt eine ganze Reihe von Initiativen, etwa neue kosteneffiziente Explorationskonzepte und -technologien, bessere Rückgewinnungs- und Recyclingmethoden für Bauschutt oder die Suche nach Ersatzmaterialien für kritische Rohstoffe wie das für Touchscreens verwendete Indium.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich dazu wie folgt: „Innovationen in den Bereichen Abbau, Verarbeitung, Recycling oder Substitution von Rohstoffen spielen eine Schlüsselrolle für die künftige Entwicklung von Wachstum und Beschäftigung. Mit dem heute präsentierten Vorschlag machen wir klar, dass Europa diese großen Herausforderungen mit seinen innovativen Forschungskapazitäten bewältigen kann, die durch die Strategie Horizont 2020 gefördert werden. Unsere Industrie wird somit in der Lage sein, einen Beitrag zur Beschäftigung und zum Umweltschutz zu leisten.“

Bei der Sicherung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung steht Europa vor einer Reihe von Herausforderungen. Dies gilt für die gesamte Rohstoff-Wertschöpfungskette von der Exploration und Förderung über die Verarbeitung/Veredelung bis hin zum Recycling und zur Substitution. In dem strategischen Durchführungsplan wird auf alle zur Verwirklichung der Zielvorgaben erforderlichen Maßnahmen eingegangen: Die Forschung und Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette, der aktuelle Wissensstand und der Austausch bewährter Verfahren und die Überarbeitung bestimmter Rechtsvorschriften werden dabei ebenso behandelt wie die Genehmigungsverfahren, die Normung und der Dialog auf politischer Ebene.

Konkret sollen im Rahmen des strategischen Durchführungsplans bis zu 10 Pilotprojekte zur Förderung von Technologien zur Produktion von Primär- und Sekundärrohstoffen auf den Weg gebracht werden, ferner sollen Ersatzstoffe für zumindest drei Anwendungen von kritischen und knappen Rohstoffen gefunden sowie bessere Rahmenbedingungen für die Rohstoffbranche in Europa geschaffen werden. Der Durchführungsplan enthält auch Maßnahmen, mit denen EU-weit die Rahmenbedingungen für die Abfallwirtschaft und die in diesem Bereich erbrachten Spitzenleistungen ebenso verbessert werden sollen wie Wissen und Kompetenz im Rohstoffbereich und die Materialströme. Zu diesem Zweck soll eine Europäische Wissensdatenbank für Rohstoffe eingerichtet werden und, wenn möglich, eine Wissens- und Innovationsgemeinschaft (KIC) im Rahmen des EIT entstehen. Mit einigen Maßnahmen soll auch eine Strategie für eine internationale Kooperation auf bilateraler und multilateraler Ebene gefördert werden. Nachstehend werden Beispiele für Initiativen vorgestellt, die innerhalb der 24 Aktionsbereiche des Durchführungsplans vorgesehen sind:

  • Neue kosteneffiziente Explorationskonzepte und -technologien, die hochwertige Daten und Informationen, etwa hochauflösende 3D-Geodaten in 150 bis 4 000 Metern Tiefe, liefern.

  • Entwicklung von Lösungen für bessere Methoden für die Rückgewinnung und das Recycling von Abfall aus Bau- und Abbrucharbeiten, vor allem in den Bereichen, die wie die Abtragung von nicht zu Wohnzwecken dienenden Gebäuden besonders vielversprechend sind.

  • Ersatz von Indium in transparenten leitfähigen Schichten, etwa bei Geräten mit Touchscreens, flexibler Elektronik, Solarenergie und OLED-Beleuchtung (organische Leuchtdiode für digitale Anzeigen (Displays)) von Fernsehschirmen, Computermonitoren und tragbaren Geräten (Mobiltelefone, Handheld-Konsolen und Personal Digital Assistants (PDA)).

Weitere Einzelheiten finden sich in dem MEMO/13/819 zu diesem Thema.

Nächste Schritte

Bei einem für Ende Oktober 2013 geplanten öffentlichen Aufruf können sich potenzielle Interessenträger melden, die konkret beabsichtigen, sich bei der Umsetzung des strategischen Durchführungsplans einzubringen. In einer für 2014 geplanten Mitteilung soll erläutert werden, wie der strategische Durchführungsplan von der Europäische Kommission, den Mitgliedstaaten, der Industrie und der Forschung verwirklicht werden soll.

Hintergrund

Die Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) wurden im Rahmen der Innovationsunion geschaffen, um die Markteinführung von Innovationen, mit denen sich große Herausforderungen bewältigen lassen, zu beschleunigen. Die Abhängigkeit von Rohstoffimporten soll mit der EIP für Rohstoffe durch eine bessere Versorgung mit aus der EU und aus Drittländern stammenden Rohstoffen sowie durch Ressourceneffizienz und Versorgungsalternativen verringert werden. Ferner wird damit angestrebt, Europa eine führende Rolle in der Rohstoffwirtschaft zu sichern und dabei die mit ihr verbundenen negativen ökologischen und sozialen Folgen abzumildern.

Wir müssen uns unbedingt von der derzeitigen linearen Wirtschaft, in der wir abbauen, verarbeiten, verbrauchen und wegwerfen, hin zu einer Art „Kreislaufwirtschaft“ entwickeln, in der der Abfall aus einem Industriezweig einem anderen als Rohstoff dient. Es kommt entscheidend darauf an, dass wir eine derartige Kreislaufwirtschaft aufbauen, damit die Industrie in der EU konkurrenzfähig bleibt und sich im immer härteren Wettbewerb um die knappen Ressourcen behaupten kann. Die EIP wird bei diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen und nützliche Beiträge zum Recycling und zur Wiederverwendung wertvoller Stoffe für das integrierte „Paket zur Überprüfung von Ressourceneffizienz und Abfallwirtschaft“ liefern, das die Kommission 2014 vorlegen wird. Die EIP wird sich auch für Methoden einsetzen, mit denen in der Praxis die Umweltfolgen des Rohstoffabbaus verringert werden können.

Die EIP soll als Zusammenschluss von EU-Ländern, Unternehmen, Wissenschaftlern und NRO letztlich dazu beitragen, dass der Anteil der Industrie am BIP der EU bis 2020 auf 20 % steigt und die Ziele der Leitinitiativen „Innovationsunion“ und „Ressourcenschonendes Europa“ verwirklicht werden.

Weitere Einzelheiten: Strategischer Durchführungsplan und MEMO/13/92

Kontakt :

Carlo Corazza (+32 2 295 17 52) @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 2 299 04 03)


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