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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 25. September 2013

Ohne eine starke industrielle Basis kann Europas Wirtschaft nicht florieren

Die Leistungsfähigkeit der Industrie hat sich zwar stabilisiert, ihr Anteil am BIP der EU‑Länder ist aber von 15,5 % noch vor einem Jahr auf 15,1 % im Sommer 2013 gesunken. Aus den beiden heute von der Europäischen Kommission veröffentlichen Berichten zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geht eindeutig hervor, dass die Mitgliedstaaten Fortschritte bei der Verbesserung des Unternehmensumfelds sowie bei den Exporten und auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit erzielt haben. Zahlreiche Probleme sind aber nach wie vor ungelöst. Die Kluft zwischen den Ländern mit einer besonders wettbewerbsfähigen Industrie und den Ländern mit einer weniger leistungsstarken Industrie wird einfach nicht kleiner. Außerdem tragen die steigenden Energiepreise in fast allen Mitgliedstaaten zur Deindustrialisierung Europas bei. Auch der Zugang zu Finanzmitteln und die rückläufigen Investitionen sind in nahezu allen EU-Ländern problematisch. Damit die europäische Industrie wieder florieren kann, müssen die Behörden deutlich leistungsfähiger werden und Schulen und Unternehmen wesentlich besser kooperieren. Zudem müssen marktnahe Innovationen noch stärker gefördert werden.

In der Strategie Europa 2020 sind die Rahmenbedingungen für das Wachstum in der EU festgelegt. Die Kommission hat in einer Vielzahl von Bereichen konsequent Initiativen zur Stimulierung von Wachstum und Beschäftigung auf den Weg gebracht. Vizepräsident Antonio Tajani hat heute betont, dass Europa eine starke industrielle Basis braucht, wenn es die Europa-2020-Ziele verwirklichen will. Vom verarbeitenden Gewerbe gehen enorme Spillover-Effekte aus, von denen die übrige Wirtschaft und insbesondere die Gesamtproduktivität profitieren. Die Industrie steht für 80 % der privaten Innovationen, auf sie entfallen drei Viertel aller Ausfuhren und sie spielt eine besondere Rolle als Beschäftigungsmotor.

Vizepräsident Tajani, der für Industrie und Unternehmertum zuständige Kommissar, stellte fest: „Das Ziel von 20 % im Jahr 2020, das die Kommission 2012 vorgegeben hat, liegt noch in weiter Ferne. Die Kommission hat immer wieder Initiativen vorgeschlagen, um gegen die hohen Energiepreise, den erschwerten Zugang zu Krediten und die rückläufigen Investitionen vorzugehen und bürokratische Hindernisse zu beseitigen. Und wir werden im Spätherbst eine industriepolitische Initiative mit noch weiter gehenden Maßnahmen präsentieren. Im Vorfeld des Europäischen Rats vom Februar 2014 soll davon die Initialzündung für eine erhebliche Stärkung des Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie ausgehen. Die Kommission wird dem Europäischen Rat ihren Beitrag in den kommenden Wochen unterbreiten.“

Die Lage der europäischen Industrie

Besorgniserregende Entwicklungen gibt es in den zwei für jede Wirtschaft grundlegenden Bereichen Produktivität und Beschäftigung. Die EU schneidet bei der Produktivität erneut schlechter ab als die USA, ihr Hauptkonkurrent, während 11 % der arbeitsfähigen Bevölkerung Europas vom tragischen Schicksal der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Die Industrie wurde besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, da seit 2008 mehr als 3,8 Mio. Stellen gestrichen wurden.

Im Folgenden wird auf die wichtigsten Ergebnisse der beiden Berichte eingegangen.

Positive Entwicklungen:

  • Vor allem die Exporte haben die Industrie in Schwung gebracht; die EU hat hier die USA und Japan hinter sich gelassen. Im Jahr 2012 hat Europa einen Handelsbilanzüberschuss von 365 Mrd. EUR erzielt (etwa 1 Mrd. EUR pro Tag).

  • Die Innovationsleistung ist seit 2008 zwar gestiegen, seit 2012 ist die Kluft in diesem Bereich aber nicht kleiner geworden.

  • Das Unternehmensumfeld hat sich in den meisten Mitgliedstaaten verbessert, was aber auch auf die übrige Welt zutrifft.

  • Die meisten Mitgliedstaaten konnten das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte anheben.

Schwachpunkte:

  • Die Investitionstätigkeit bleibt unverändert niedrig.

  • Die hohen Energiepreise stellen die Industrie vor große Probleme.

  • Der Zugang zu Finanzmitteln ist in vielen Mitgliedstaaten schwieriger geworden.

  • In einigen Mitgliedstaaten wird eine Steigerung der Effizienz und der Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung wieder neues Wachstum bringen.

In den Berichten werden folgende Prioritäten aufgezeigt:

  • Es sollte den Unternehmen so einfach wie möglich gemacht werden, ihrer Geschäftstätigkeit nachzugehen.

  • Die Produktionskosten (z. B. die Energie- und Rohstoffpreise) müssen in Europa gesenkt werden.

  • Der Zugang zu den Finanz- und Kapitalmärkten muss für Unternehmen, insbesondere für KMU, verbessert werden.

  • Für die europäischen Unternehmen müssen sowohl der Binnenmarkt als auch die Märkte von Drittländern erschlossen werden.

  • Investitionen in neue Technologien und Innovationen müssen gefördert werden; dabei sollte man sich auf die sechs in der Mitteilung zur Industriepolitik aus dem Jahr 2012 aufgezeigten Bereiche konzentrieren.

  • Es muss dafür gesorgt werden, dass die Qualifikation und Verfügbarkeit der europäischen Arbeitnehmer den Anforderungen der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts entspricht.

Der industriepolitische Ansatz der EU auf sektoraler Ebene

Europa ist in einer Reihe von Industriesektoren Weltspitze und die meisten davon umfassen unterschiedliche Wertschöpfungsketten, in denen namhafte Großkonzerne mit einer Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen verknüpft sind. Die Kommission hat bereits einen Katalog politischer Maßnahmen für Sektoren mit strategischer Bedeutung wie den Automobilbau, die Stahlbranche oder den Sicherheits- und Verteidigungssektor vorgeschlagen.

Hintergrund

Im kommenden halben Jahr steht die Industriepolitik ganz oben auf der Tagesordnung der EU. Beim Rat „Wettbewerbsfähigkeit“ vom 26. und 27. September wird eine Debatte über Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der Industrie im Vorfeld des Europäischen Rates vom Februar 2014 angestoßen werden, der die einzigartige Chance bieten wird, auf höchster politischer Ebene die Weichen für die Förderung des Wirtschaftswachstums und der Realwirtschaft zu stellen.

Weitere Informationen:

MEMO/13/815: Wettbewerbsbericht 2013: Ohne Industrie kein Wachstum und keine Beschäftigung

MEMO/13/816: Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den EU-Mitgliedstaaten: Einige Fortschritte – noch viele Herausforderungen

Mehr Information zum Wettbewerbsbericht (Englisch)

Analyse der Fortschritte in Mitgliedsstaaten

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) Twitter: @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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