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EU-Kommission betont den Nutzen von Fremdsprachenkenntnissen für Studierende und Unternehmen im Vereinigten Königreich

European Commission - IP/13/829   13/09/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. September 2013

EU-Kommission betont den Nutzen von Fremdsprachenkenntnissen für Studierende und Unternehmen im Vereinigten Königreich

Nach Einschätzung der Europäischen Kommission muss mehr getan werden, um britische Schüler und Studierende dazu anzuregen, in der Sekundarstufe II und an der Universität Fremdsprachen zu erlernen. Die Bedeutung von Sprachkenntnissen ist in allen EU-Ländern ganz offensichtlich, da die Unternehmen zunehmend global operieren: Mehr als die Hälfte des Handelsaufkommens des Vereinigten Königreichs (UK) betrifft den Rest von Europa – und die britischen Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die die Sprache der Kunden sprechen. Dies wird die Europäische Kommission auch am 18. Oktober auf einer Konferenz im Rahmen der London Language Show hervorheben.

Die statistischen Daten zum Fremdsprachenerwerb im UK zeigen ein gemischtes Bild.

Die Anzahl der Universitäten, die im UK Studienabschlüsse in den beiden beliebtesten Fremdsprachen anbieten, ist seit 2000 für Französisch um 30 % (von 105 Studiengängen auf 70) und für Deutsch um mehr als 50 % (von 105 Studiengängen auf 50) eingebrochen. Die Anzahl der 18-Jährigen, die sich um einen Studienplatz in europäischen Sprachen bewerben, ist nach Angaben von UCAS, der zentralen Vergabestelle für Studienplätze im UK, seit 2010 ebenfalls um beinahe 17 % gefallen. Die im August veröffentlichten A-Level-Ergebnisse zeigen erneut einen Rückgang bei Französisch und Deutsch; beide Fächer ziehen jeweils nur etwa halb so viele Lernende an wie vor zehn Jahren.

Besser sieht es auf der GCSE-Ebene (etwa Realschulabschluss) aus: Nach Zahlen der britischen Regierung wählten in diesem Jahr fast 16 % mehr Schülerinnen und Schüler Fremdsprachen für ihren GCSE-Abschluss. Dieser Anstieg könnte teilweise mit der Einführung des Leistungsindikators English Baccalaureate zusammenhängen. Nach Einschätzung von Experten wird sich der Zuwachs deutlich auf die Anzahl derjenigen auswirken, die sich später bei den A-Levels, also dem Abitur, oder an der Universität für Sprachen entscheiden. Auch die Tatsache, dass ab September 2014 der Pflichtunterricht in einer Fremdsprache an englischen Grundschulen im Alter von sieben Jahren beginnt, stimmt optimistisch.

Die von der Kommission im Rahmen der London Language Show ausgerichtete Konferenz soll das Bewusstsein für die wirtschaftlichen und sozialen Vorteile des Sprachenlernens schärfen. Zu der Veranstaltung (Olympia Central, 18.-20. Oktober), die regelmäßig wichtige Personalvermittler, KMU und Bildungsexperten anzieht, werden mehr als 10 000 Besucher erwartet.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, wird gemeinsam mit Beamten der für Bildung und Sprachen zuständigen Dienststellen der EU-Kommission an der Veranstaltung teilnehmen. Die britische Regierung wird durch Elizabeth Truss MP, parlamentarische Staatssekretärin für Bildung und Kinderbetreuung, vertreten sein.

Kommissarin Vassiliou erklärte: „Wir gratulieren dem UK zu der Entscheidung, mehr junge Menschen zum Erlernen von Fremdsprachen auf Abitur- und Hochschulniveau zu ermutigen. Mehrsprachigkeit bringt große Vorteile mit sich. Menschen mit Sprachkenntnissen finden leichter einen Arbeitsplatz und können dazu beitragen, dass die Unternehmen wettbewerbsfähiger und erfolgreicher sind. Sehr erfreut bin ich auch darüber, dass das UK unser neues Finanzhilfeprogramm Erasmus+ intensiv unterstützt, das in den nächsten sieben Jahren Gelder für mehr als 4 Millionen junge Menschen in ganz Europa bereitstellen wird, damit sie in einem anderen Land studieren, eine Ausbildung machen oder Freiwilligendienst leisten können. Durch diese internationale Erfahrung verbessern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ihre Fremdsprachenkenntnisse, gewinnen mehr Selbstvertrauen und Vielseitigkeit. Erasmus richtet sich u.a. an Studierende, Auszubildende und Jugendbetreuer. Ich hoffe, dass wir zahlreiche Bewerber aus dem UK haben werden."

Hintergrund:

Erasmus+, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, wird im Januar 2014 anlaufen. Es soll in diesem Herbst von Parlament und Rat (Minister der Mitgliedstaaten) gebilligt werden. Nach Angaben der Kommission wird es über einen Gesamtetat von rund 14,5 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 verfügen. Das Programm wird von nationalen Agenturen in den Mitgliedstaaten verwaltet.

Im März 2002 einigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, dass Kinder ab einem sehr frühen Alter Unterricht in mindestens zwei Fremdsprachen erhalten sollten (die auf dem Gipfel von Barcelona aufgestellte Benchmark Muttersprache +2), um solide Grundkenntnisse zu erlangen.

Fremdsprachen in der Schule: In den meisten europäischen Ländern ist die Vermittlung einer Fremdsprache ab der Grundschule vorgeschrieben. Diese Tendenz nimmt zu. Mehr als 60 % aller Schülerinnen und Schüler in ganz Europa beginnen in der unteren Sekundarstufe mit dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache und etwa ebenso viele haben Unterricht in zwei Fremdsprachen in der oberen Sekundarstufe (entspricht GCSE-Ebene). Die Europäische Erhebung zu Sprachkenntnissen von 2012, in deren Rahmen europaweit mehr als 50 000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14-15 Jahren getestet wurden, zeigt auf, dass der Anteil der in ihrer ersten Fremdsprache kompetenten Schülerinnen und Schüler zwischen 82 % in Malta und Schweden (wo Englisch die erste Fremdsprache ist) und lediglich 14 % in Frankreich (Fremdsprache Englisch) und 9 % in England (Fremdsprache Französisch) liegt.

Die Europäische Kommission hat eine europäische Benchmark vorgeschlagen, nach der mindestens 50 % aller 15-Jährigen in Europa eine Fremdsprache wirklich gut beherrschen und 75 % aller Schülerinnen und Schüler in der unteren Sekundarstufe zwei Fremdsprachen lernen sollten.

Das English Baccalaureate ist ein 2010 eingeführter Leistungsindikator, dem entnommen werden kann, in welchen Fächern – Englisch, Mathematik, Geschichte oder Geografie, Naturwissenschaften und einer Fremdsprache – Schülerinnen und Schüler mindestens eine befriedigende Leistung erbracht haben. Diese Fächer werden von Arbeitgebern und Universitäten als sehr wichtig eingeschätzt.

Weitere Informationen

UCAS: Universitäten, die Französisch oder Deutsch anbieten

UCAS: Bericht über die Nachfrage nach Studienfächern

Joint Council for Qualifications: Statistik zu den A-Levels

Eurobarometer: 98% finden das Erlernen von Fremdsprachen gut für ihre Kinder (Juni 2012)

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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