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Bericht über gesundheitliche Ungleichheiten: Schere bei Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit in der EU schließt sich

European Commission - IP/13/823   09/09/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. September 2013

Bericht über gesundheitliche Ungleichheiten: Schere bei Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit in der EU schließt sich

Die großen Unterschiede bei der Lebenswartung und der Säuglingssterblichkeit, die in der Vergangenheit zwischen den EU-Staaten zu beobachten waren, reduzieren sich. Dies geht aus einem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht hervor. Die Schere zwischen der höchsten und der niedrigsten Lebenserwartung in der EU-27 hat sich bei Männern zwischen 2007 und 2011 um 17 % geschlossen, bei Frauen waren es 4 % zwischen 2006 und 2011. Die Differenz zwischen dem EU-Mitgliedstaat mit der höchsten Säuglingssterblichkeitsziffer und demjenigen mit der niedrigsten Ziffer verringerte sich zwischen 2001 und 2011 von 15,2 auf 7,3 je 1000 Lebendgeburten. Auch die durchschnittliche Säuglingssterblichkeitsziffer in der EU sank in diesem Zeitraum von 5,7 auf 3,9 pro 1000 Lebendgeburten. In dem Bericht werden zwar einige positive Entwicklungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Strategie „Solidarität im Gesundheitswesen“ zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten in der EU hervorgehoben, er schließt jedoch mit dem Ruf nach mehr Einsatz auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene.

Dazu der für Gesundheit zuständige Kommissar Tonio Borg: „In den letzten Jahren wurden die Ungleichheiten beim Gesundheitszustand, was die Lebenserwartung und insbesondere die Säuglingssterblichkeit angeht, erheblich reduziert. Das ist ein gutes Zeichen. Wir dürfen jedoch nicht nachlassen in unserem ständigen Bemühen, die weiter bestehenden Lücken in der gesundheitlichen Versorgung zwischen sozialen Gruppen und zwischen Regionen bzw. Mitgliedstaaten, die in dem Bericht aufgezeigt werden, zu schließen. Die Reduzierung der gesundheitlichen Ungleichheiten in ganz Europa muss auf allen Ebenen eine Priorität bleiben.“

Gesundheitliche Ungleichheiten zwischen Ländern, Regionen und sozialen Gruppen

  • Mit 79,9 Jahren ist die Lebenserwartung bei Männern in Schweden am höchsten – das sind fast zwölf Jahre mehr als in dem Mitgliedstaat mit der niedrigsten Lebenserwartung (68,1 Jahre).

  • Die höchste Lebenserwartung bei Frauen hat Frankreich mit 85,7 Jahren – hier beträgt der Unterschied zum Mitgliedstaat mit der niedrigsten Lebenserwartung (77,8 Jahre) 8 Jahre.

  • Bei der Zahl der bei Männern zu erwartenden gesunden Lebensjahre liegen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert in der EU 19 Jahre (Zahlen von 2011). Bei Frauen ist dieser Unterschied mit 18,4 Jahren fast genau so groß.

  • Was die Lebenserwartung bei Geburt angeht, betrug die Differenz zwischen den am meisten und den am wenigsten benachteiligten Regionen in der EU 2010 13,4 Jahre bei Männern und 10,6 Jahre bei Frauen.

  • In demselben Jahr lag die Säuglingssterblichkeitsziffer in sieben Regionen in der EU bei über 10 pro 1000 Lebendgeburten, d. h. über 2,5 mal höher als der EU‑Durchschnitt von 4,1/1000.

  • 2010 variierte die Differenz der Lebenserwartung bei Männern im Alter von 30 Jahren zwischen den Personen mit dem niedrigsten und dem höchsten Bildungsstand in den verschiedenen Mitgliedstaaten zwischen 3 Jahren und 17 Jahren. Bei Frauen war diese Differenz geringer (1 bis 9 Jahre).

Ursachen für die gesundheitlichen Ungleichheiten

Der Bericht untersucht die verschiedenen Ursachen für die gesundheitlichen Ungleichheiten und kommt zu dem Schluss, dass die sozialen Ungleichheiten beim Gesundheitszustand auf die unterschiedlichen alltäglichen Lebensbedingungen und Faktoren wie Einkommen, Arbeitslosenquoten und Bildungsstand zurückzuführen sind. Es werden zahlreiche Beispiele für den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren (z. B. Tabakkonsum, Fettleibigkeit) und sozioökonomischen Bedingungen angeführt.

Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der EU

2009 nahm die Kommission die Strategie „Solidarität im Gesundheitswesen: Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der EU“ an. Der heute veröffentlichte Bericht zeigt die Fortschritte, die bei den fünf wichtigsten Herausforderungen der Strategie bereits erzielt wurden: Verteilungsgerechtigkeit im Gesundheitswesen als Teil allgemeiner wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung, Verbesserung der Daten- und Wissensbasis, Engagement in allen Bereichen der Gesellschaft, Eingehen auf die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Gruppen, Weiterentwicklung des Beitrags der EU-Politik.

Insgesamt verfolgt die Kommission das Ziel, die politischen Entwicklungen in den EU‑Mitgliedstaaten zu unterstützen und den Beitrag der EU-Politik zur Beseitigung gesundheitlicher Ungleichheiten zu verbessern. Die von 2011 bis 2014 laufende Gemeinsame Aktion ist eines der wichtigsten Instrumente dafür.

Um die Ungleichheiten im Gesundheitsbereich zu überwinden, müssen die Europa-2020-Ziele für inklusives Wachstum erreicht werden. Im Februar 2013 nahm die Kommission im Zuge des Pakets zu Sozialinvestitionen unter anderem ein Dokument zum Thema „Investitionen in das Gesundheitswesen“ an. Darin wird die Verbindung zwischen den gesundheitspolitischen Strategien der EU und den Reformen der nationalen Systeme gestärkt und für Folgendes plädiert: intelligente Investitionen für nachhaltige Gesundheitssysteme, Investitionen in die Gesundheit der Menschen und Investitionen zur Verringerung der Ungleichheiten im Gesundheitsbereich.

Das Gesundheitsprogramm der EU, die Kohäsions- und Strukturfonds sowie das Forschungs- und Innovationsprogramm („Horizont 2020“) können zur Förderung der Investitionen in das Gesundheitswesen in der ganzen Union herangezogen werden.

Der vollständige Bericht und zusätzliche Informationen über die EU-Maßnahmen zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten sind zu finden unter:

http://ec.europa.eu/health/social_determinants/policy/index_de.htm

Website von Kommissar Borg:
http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/borg/index_en.htm

Twitter: @EU_Health

Kontakt:

Fréderic Vincent (+32 229-87166)

Aikaterini Apostola (+32 229-87624)


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