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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. September 2013

Beschäftigung: Europäischer Monitor für offene Stellen zeigt steigendes Jobpotenzial im Gesundheitswesen

Der Arbeitskräftebedarf im Gesundheitswesen steigt – das bestätigt der soeben von der Europäischen Kommission veröffentlichte jüngste Europäische Monitor für offene Stellen. Die Beschäftigung im europäischen Gesundheitswesen stieg zwischen 2008 und 2012 jährlich um fast 2 %. Diese Entwicklung ist auf das Phänomen der alternden Bevölkerung, den technischen und medizinischen Fortschritt, die Erwartungen der Menschen an eine bessere Versorgung und die intensivere Vorsorge zurückzuführen. 2012 gab es in dieser Branche knapp eine Million Neueinstellungen.

Insgesamt weist der Monitor auf einen allgemeinen Rückgang des Arbeitskräftebedarfs auf dem europäischen Arbeitsmarkt hin: Im vierten Quartal 2012 waren 6 % weniger offene Stellen verfügbar als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Neueinstellungen ging im vierten Quartal 2012 in den meisten großen Berufsgruppen zurück und sank bei den „Fachkräften“ zum ersten Mal seit dem zweiten Quartal 2010 (um 5 %).

Nach den Pflegeberufen im Gesundheitswesen verzeichnen Softwareentwickler und ‑analysten, Sekretariatsfachkräfte, Bergbau-, Produktions- und Bauleiter sowie Grundschullehrkräfte und Erzieher/innen die stärksten Stellenzuwächse.

Dazu László Andor, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration: „Anhand des Europäischen Monitors für offene Stellen können Arbeitsuchende die Branchen ausmachen, in denen die Aussichten auf eine neue Beschäftigung besonders gut sind. Der Monitor hilft Behörden, in die Vermittlung benötigter Kompetenzen zu investieren und so Engpässe zu vermeiden. Der jüngste Bericht zeigt, dass das Gesundheitswesen die Branche mit dem größten Jobpotenzial in Europa ist, weswegen hier dringend in die Aus- und Fortbildung investiert werden muss.

Die Pflegeberufe verzeichneten zwischen dem vierten Quartal 2011 und dem vierten Quartal 2012 das stärkste Wachstum aller Berufsgruppen. Drei weitere Gesundheitsberufe befinden sich ebenfalls unter den Top 25 der am schnellsten wachsenden Berufe: Krankenpflege und Geburtshilfe, medizinische und pharmazeutische Fachberufe sowie weitere gesundheitsbezogene Berufe, z. B. Zahnärzte, Apotheker, Physiotherapeuten. Mittelfristig haben Krankenpflegepersonal und Hebammen die besten Berufsaussichten.

Laut dem Bericht werden sich einige Länder außerdem auf die Herausforderung eines alternden Arbeitskräftebestands im Gesundheitswesen einstellen müssen. In Bulgarien und den baltischen Staaten beispielsweise sind 40 % der Arbeitskräfte im Gesundheitswesen zwischen 50 und 64 Jahre alt – bedeutend mehr als im EU-Durchschnitt.

Während im Gesundheitswesen neue Stellen geschaffen werden, geht der allgemeine Trend laut dem Europäischen Monitor für offene Stellen in die andere Richtung: Zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem Vorjahreszeitraum wurden 4 % weniger Neueinstellungen in der EU 27 verzeichnet. Von dieser Entwicklung waren die meisten Berufsgruppen betroffen; bei den Fachkräften war dabei zum ersten Mal seit dem zweiten Quartal 2010 ein Rückgang zu verzeichnen. Gleichzeitig stieg die Quote der Neueinstellungen bei Personen mit Hochschulabschluss um 2 %, was darauf hinweisen könnte, dass mehr Fachkräfte Stellenangebote annehmen, für die sie überqualifiziert sind.

Das Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Langzeitpflege wird im Fokus einer Konferenz zum Thema „Mehr und bessere Arbeitsplätze in der Heimpflege“ stehen, die am 12. September von der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens-und Arbeitsbedingungen (Eurofound) in Brüssel ausgerichtet wird.

Hintergrund

Die Bedeutung des Gesundheitswesens für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa wurde bereits im Beschäftigungspaket der Kommission von April 2012 hervorgehoben (siehe IP/12/380 und MEMO/12/252), zu dem auch eine Arbeitsunterlage der Kommissiondienststellen über einen Aktionsplan für die Arbeitskräfte im europäischen Gesundheitswesen gehört.

Rund 10 % der Beschäftigten in der EU sind im Gesundheitswesen tätig. Dem Europäischen Monitor für offene Stellen zufolge arbeiten etwa 60 % davon in Deutschland und im Vereinigten Königreich.

Gesundheitsberufe gehören zu den wichtigsten „Engpassberufen“ in Europa, d. h. laut dem Europäischen Bericht über freie Stellen und Personalbeschaffung sind freie Stellen in diesem Sektor besonders schwierig zu besetzen.

Eine Untersuchung der wichtigsten Trends im EU-Kompetenzpanorama bei Krankenpflegepersonal und Hebammen zeigt, dass mehrere Faktoren für diese Engpässe verantwortlich sind: Ausbildung einer unzureichenden Zahl von Krankenpflegepersonal, weltweiter Wettbewerb um Krankenpflegepersonal, hoher Personalersatzbedarf, da immer mehr Vertreter dieser Berufsgruppen das Ruhestandsalter erreichen, hohe Ausfallquoten, schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie sinkende Bereitschaft zu schwerer körperlicher Arbeit.

Der Europäische Monitor für offene Stellen wird vierteljährlich von der Generaldirektion „Beschäftigung, Soziales und Integration“ der Europäischen Kommission veröffentlicht und ist Teil der Europa-2020-Leitinitiative „Eine Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten“.

Nähere Informationen

Artikel auf der Website der GD Beschäftigung

Weitere Informationen zum Europäischen Monitor für offene Stellen

Website von László Andor

László Andor auf Twitter

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Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)


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