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Digitale Agenda: EU-finanziertes Projekt – Roboter statt Menschen für Tankinspektionen im Petrochemiebereich

European Commission - IP/13/810   03/09/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 3. September 2013

Digitale Agenda: EU-finanziertes Projekt – Roboter statt Menschen für Tankinspektionen im Petrochemiebereich

Die Europäische Kommission startet heute gemeinsam mit einem Konsortium aus zehn europäischen Unternehmen unter der Leitung von Shell das Projekt PETROBOT. Im Rahmen dieses Projekts werden Roboter entwickelt, die Menschen bei der Inspektion von Druckbehältern und Lagertanks ersetzen können, die in der Öl-, Erdgas- und petrochemischen Industrie breite Verwendung finden.

Die Sicherheit der Inspektoren erfordert bislang den Stillstand von Raffinerien oder anderen petrochemischen Anlagen während der Inspektion: Die Behälter müssen von den aktiven Teilen der Anlage getrennt werden (ein Schließen der Ventile reicht nicht aus). Anschließend werden die Behälter umfassend gereinigt, um alle Stoffe zu entfernen, von denen brennbare oder giftige Gase ausgehen können. In größeren Behältern wird dann ein Gerüst errichtet, über das die Inspektoren Zugang zu allen wichtigen Bereichen erhalten. Nach der Inspektion (die oft einige Stunden dauert) werden die Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt. Dieses langwierige und kostspielige Verfahren könnte dank der Robotertechnik bald seltener angewandt werden, so dass Mitarbeiter in geringerem Maße potenziell gefährlichen Situationen ausgesetzt würden. Der Branche würde dies Zeit‑ und Ressourceneinsparungen ermöglichen und der europäischen Robotikindustrie neue Märkte eröffnen. Außerdem könnten neue Arbeitsplätze in der Roboterfertigung und ‑wartung entstehen.

Die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes erklärte hierzu: „Europas weltweit führende Stellung im Robotikbereich kommt nicht von ungefähr. Das Petrobot-Projekt zeigt unsere Entschlossenheit, Ergebnisse der Spitzenforschung zur Marktreife zu bringen, um neue Märkte für europäische Unternehmen zu erschließen und neue Arbeitsplätze in Europa zu schaffen.“

PETROBOT wird Partner aus den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Schweden, Norwegen, der Schweiz und Deutschland für drei Jahre zusammenbringen. Der Beitrag der EU zu den Projektkosten von insgesamt 6,2 Mio. EUR beläuft sich auf 3,7 Mio. EUR.

Durch das PETROBOT-Projekt wird die gesamte Wertschöpfungskette mobilisiert, u. a. Anbieter von Roboter- und Inspektionstechnik, Anbieter von Inspektionsleistungen sowie Endkunden. Die Inspektionsroboter werden in den Anlagen der Endnutzer, die dem Konsortium angehören, getestet. Im Rahmen spezieller Projekttätigkeiten sollen die künftigen Nutzer darauf vorbereitet werden, die neue Technik so umfassend wie möglich einzusetzen. Diese neuen Tätigkeiten könnten neuartige Arbeitsplätze hervorbringen und neue Märkte eröffnen. Diese Technik kann für die EU zu einem wichtigen Exportprodukt werden, das in Form von Robotik-Hardware-Lösungen oder kompletten Roboterinspektionsleistungen außerhalb der EU angeboten wird. Die Roboter und die dazugehörige Inspektionsausrüstung müssten entsprechend entwickelt und in großen Stückzahlen produziert werden; im Dienstleistungsbereich müssten Roboter-Inspektionen angeboten werden. Wird das Projekt ein Erfolg, so wird es Innovationen im Hinblick auf größere Herausforderungen anstoßen.

Hintergrund

Der PETROBOT-Vertrag wird von führenden Vertretern der Europäischen Kommission und des Shell-Konzerns in Anwesenheit der Mitglieder des Konsortiums im Shell Technology Centre in Amsterdam unterzeichnet werden.

Im Rahmen von PETROBOT soll neue Roboterinspektionstechnik in den folgenden Bereichen entwickelt und validiert werden:

    1. Interne Inspektionen von Druckbehältern, wenn diese nicht an die Anlage angeschlossen sind: Ein Roboter (in Form eines Manipulatorarms oder Crawlers) begibt sich durch ein Mannloch oder eine Tanköffnung in das Innere des nicht angeschlossenen Behälters. Der Roboter untersucht die Behälterwand anschließend auf Schäden.

    2. Inspektion von Lagertanks bei laufendem Betrieb: Der Roboter wird in den (mit Benzin oder Zwischenprodukten) befüllten Tank geschickt. Er untersucht den Tankboden auf Schäden.

Für die Prüfung von Behälterwänden und Tankböden verwendet der Roboter spezielles Inspektionsgerät. Mit diesem Gerät kann der Roboter Schäden feststellen; er muss dieselben Inspektionsaufgaben wie ein menschlicher Inspektor erfüllen können.

Regelmäßige Inspektionen sicherheitskritischer Anlagenteile sind unerlässlich, um die Intaktheit dieser Teile gewährleisten zu können.

Die PETROBOT-Initiative geht auf ein FuE-Programm zurück, das von Shell Global Solutions International B.V., einem Unternehmensteil der Royal Dutch Shell plc, mit Unterstützung von Quasset B.V., einem niederländischen Mittelstandsunternehmen, das sich auf die Entwicklung von Zustandsbewertungstechnologie spezialisiert hat, durchgeführt wurde.

Die Mitglieder des Projektkonsortiums unter der Leitung von Shell sind:

  1. GASSCO AS, NO

  2. Chevron North Sea Ltd., UK

  3. Koninklijke VOPAK N.V., NL

  4. A.Hak Industrial Services B.V., NL

  5. Dekra Industrial AB – DEKRA, SE

  6. Alstom Inspection Robotics (AIR), CH

  7. OCROBOTICS, UK

  8. Innospection GmbH, DE

  9. Quasset B.V., NL

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