Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

EU-Kommission ruft zum EU-weiten Verbot der amphetaminähnlichen Droge „4-MA“ auf

Commission Européenne - IP/13/75   31/01/2013

Autres langues disponibles: FR EN DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 31. Januar 2013

EU-Kommission ruft zum EU-weiten Verbot der amphetaminähnlichen Droge „4-MA“ auf

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, die synthetische Substanz „4-MA“, die ähnliche physische Auswirkungen wie Amphetamin hat, EU-weit zu verbieten. Sie hat die Mitgliedstaaten gebeten, die freie Verbreitung der Droge innerhalb Europas durch die Einführung von Kontrollmaßnahmen zu verhindern. 4-Methylamphetamin (4-MA) ist in zehn EU-Ländern (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern) bereits verboten. Alleine von 2010 bis 2012 sind im Zusammenhang mit der Substanz 21 Todesfälle in vier EU-Ländern aufgetreten.

„4-MA wird von kriminellen Gruppen hergestellt und vertrieben und kann tödlich sein“, so Vizepräsidentin und EU-Justizkommissarin Viviane Reding. „Es wurde in 15 EU-Ländern entdeckt und bereits in zehn verboten. EU-weite Maßnahmen können dazu beitragen, seine Verbreitung zu stoppen und den Schaden für junge Leute in ganz Europa so gering wie möglich zu halten.“

Bisher wurden mindestens 21 Todesfälle in vier Mitgliedstaaten gemeldet (in Belgien, Dänemark, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich), bei denen 4-MA bei der Obduktion festgestellt wurde – entweder isoliert oder in Verbindung mit anderen Substanzen, insbesondere Amphetaminen.

Der heutige Vorschlag der Kommission würde die Herstellung und den Vertrieb von 4-MA verbieten und es EU-weit unter Strafe stellen. Die Regierungen der Mitgliedstaaten müssen nun mittels einer qualifizierten Mehrheitsentscheidung im Rat darüber abstimmen, ob diese Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Hintergrund

Bei 4-MA handelt es sich um ein synthetisches Stimulans mit amphetaminähnlicher Wirkung. Es wird hauptsächlich in Pulver- oder Pastenform hergestellt, wurde aber auch in Tabletten- oder flüssiger Form entdeckt, oft vermischt mit Amphetamin und Koffein. 4-MA wird gewöhnlich als Amphetamin verkauft, und daher wissen die meisten Betroffenen nicht, dass sie die Substanz eingenommen haben.

Eine wissenschaftliche Bewertung, die von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in Lissabon durchgeführt wurde, zeigte auf, dass 4-MA bedeutende negative Wirkungen haben kann, darunter Hyperthermie, Bluthochdruck, Anorexie, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, paranoide Zustände und Angstzustände sowie Depressionen. 4-MA hat keine nachgewiesene therapeutische Wirksamkeit und dient auch keinem anderen rechtmäßigen Zweck. Es wird in zehn EU-Ländern kontrolliert: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

Dem Vorschlag der Kommission ging ein Verfahren zur Risikobewertung und Kontrolle bei neuen psychoaktiven Substanzen voraus, das im Beschluss 2005/387/JI des Rates vorgesehen ist. Der Rat hatte am 24. September 2012 um eine Risikobewertung gebeten.

Im Jahr 2010 hat die Kommission das EU-weite Verbot der ecstasy-ähnlichen Droge Mephedron vorgeschlagen und durchgesetzt (siehe MEMO/10/646). Am 25. Oktober 2011 kündigte sie eine Überarbeitung der EU-Vorschriften zur Bekämpfung illegaler Drogen an, insbesondere neuer psychoaktiver Substanzen, die hinsichtlich ihrer Wirkung mit gefährlichen Drogen wie Ecstasy oder Kokain vergleichbar sind und in zunehmendem Maße ein Problem darstellen (IP/11/1236). Ein Legislativvorschlag wird 2013 erwartet.

Im Jahr 2012 hat die EU 73 derartige Substanzen entdeckt, was einen Rekord darstellt – im Jahr 2009 waren es nur 24. Sie sind zunehmend über das Internet erhältlich und haben sich in zahlreichen Mitgliedstaaten, in denen sich ihr Verkauf nur schwer verhindern lässt, rasant ausgebreitet.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage von 2011 werden neue Substanzen mit ähnlicher Wirkung wie verbotene Stoffe immer beliebter – 5 % der jungen Europäer geben an, sie bereits verwendet zu haben. Die höchste Konsumquote weist Irland (16 %) auf, gefolgt von Polen (9 %), Lettland (9 %), dem Vereinigten Königreich (8 %) und Luxemburg (7 %). Der Umfrage ist zu entnehmen, dass sich eine große Mehrheit der 15- bis 24-Jährigen in allen 27 Mitgliedstaaten für ein Verbot dieser Substanzen ausspricht.

Weitere Informationen

Europäische Kommission – Drogenbekämpfungspolitik:

http://ec.europa.eu/justice/anti-drugs/index_de.htm

Homepage von Viviane Reding, Vizepräsidentin und Justizkommissarin der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Folgen Sie der Vizepräsidentin auf Twitter: @VivianeRedingEU

Kontakt:

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)

Natasha Bertaud (+32 2 296 74 56)


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site