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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 1. August 2013

Europa liebt Wi-Fi: neue Studie empfiehlt Bereitstellung von mehr Frequenzen

Eine neue Untersuchung der Europäischen Kommission hat ergeben, dass immer mehr Menschen über Wi-Fi (auch „WLAN“ genannt) ins Internet gehen und dass dieser Trend anhalten wird. Im Jahr 2012 machten Wi-Fi-Verbindungen 71 % des gesamten drahtlosen Datenverkehrs von Smartphones und Tablets in der EU aus, und bis 2016 könnte diese Zahl auf 78 % ansteigen. Die überraschenden Ergebnisse zeigen, in welchem Maße sich das Verhalten der Verbraucher wegen der für sie geringeren Kosten der Wi-Fi-Hotspots verändert hat. Außerdem wird in der Studie die Empfehlung ausgesprochen, EU-weit zusätzliche Funkfrequenzen verfügbar zu machen, damit dieser steigenden Nachfrage entsprochen werden kann.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagte dazu: „Wi-Fi hat einen riesigen Erfolg und ist für alle Beteiligten von Vorteil. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Europäische Kommission mit zusätzlichen Frequenzen und weniger Regulierung an einer Ausweitung der Wi-Fi-Nutzung mitwirkt.“

Mobilfunknetze der 3. und 4. Generation (3G/4G) sind für eine wirklich mobile Nutzung zwar unverzichtbar, derzeit sind die zum Betrieb dieser Netze notwendigen Frequenznutzungsrechte aber sehr teuer. Die Verbraucher müssen in 3G/4G-Netzen hohe Preise bezahlen (z. B. beim Roaming im Ausland), und in weiten Teilen Europas sind die Netze wegen mangelnder Frequenzzuteilungen heute bereits überlastet.

„Systeme, bei denen die Verbraucher ihr eigenes Wi-Fi-Netz mit anderen teilen, sind ein gutes Beispiel dafür, wie wir alle gemeinsam ein besseres Internet für alle erreichen können. Alle Menschen in Europa sollten die Möglichkeit haben, ins Internet zu gelangen, auch wenn sie gerade nicht zu Hause oder am Arbeitsplatz sind“, sagte Neelie Kroes weiter.

Eine kombinierte Nutzung von Wi-Fi-Zugangspunkten und anderen kleinzelligen Funkinfrastrukturen, welche die herkömmlichen großzelligen Mobilfunk-Basisstationen ergänzen, können die bestehenden 3G/4G-Netze entlasten, indem sie Rückführungskapazitäten außerhalb dieser Netze bereitstellen, was sowohl für die Betreiber als auch für die Nutzer billiger ist. Dank eines breiteren Einsatzes solcher Technik könnten die Betreiber viele Millionen Euro einsparen, wenn sie ihre Netze ausbauen, um die Nachfrage ihrer Kunden zu decken. Die Verbraucher würden Geld sparen, wenn sie zu Wi-Fi wechseln, sobald sie sich in der Nähe eines Hotspots aufhalten, anstatt für Mobilfunk-Datenverkehr zu bezahlen. Kleine Funkzellen können auch die Reichweite der Netze erhöhen, beispielsweise an Orten mit schlechtem Empfang oder innerhalb großer Gebäude.

Die Studie empfiehlt:

  1. den Frequenzbereich 5150 MHz–5925 MHz allgemein für Wi-Fi bereitzustellen;

  2. das 2,6-GHz-Band und das 3,5-GHz-Band weiterhin vollständig für den mobilen Einsatz bereitzustellen und eine Konsultation zu den künftigen Lizenzbedingungen für das 3,5-GHz-Band sowie über weitere neue lizenzpflichtige Mobilfunk-Frequenzen durchzuführen;

  3. die Verwaltungslasten im Zusammenhang mit dem Aufbau von Entlastungsdiensten und ‑netzen an öffentlichen Orten zu verringern.

Hintergrund

Wi-Fi ist die zu Hause und am Arbeitsplatz am meisten benutzte Zugangstechnik und eignet sich besonders gut für die Verwendung vieler Geräte an einem einzigen Internetanschluss. Gerade an öffentlichen Orten wie in Cafés oder an Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs nimmt die Zahl der Wi-Fi-Hotspots schnell zu. Gleichzeitig suchen die Mobilfunkbetreiber nach Möglichkeiten, ihre überlasteten 3G-Netze zu entlasten. Die Technik hilft den Mobilfunkanbietern, die für den Zeitraum 2012–2017 vorhergesagte Steigerung des Mobilfunk-Datenverkehraufkommens um jährlich 66 % zu bewältigen.

Kleine Zellen sind Funkzugangspunkte mit niedriger Sendeleistung, die die großen Mobilfunkzellen (Makrozellen) ergänzen, wie wir sie heute als Mobilfunk-Basisstationen oder ‑Antennen kennen. Solche Kleinzellen werden sich zu einem wesentlichen Teil aller Mobilfunknetze entwickeln. 4G-/LTE-Netze werden zunehmend wie ein Netz aus verschiedenen Schichten kleiner Funkzellen (mit Reichweiten von 10 m bis 2 km) und großer Funkzellen (mit Reichweiten von über 10 km) arbeiten, wodurch die kleinen Zellen viel stärker in den Netzbetrieb integriert werden als bei 3G-Netzen, in denen kleine Zellen nur zur gelegentlichen Entlastung genutzt werden.

In der Studie wurde die Entlastung („Off-loading“) des Mobilfunkdatenverkehrs definiert als Weiterleitung von drahtlosem Datenverkehr, der ansonsten durch großräumige, zelluläre Mobilfunknetze über sog. „Kleinbereichs-Zugangspunkte“ (LTE oder Wi-Fi) abgewickelt wird. Smartphones und Tablets können sich leicht in solche alternativen Netze einbuchen, die eine örtlich beschränkte Reichweite haben und in Frequenzen betrieben werden können, die auch anderen Netzbetreibern zur Verfügung stehen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  1. Kleine Wi-Fi-Zellen und kleine LTE-Zellen ergänzen sich, anstatt sich zu ersetzen. Das Kombinieren beider Techniken hilft, die verfügbaren Frequenzen bestmöglich auszunutzen und die Kosten so gering wie möglich zu halten, da Rückführungskanäle und andere örtliche Infrastrukturen gemeinsam genutzt werden.

  2. Entlastungslösungen ermöglichen grundsätzlich eine viel größere Wiederverwendung von Funkfrequenzen in einem bestimmten geografischen Gebiet.

  3. Durch breitere Kanäle (80 MHz oder 160 MHz) werden neue Wi-Fi-Ausrüstungen viel höhere Datengeschwindigkeiten ermöglichen.

  4. Automatische Authentifizierungsprozesse für den Zugang zu Wi-Fi-Netzen werden die heutigen Schwierigkeiten bei der manuellen Wi-Fi-Anmeldung (vor allem bei Verbindungsaufbau und Authentifizierung) weitgehend beseitigen.

  5. Lösungen, mit denen Privatpersonen ihre Bandbreite über Wi-Fi mit anderen teilen können, wie auch eine Reihe von Wi-Fi-Roaminganbietern machen öffentliche Wi-Fi-Zugänge für zahlreiche Benutzer immer bequemer und billiger.

Nützliche Links

PDF-Datei der Studie im EU-Bookshop

Einladung zu einem öffentlichen Workshop zur Erörterung der Studienergebnisse am 3. September 2013

Wireless Europe auf der Website zur Digitalen Agenda

Neelie Kroes auf Twitter

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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