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EU-Bericht zu illegalen Drogen: Neue Trends bei Schmuggel und Konsum geben Anlass zur Sorge

Commission Européenne - IP/13/73   31/01/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 31. Januar 2013

EU-Bericht zu illegalen Drogen: Neue Trends bei Schmuggel und Konsum geben Anlass zur Sorge

Angebot und Nachfrage bei illegalen Drogen läuten eine neue bedeutende Epoche in Europa ein und stellen die derzeitigen Strategien und Vorgehensweisen auf die Probe. Dies geht aus dem ersten gemeinsamen Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) und von Europol über die Drogenmärkte in der EU hervor, der heute in Brüssel vorgestellt wurde. Die beiden EU-Stellen haben sich zusammengetan, um zum ersten Mal eine strategische Analyse des gesamten Marktes für illegale Drogen in Europa zu erstellen.

In dem Bericht beschreiben sie einen zunehmend dynamischen und innovativen Markt, der schnell auf Probleme reagiert und dessen Bekämpfung europaweit eine ebenso dynamische, innovative und flexible Vorgehensweise erfordert. Der Bericht zeigt, wie sich das Erscheinungsbild der organisierten Kriminalität in Europa wandelt: Während sich der Drogenmarkt in der EU in der Vergangenheit auf bestimmte Drogen konzentrierte, die von spezialisierten Kriminellen über genau festgelegte Routen geschmuggelt wurden, ist der derzeitige Markt weniger greifbar, da neue Routen und Sendungen mit unterschiedlichen Substanzen immer mehr zur Regel werden.

Dieser aktuelle Bericht zeigt, dass der moderne europäische Markt für Drogen immer stärker vernetzt ist und sich immer weiter ausbreitet. Es handelt sich um einen der komplexesten kriminellen Vorgänge der heutigen Zeit. Organisierte kriminelle Gruppen handeln mittlerweile eher mit vielen Substanzen gleichzeitig und machen häufiger gemeinsame Sache. Auch der Drogenhandel verändert sich, sowohl was die Komplexität der gewählten Routen als auch was die mitgeführten Drogenarten angeht. All dies erfordert eine stärkere Zusammenarbeit auf EU-Ebene. Maßnahmen einzelner Länder reichen nicht aus, egal wie solide sie sind. Die Analyse in diesem Bericht ist einzigartig, da darin die Erkenntnisse der EBDD bezüglich des Drogenhandels und -konsums in Europa und Europols praktisches Verständnis der Trends in der organisierten Kriminalität miteinander kombiniert werden“, so EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström bei der heutigen Präsentation.

Europol-Direktor Rob Wainwright erklärte: „Der internationale Drogenhandel ist nach wie vor die Haupttätigkeit der meisten kriminellen Organisationen. Sie passen sich neuen kriminellen Möglichkeiten an und ändern ihre Schmuggelmethoden und -routen, um der Strafverfolgung zu entgehen. Wir haben festgestellt, dass immer mehr legale kommerzielle Transportmöglichkeiten wie Container, Flugzeuge sowie Kurier- und Postdienste genutzt werden. So können Drogen zahlreiche Durchgangsstationen durchlaufen, und es wird schwerer sie abzufangen. Die Internettechnologie macht ebenfalls vieles einfacher und wird häufig zur Vermarktung und zum Verkauf von Drogen genutzt.“

Europa ist dem Bericht zufolge eine der weltweit wichtigsten Quellen für den zur Heroinherstellung verwendeten chemischen Drogenausgangsstoff Essigsäureanhydrid und spielt eine wichtige Rolle bei der Verpackung und Vermarktung von Produkten, die neue psychoaktive Stoffe enthalten.

Für synthetische Drogen und zunehmend auch Cannabis bleibt die EU eine wichtige Drogenherstellungsregion,“ stellte EBDD-Direktor Wolfgang Götz fest. „Der Trend geht immer mehr dahin, illegale Drogen in der Nähe des Marktes, für den sie vorgesehen sind, zu produzieren, da eine Beschlagnahmung auf diese Weise weniger wahrscheinlich ist. Für diese Entwicklung zahlen wir einen immer höheren Preis in Form von Problemen mit der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit und der zusätzlichen Belastung der ohnehin knappen Ressourcen der Polizei.“

Eine wichtige treibende Kraft hinter den Entwicklungen ist laut dem Bericht die Globalisierung: Immer mehr Länder werden als Durchgangs-, Lagerungs- oder Produktionsstandorte genutzt. Zudem ist das Internet von großer Bedeutung, sowohl als Kommunikationsplattform als auch für den Online-Absatz. Innovationen gibt es allerdings auch in der Produktion: Die EU wird als wichtige Quelle von Fachwissen und Know-how in den Bereichen Cannabisanbau, Herstellung synthetischer Drogen und Kokainverstecke genannt.

Der Bericht macht auf die Verbindungen zwischen Kokain- und Haschischschmugglerringen sowie die wachsende Bedeutung Afrikas als Durchgangs- und Lagerbereich aufmerksam – und darauf, dass kriminelle Banden aus Nordwesteuropa bei der Verteilung nahezu aller Arten von Drogen über die gesamte EU eine zentrale Rolle spielen. Als Gegenmaßnahme wird unter anderem vorgeschlagen, dass sich die Ermittlungsarbeit der Strafverfolgungsbehörden auf besonders wichtige Einzelpersonen und kriminelle Gruppen konzentrieren sollte. Aufgrund der rasanten Entwicklungen bei synthetischen Drogen muss Europa außerdem seine Frühwarnkapazität für neue Stoffe auf dem Markt verbessern.

Laut dem Bericht können koordinierte Maßnahmen auf EU-Ebene spürbare Verbesserungen bringen. Durch ihre sowohl pragmatische als auch anwendungsbezogene Vorgehensweise ermittelten die EBDD und Europol die wichtigsten Schlussfolgerungen und Lehren für zukünftige Strategien und Maßnahmen (siehe MEMO/13/51 und Fallstudien).

Bilder der Polizei aus Ermittlungen in den Bereichen Drogenschmuggel und -herstellung können unter folgendem Link heruntergeladen werden:

http://www.emcdda.europa.eu/events/2013/drug-markets.

Weitere Informationen

Video: Interviews mit Experten und anderes Filmmaterial. Sender können hier eine „Cleanfeed”-Fassung herunterladen.

Link zum Bericht:

Bericht über die Drogenmärkte in der EU - eine strategische Analyse

Fallstudien

Bilder und Grafiken

Website von Cecilia Malmström

Kommissarin Malmström auf Twitter

Website der Generaldirektion Inneres

Generaldirektion Inneres auf Twitter

EBDD www.emcdda.europa.eu

Europol www.europol.europa.eu

Kontakte:

Michele Cercone (+32 2 298 09 63)

Tove Ernst (+32 2 298 67 64)


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