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Europäische Union beschließt Unterstützung für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Kleinkindern in Guinea-Bissau

European Commission - IP/13/739   25/07/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 25. Juli 2013

Europäische Union beschließt Unterstützung für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Kleinkindern in Guinea-Bissau

Die Europäische Union hat die Finanzierung eines neuen Programms für Guinea-Bissau beschlossen, das eine bessere medizinische Grundversorgung von Schwangeren und Kleinkindern unter 5 Jahren gewährleisten soll. Das Programm PIMI (Programme Intégré de santé Maternelle et Infantile) wird in den Regionen Biombo, Cacheu, Oio und Farim durchgeführt, in denen insgesamt ungefähr 520 000 Menschen leben.

Während der ersten Phase dieses von der EU mit 5,5 Mio. EUR finanzierten Programms sollen über einen Zeitraum von 36 Monaten Arzneimittel für Gesundheitszentren in ländlichen Gebieten zur Verfügung gestellt werden. Außerdem soll durch bessere Berufsbildung und Materialversorgung die tägliche Arbeit des medizinischen Pflegepersonals erleichtert werden. Da 52 % der Bevölkerung mehr als 5 km von einem Gesundheitszentrum entfernt leben, umfasst dieses Programm auch Schulungen von Mitgliedern entlegener dörflicher Gemeinschaften, damit diese in dringenden Fällen die Primärversorgung insbesondere von Frauen und Kindern übernehmen können. Als weitere Maßnahmen sind die kostenlose Konsultation medizinischer Fachkräfte und die Bereitstellung wichtiger Arzneimittel vorgesehen.

Bis zum Jahresende soll das Programm durch eine zweite Komponente, für die weitere 2,5 Mio. EUR vorgesehen sind, ergänzt werden. Angestrebt wird, dass 80 % der Bevölkerung in den betreffenden Regionen, insbesondere Frauen und Kinder, mindestens drei Hausbesuche pro Jahr durch Gesundheitshelfer erhalten.

Der für Entwicklung zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs erklärte dazu: „In Guinea-Bissau stellen Schwangerschaft und Entbindung viel zu oft ein hohes Risiko für die Frauen dar und noch immer leiden zu viele Kinder in diesem Land unter den Folgen von Mangelernährung und fehlender Gesundheitsversorgung. Wir haben uns zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele in diesen Bereichen verpflichtet und setzen diese Verpflichtung mit dem neuen Programm in Guinea-Bissau in konkrete Maßnahmen um. Die EU will durch einen wirksameren Schutz und eine bessere Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern einen grundlegenden Wandel herbeiführen, von dem jetzige und künftige Generationen profitieren.

In den regionalen Krankenhäusern von Canchungo und Mansoa sowie in mehreren Gesundheitszentren werden Kreißsäle und Operationssäle für Kaiserschnitte modernisiert und neu ausgestattet. Außerdem soll für bestimmte medizinische Behandlungen die Möglichkeit der Zahlungsbefreiung eingeführt und ein Ambulanzdienst für die medizinische Versorgung von Personen eingerichtet werden, die mehr als 5 km (1 Stunde Fußmarsch) vom nächsten Gesundheitszentrum entfernt wohnen.

Vorgesehen ist außerdem, dass die Bluttransfusionsdienste verbessert und regelmäßige Blutspenden gefördert werden. Weiterhin sollen im Interesse einer effizienteren Risikoprävention Todesfälle von Müttern und Neugeborenen bei der Entbindung durch Autopsie untersucht werden.

Hintergrund

Guinea-Bissau ist ein fragiles Land, das nach dem bewaffneten Konflikt 1998/1999 eine schwierige Übergangszeit durchlebt hat, in der die Reform- und Entwicklungsbestrebungen immer wieder durch Staatsstreiche zunichte gemacht wurden. Am 12. April 2012 verhinderte ein erneuter Militärputsch den zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen und führte zu einer Phase der Instabilität. Die neue EU-Unterstützung wurde unter Berücksichtigung dieser fragilen Rahmenbedingungen konzipiert und trägt der Notwendigkeit Rechnung, auf mögliche humanitäre Notsituationen reagieren zu können.

Im Rahmen des Verfahrens nach Artikel 96 des Abkommens von Cotonou (der ein Konsultationsverfahren und geeignete Maßnahmen bei Verletzungen der Menschenrechte, der demokratischen Grundsätze und des Rechtsstaatsprinzips vorsieht) ist die institutionelle Zusammenarbeit mit der Regierung von Guinea-Bissau zwar derzeit ausgesetzt, doch wird weiterhin direkte Unterstützung für die Bevölkerung und die Zivilgesellschaft geleistet. Das neue Programm zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung wird mit UNICEF und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt.

Guinea-Bissau verzeichnet insbesondere bei Müttern und Kindern weiterhin hohe Sterblichkeitsraten. Nur 44 % aller Entbindungen finden unter angemessenen Rahmenbedingungen statt und lediglich 31 % der Kinder unter 5 Jahren, die in ländlichen Gebieten leben und bei denen der Verdacht auf Lungenentzündung besteht, werden mit Antibiotika behandelt. 20 % der ländlichen Haushalte sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die hohen Kosten für Arztbesuche, Arzneimittel und den Transport haben oft eine abschreckende Wirkung und verhindern dass medizinischer Dienste in Anspruch genommen werden.

Weitere Informationen unter:

Webseite der Generaldirektion Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Webseite von Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_fr.htm

Kontakt :

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)


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