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Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter Bedingungen Übernahme von MEI durch Crane

European Commission - IP/13/717   19/07/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Juli 2013

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter Bedingungen Übernahme von MEI durch Crane

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der MEI Group durch Crane Co. nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Sowohl MEI als auch Crane stellen bedienerlose Zahlungssysteme her. Die Genehmigung ist an die Bedingung geknüpft, dass bestimmte Produkte und damit verbundene Vermögenswerte in Kanada und Deutschland veräußert werden.

Die vorläufige Untersuchung der Kommission ergab, dass die geplante Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) für bestimmte Arten von bedienerlosen Zahlungssystemen wettbewerbsrechtlich bedenklich gewesen wäre. Crane konnte diese Bedenken mit geeigneten Verpflichtungszusagen ausräumen.

Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen nach der Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form sehr hohe Marktanteile im EWR gehabt hätte, ohne dass für die folgenden Arten von bedienerlosen Zahlungssystemen von Konkurrenten ein hinreichender Wettbewerbsdruck ausgegangen wäre: Münzwechsler, die vorwiegend in Verkaufsautomaten zur Anwendung kommen, Geldwechsler im öffentlichen Verkehr, die Banknoten annehmen und auch wechseln (z. B. Fahrscheinautomaten), sowie Parkautomaten in Parkhäusern und auf Parkplätzen. Die verbleibenden Wettbewerber hätten geringere Marktanteile gehabt als das zusammengeschlossene Unternehmen.

Um die Wettbewerbsbedenken der Kommission auszuräumen, bot Crane an, die nachstehenden Produkte und die damit verbundenen Technologien zu veräußern:

  • Die Produktlinie für einen Münzwechsler, der in Deutschland von der Crane-Tochter National Rejectors (NRI) hergestellt wird. Diese Verpflichtung beschränkt sich auf Verkäufe an Abnehmer im EWR.

  • Eine weitere Verpflichtung bezieht sich auf eine Produktlinie für einen Geldwechselautomaten, der Banknoten annimmt und wechselt und in Kanada von der Crane-Tochter CashCode hergestellt wird, sowie damit verbundene Vermögenswerte.

Crane hat außerdem zugesagt, die geplante Übernahme von MEI erst dann zu vollziehen, wenn eine verbindliche Verkaufsvereinbarung für die zum Verkauf stehenden Sparten mit einem geeigneten, von der Kommission gebilligten Käufer geschlossen worden ist. Die Untersuchung der Kommission ergab, dass die veräußerten Sparten rentabel wären und die Zusagen geeignet sind, alle wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen.

Angesichts der angebotenen Abhilfemaßnahmen kam die Kommission zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme in der geänderten Form den Wettbewerb weder im gesamten EWR noch in einem Teil des EWR erheblich behindern würde. Die Genehmigung erfolgt unter der Bedingung, dass die Verpflichtungszusagen vollständig eingehalten werden.

Auf den übrigen Märkten, auf denen sich die Tätigkeitsbereiche der Unternehmen überschneiden, hätte das zusammengeschlossene Unternehmen weiterhin einen relativ kleinen Marktanteil und zudem Konkurrenz von mehreren ernstzunehmenden Wettbewerbern.

Das Vorhaben wurde am 31. Mai 2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Crane ist ein diversifizierter Hersteller von hochtechnologischen Industrieprodukten und in den USA ansässig. Das Unternehmen ist unter anderem in der Herstellung automatisierter Zahlungssysteme und auf dem damit verbundenen Markt für Verkaufsautomaten vertreten.

Das in den USA niedergelassene Unternehmen MEI ist ebenfalls im Bereich automatisierter Zahlungssysteme tätig.

Mit Hilfe von bedienerlosen Zahlungssystemen sind rund um die Uhr Zahlungen mit Münzen und Banknoten oder auch bargeldlos möglich, ohne dass Personal anwesend sein muss. Typische Beispiele für Maschinen mit bedienerlosen Zahlungssystemen sind Verkaufsautomaten für Getränke und Snacks, der sogenannte „Self-Checkout“ im Supermarkt, Glücksspielautomaten sowie Fahrscheinautomaten im öffentlichen Verkehr.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen werden auf der Website der DG Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6857 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 2 297 45 13 - Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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